Babykeks

Archiv -Juli 2011

Babykeks‘ Fluchtauto

Rike_pixelio.de

Wie ihr ja bereits wisst, hat Babykeks großes Interesse an unserem Badezimmer und lässt keine Gelegenheit verstreichen, bei der er diesen, für ihn ungewöhnlichen Raum erkunden kann.  Die Tür zum Bad ist stets geschlossen, denn unbeaufsichtigt kann das Bad für jedes Kind eine Todesfalle sein. Doch weil Mama nicht ständig Wäsche macht, zur Toilette geht oder sich hübsch machen möchte, entwickelte Babykeks seinen eigenen Plan, in das heiß begehrte Zimmer zu gelangen.

Während ich in der Küche war, fuhr mein Söhnchen mit seinem BobbyCar durch unseren langen Flur auf und ab. Irgendwann fiel mir auf, dass ich das Geräusch der Räder auf dem Laminat nicht mehr hörte und steckte meinen Kopf  zur Tür hinaus.

Babykeks ist ja stets für eine Überraschung gut, aber dieses Mal stockte es mir den Atem. Er stand wackelig AUF seinem BobbyCar, drückte die Türklinke zum Badezimmer runter und ich sah nur noch, wie seine Füße vom BobbyCar glitten, als die Tür sich öffnete und mein Söhnchen ins Bad schwang. Ich hastete über das Türgitter und raste zum Bad, wo Babykeks mit vor Anstrengung verzerrtem Gesicht noch immer an der Türklinke hing. Er schnaufte erleichtert auf, als ich ihn herunternahm und ignorierte meine Standpauke vollkommen. Stattdessen stieg er wieder auf sein BobbyCar und schien ziemlich unzufrieden, dass sein Plan nicht aufgegangen war. Noch bevor mein Herzschlag sich wieder einigermaßen normalisiert hatte, war Babykeks in seinem Fluchtauto auch schon wieder davon gebraust.

 

 

Bildquelle: Rike  / pixelio.de

Neues von den Kraulquappen

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Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mich kurz nach Veröffentlichung meines Artikels „Böse Kraulquappen“ Herr Reiner Cherek (der Entwickler der „Kraulquappen®“ ) via Mail kontaktierte. Seine Mail machte sofort deutlich, wie erbost er über die Testergebnisse seines Produktes war, und er schickte im Anhang eine sechsseitige Erklärung mit, in der er gegen die Aussagen von „test“ vorgeht.

Da ich „test“ grundsätzlich mehr Vertrauen entgegenbringe als (ganz allgemein) den Produktherstellern, die durch diese Ergebnisse meist finanziellen Schaden nehmen, habe ich den Text zwar gänzlich gelesen und mir meine Gedanken gemacht, jedoch beschlossen, auf die erwähnte Gegendarstellung seitens Chereks zu warten, bis und ob ich die Sache nochmals in einem meiner Artikel aufgreife. Heute kam dann in gewohnt barscher Weise die Mail mit besagter Gegendarstellung: (die ausführliche Gegendarstellung findet man als Pdf Download unter www.cherek.de )

Hier ungekürzt aus der Mail an mich widergegeben:

Gegendarstellung zum Testbericht „Cherek´s Kraulquappen“

Die Stiftung Warentest hat zur Prüfung von Schwimmhilfen neben der dafür zuständigen Norm DIN EN 13138 Teile einer weiteren Norm DIN EN 71 hinzugezogen, obwohl dies in der DIN EN 13138 ausdrücklich nicht vorgesehen ist.

Die Ventilstöpsel von Cherek´s Kraulquappen sind mit großer Gewalt (mit 90 Newton) herausgerissen worden, das ist eine Kraft, um 9 kg mit einem Arm anzuheben. Welches Kind ist dazu in der Lage? Es besteht folglich keine Gefahr, dass sich Kinder an abgerissenen Kleinteilen (Stöpseln) verschlucken.

Auf Cherek´s Kraulquappen fehlt ein Aufdruck, wo sie beurteilt worden sind. Ein bürokratischer Akt.

