Liebe auf den ersten Blick oder Liebe, die einschlägt wie ein Blitz, war nie so ganz meins. Obwohl ich mich für recht romantisch halte, erscheint mir dies etwas kitschig und überbewertet… Also habe ich mir auch in Bezug auf mein Kind nicht allzu hohe Erwartungen gesetzt und mir vorgenommen, alles auf mich zukommen zu lassen. In den meisten „Baby-Eltern-Foren“ gibt es die Rubrik „Mutterliebe“ und man glaubt kaum, wie unterschiedlich die Meinungen dazu sind. Experten warnen davor, sich die Mutterliebe wie ein einschlagendes Erlebnis vorzustellen, das niemals an Intensität verliert und ein unzertrennliches Band knüpft. Allerdings – sind wir ehrlich – geht doch irgendwie jeder davon aus, dass genau dies der Fall sein wird, sobald man das kleine neue Menschlein im Arm hält.

Als mir Babykeks in den Arm gelegt wurde, meine ich mich zu erinnern, dass ich einfach nur erleichtert war, dass die Geburt endlich geschafft war. Ein wenig Ratlosigkeit, was ich jetzt mit diesem zerbrechlichen Baby auf meiner Brust anstellen sollte, war zugegebenermaßen auch dabei. Aber keine Sorge, das ist nur der erste Schreck gewesen über die absolute Unveränderlichkeit, die dein Leben gerade aus der gewohnten Bahn wirft und sich überdeutlich in deinem Bewusstsein manifestiert.  Nach dem besagten ersten Schrecken verfiel ich dann in vollkommene Verzückung. Da war also endlich der kleine Krümel, der neun Monate in mir gelebt hatte, und auf den ich mich so gefreut hatte.

Aber auch nach einigen Tagen hatte ich dieses allumfassende „Wow-Erlebnis“, von dem so viele Mamis in den Foren erzählt hatten, nicht und an mir nagte mein schlechtes Gewissen, weshalb ich nicht trunken vor Glück durch mein Leben schwebe. Es dauerte einige Wochen, bis mir bewusst wurde, dass das Gefühl, auf das ich warte, bereits Monate zuvor in mir gewachsen war und Babykeks so sehr Teil von mir wurde, dass ich wahrscheinlich erst durch seine Verlust spüren würde, wie sehr ich ihn mittlerweile brauche – so ähnlich wie, als würde man sein Augenlicht verlieren… Es ist eine fast schon erschreckende Erkenntnis gewesen, wie allumfassend meine Liebe zu meinem Baby bereits schon vor seiner Geburt war.

Aber hin und wieder trifft mich dann doch eine Welle der Liebe, die mir wie ein Kribbeln durch den Bauch fährt. Gerade neulich stand ich in der Küche und räumte auf, als ich das niedliche Patschen zwei kleiner Hände auf mich zukommen hörte. Ich war so glücklich, als mir bewusst wurde, dass Babykeks nicht länger alleine spielen wollte, sondern bei seiner Mama sein wollte, dass ich doch tatsächlich kurz feuchte Augen bekam. Unglaublich, aber wahr! Zum aller ersten Mal war Babykeks in der Lage, seinen Gefühle für mich Ausdruck zu verleihen und mir zu zeigen, dass er in meiner Nähe sein möchte. Das ist vergleichbar mit dem ersten ernst gemeinten: Ich liebe dich!

                     

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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  • Unser Babykeks ist wohl ein echter Herzensbrecher… Auch mir (der noch kinderlosen Patentante in spe 😉 ) kamen schon unzählige Male die Tränen vor Verzückung darüber, dass unser Krümel mittlerweile versteht wie lieb wir ihn haben. Noch fehlen ihm selbstverständlich die Worte… aber es ist unbeschreiblich schön, wenn dieses kleine Wesen sich mit seinem Köpfchen an einen schmiegt und darauf wartet geknuddelt zu werden. Da geht nicht nur der Mama das Herz auf… 🙂 Kaum vorstellbar wie sich dieses Gefühl bei den eigenen Kindern später noch steigern soll,wenn der Neffe einen schon so zu Freudentränen rührt… Blut ist eben doch dicker als Wasser. 🙂

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