Sehr häufig habe ich kranke Kinder in meiner Ballettstunde: Erkältung oder noch nicht ganz ausgeheilter Magen-Darm-Virus etc. Die Kleinen stecken sich meistens im Kindergarten oder bei den Geschwistern an und schleppen die Krankheit dann in den Ballettunterricht. Die Mamis fragen sich total verwundert, warum ihr Kind schon wieder krank ist und verschwenden oftmals keinen Gedanken an die gute alte Infektionskette.

Die Kleinen wischen sich mit der Hand über die laufende Nase und fassen dann meine Hand oder die der anderen Tänzerin im Kreis an… Die Ballettstange wird berührt und schwupps wurden dort mal kurz die Trinkflaschen vertauscht. Heraus kommt dabei eine nicht mehr abbrechende Kette von immer neuen Erkrankungen, bis es schließlich mich – arme Lehrerin – erwischt und die Eltern entrüstet sind über den Ausfall der bezahlten Stunden. Vom Problem der Terminfindung für die Nachholstunden möchte ich gar nicht erst anfangen 😉

Eigentlich gibt es in Ballettschulen eine allgemein bekannte Regel. War das Kind nicht im Kindergarten bzw. in der Schule oder nimmt es nach wie vor Medikamente, sollte es auch nicht die Ballettstunde besuchen. Das Argument, dass die Eltern schließlich Geld für den Unterricht bezahlen, ist unbestreitbar, aber die Konsequenzen sollten für sich sprechen, besonders, wenn man bedenkt, dass man nicht nur den „Noch-Gesunden“ damit schadet, sondern die körperliche Anstrengung auch den Zustand des Kindes erneut verschlechtern könnte.

Es ist mir immer sehr unangenehm, den Eltern dies nochmals zu verdeutlichen, denn die Eltern fühlen sich von mir bevormundet, wenn ich ihnen sage, dass sie ihrem Kind damit keinen Gefallen tun. Aber Hand aufs Herz…: wäre es der Mutter/dem Vater in dir nicht auch lieber, wenn die Lehrerin ein ansteckendes Kind aus der Klasse des eigenen Kindes nimmt, um die übrigen so zu schützen, wie es ihre Aufgabe ist???

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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