Eine erneute Schadstoffuntersuchung hat ergeben, dass das schädliche DEHP nicht mit 0,2 %, sondern mit 0,02% nachgewiesen wurde, also in einer völlig unbedenklichen Menge. (Erlaubt sind 0,1%).

Die Stiftung Warentest versucht den Eindruck zu erwecken, dass Cherek´s Kraulquappen die Benutzer schädigen. Dabei ist in verschiedenen Berechnungen nachgewiesen worden, dass nicht die Höhe der Chemikalien für eine Schädigung verantwortlich sind, sondern wie viel der Haut des Kindes, bei welchem Druck und wie lange mit dem PVC in Berührung kommt. Bei den dünnen Ärmchen, dem geringen Gewicht im Wasser und einer Benutzungszeit von etwa 20 Minuten in der Woche ist die Benutzung völlig ungefährlich. (Diese Untersuchungen, u.a. von Prof. Dr. Bursch, sind auf der Seite www.cherek.de nachzulesen).

Die runde Form der Kraulquappen sind ja das Besondere dieser Oberarmauftriebshilfe. Dadurch verschlucken sich die Kinder kaum, können sich frei bewegen und fühlen sich sicher.

Mein Blog spiegelt einzig und alleine meine Meinung wieder. Ich freue mich, wenn ich mit meinen Artikeln Lesern helfen oder sie belustigen kann, aber ich möchte keinesfalls den Eindruck erwecken, in irgendeiner Weise jemanden meine Sicht der Dinge oder der Herangehensweise aufdrängen zu wollen.

Diese Gegendarstellung hat mich nachdenklich gemacht. Herr Reiner Cherek hat in seiner ersten Mail an mich den Testbericht von „test“ als „reißerisch“ bezeichnet. Ich glaube nicht, dass „test“ einzelnen Personen gezielt schaden möchte, aber was abgedruckt wurde, erscheint völlig anders als das, was in der Gegendarstellung genannt wurde. Wir Eltern haben kaum eine Möglichkeit unser wertvollstes Gut – unsere Kinder – anders zu schützen, als mit dem Wissen aus solchen Testinstituten, und doch scheinen sie sich auch hin und wieder zu irren oder missverständlich auszudrücken.

Cherek ist kein mega Konzern, der skrupellos profitorientiert erscheint. Ich habe mich durch die Internetseite geklickt und vor meinem inneren Auge erschien viel mehr eine Art Familienbetrieb-Bild. Herr Cherek hat einen vertrauenserweckenden Werdegang und erschien mir so, als wäre er sogar sehr interessiert am Wohl unserer Kinder.

Etwas Gutes hat diese Sache für uns Verbraucher auf jeden Fall, denn auch die Kraulquappen-Schwimmhilfen werden nun sicherlich noch mehr auf Herz und Nieren geprüft und somit verbessert werden. Das Konzept, das hinter dem Produkt Kraulquappe steckt, ist nach wie vor richtig Klasse. Wenn nun auch sämtliche Auflagen – ob nun rein bürokratischer Natur oder eben doch Schadstoffe betreffend – verbessert werden, kommt das unseren kleinen Schwimmern sehr zu Gute. Ich warte auf die verbesserten Kraulquappen, die sicherlich frei von schädlichen Stoffen sein werden (denn alles andere wäre beruflicher Selbstmord für Cherek).

Diese ganze Sache hat mich sehr nachdenklich gemacht, denn die Kraulquappen sind eben nur ein kleines Beispiel für das, was generell ein großes Problem der heutigen Gesellschaft ist. Ich persönlich hoffe sehr, dass dieser Testbericht der Firma Cherek und dem Produkt Kraulquappen nicht den Todesstoß versetzen wird. Dennoch ist es gut zu wissen, dass es noch Betriebe gibt, die derart von ihrem Produkt und ihren Zielen überzeugt sind, dass sie ihr gesamtes Herzblut und ihre Freizeit darauf verwenden, selbst einen kleinen privaten Blog wie der meine, von der Richtigkeit und den guten Absichten für ihre – in diesem Fall –„Kraulquappen“  zu überzeugen.