Nachdem wir im alten Jahr bereits sehr schöne Familienausflüge hatten – dank unserer wieder neu entdeckten Spontanität –, haben wir gleich in der zweiten Woche des neuen Jahres beschlossen, diesen Kurs weiterzufahren und fuhren in einen kurzen Spontanurlaub. Mein Mann hatte bereits vor Monaten einen drei tägigen Urlaub in einem Wellnesshotel im Schwarzwald im Internet erstanden und so entschieden wir uns dienstags, dass wir mittwochs hinfahren werden. Reservierung wurde bestätigt, es konnte also losgehen!

Die Fahrt war, trotz damals noch hoch liegenden Schnees, schnell und problemlos gewesen und wir freuten uns ungemein auf die Ruhe und ganz besonders auf den Wellnessbereich des Hotels. Dort angekommen wurden wir nicht gerade freundlich empfangen und ohne das Gläschen Sekt beim Empfang (wie in der Ausschreibung versprochen) auf unser Zimmer geschickt. Naja egal, wir waren ja im Urlaub und wir hätten auch was sagen können.  Das Essen war einfach nur lecker und vor allem überaus reichlich. Fünf exquisite Gänge warteten jeden Abend auf uns und morgens ein gutes Frühstücksbuffet. Doch leider lief unser erstes Abendessen nicht ganz so toll. Obgleich unser Babykeks mittlerweile begeistert vom Tisch mitisst, war er an diesem Abend extrem quengelig, was dazu führte, dass immer einer von uns durch den riesigen Speisesaal mit ihm tigerte, während der Andere rasch seinen Gang aß, um dann abzulösen. Fünf Gänge finden Kleinkinder eben weniger spannend als ihre Eltern… Ein dickes Lob an das tolle Restaurant-Personal, das wirklich sehr zuvorkommend war, und auch die übrigen Gäste fanden Babykeks immer nur putzig und störten sich überhaupt nicht daran, wenn er mal kurz laut wurde oder etwas Aerodynamik testete bzw. die Schwerkraft auszutricksen versuchte.

Da Babykeks gegen Ende sehr unruhig war und wir ihn nicht mit Unterhaltungen oder hellem Licht wecken wollten, gingen wir an diesem Abend tatsächlich mit unserem Kleinen im Zimmer um halb neun schlafen. Obgleich sich am Morgen darauf herausstellte, dass er zwei neue Zähnchen bekommen hatte (was so einiges erklärt im Restaurant), schlief er bis um halb acht und wir konnten unser Glück kaum fassen, tatsächlich erholt aufzuwachen. So viele Stunden Schlaf am Stück war einfach unglaublich gut!

Nach dem leckeren Frühstück hieß es für uns Eltern dann erst einmal Wellnessbehandlung. Wir freuten uns tierisch auf die anstehende Massage und legten die Termine so, dass immer einer auf Babykeks achtete, während der Andere verwöhnt wurde. Nur schade, dass das Verwöhnen gerade Mal zwanzig lausige Minuten dauerte und die Dame mich mit den Worten verabschiedete: „Gegen diese Verspannungen sollten sie aber wirklich mal was unternehmen.“ Das baut doch auf, oder? Nun ja, es gibt Schlimmeres, also packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf in Richtung Hotelschwimmbecken. Im Wellnessbereich war nichts los, was mein schlechtes Gewissen beruhigte, dort mit einem Kleinkind aufzutauchen. Allerdings stellte sich sehr schnell heraus, warum dort niemand war. Die Temperatur im Schwimmbecken hatte nämlich super arktische siebzehn Grad. Obwohl ich wirklich enttäuscht war – schließlich hatten wir geplant nur faul im Wellnessbereich herumzulungern während unseres Aufenthalts –, entschieden wir uns dazu, eben das Beste aus der Situation zu machen und packten uns in sehr warme Spaziergangs-Kleidung.

Als fleißiger Quinny-Caster hatten wir natürlich den Zapp Xtra dabei und wickelten Babykeks trotz Fußsacks noch zusätzlich in eine warme Decke ein, bevor wir uns aufmachten, den Ort zu erkunden.  Das gestaltete sich allerdings um einiges schwieriger als erwartet. Der Quinny hatte trotz Lagerung im Kofferraum eine Eisschicht, und der Schnee an den Straßenseiten war zum Teil höher als mein Zwei-Meter-Ehemann und die freigeräumten Pfade auf den Gehwegen waren gerade mal so breit genug für den Quinny und manchmal mussten wir ihn sogar samt Baby darin anheben und tragen, weil nichts mehr ging. Nur gut, dass der Buggy so leicht und gut zu manövrieren ist. Babykeks hat das alles natürlich super gefallen und er war total aus dem Häuschen, als wir auch noch zufällig Zeugen einer Hochzeit wurden, deren Bräutigam wohl Feuerwehrmann war und mit zwei Löschzügen, samt Sirenen und Lichter im Leben als Ehemann begrüßt wurde. Nach unserem Spaziergang waren wir natürlich fix und alle, und Babykeks tollte voller Energie im Hotelzimmer umher. Am genialsten fand er die Tatsache, dass er alleine den Quinny schieben durfte, während wir ihm ausgepowert zusahen und es uns faul auf dem Bett bequem gemacht hatten.  Es hat ihm sehr gut gefallen non-stop bei Mama und Papa zu sein, vorgelesen zu bekommen und ständig zu kuscheln und sogar bei uns schlafen zu dürfen.

Zwar hatten wir Eltern uns in unserem Wellnessurlaub einiges mehr an Wellness gewünscht und müssen gestehen, dass wir schon etwas enttäuscht waren, aber dennoch erholten wir uns ein wenig vom Alltagsstress. Die Rückfahrt war dementsprechend deprimierend, denn ich hatte begonnen, die Zeit ohne Arbeitszimmer, Haushalt, Telefone und Internet tatsächlich zu genießen und natürlich die Tatsache mit 5-Gänge-Menü im Bauch ins Bett zu gehen, ohne einen Berg Abwasch zu hinterlassen… 🙂

Ein bisschen mulmig wird es mir jedoch, wenn ich an den „Hoffentlich-Sommerurlaub“ denke. Wir hatten nur einen Koffer dabei, den kleinen Quinny ZappXtra Buggy und dann noch alle Dinge, die man so für seinen Babykeks braucht: eine riesige Tasche mit Spielzeug, eine Klapp-Box mit kindgerechtem Essen – man weiß ja nie! Unser C4 war so etwas von überladen. Keine Ahnung, wie wir für zwei Wochen Sommerurlaub packen sollen, wenn unser armes Auto schon für drei Tage völlig überlastet ist. Tja, ich werde es euch auf jeden Fall wissen lassen, wenn es dann soweit ist…  Ich werde mich da wohl bei Gelegenheit mal durch diverse „Urlaub-mit-Baby-Foren“ kämpfen müssen.

                              

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Diesen Sommer verbrachte ich meinen Urlaub im Basler Hof im Schwarzwald. Abolute Spitzenklasse – hier wird einem alles geboten. Von einem fantastischen Welnessbereich bis hin zu geplanten Tagestouren & vielem mehr. Ich kann es nur weiter empfehlen!

    • Danke Claudia für deinen netten Tipp.
      Ich glaube, gerade für Familien die keine langen Autofahrten auf ich nehmen möchten/Können, ist der Schwarzwald (und die Kinderfreundlichen Hotels) eine super Idee!!!

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