Durch den unglücklichen Zustand, dass meine Schwiegermama einen üblen Bandscheibenvorfall hatte, haben wir ihren

Garten „geerbt“.

Im Internet kauften wir einen schönen großen Sandkasten, ein Pavillon als Schattenspender und noch eine Menge anderer Dinge, mit denen wir unseren Garten in ein Kinderparadies verwandeln wollten. Weitere drei Wochen später hatte ich schöne Blumenbeete angelegt, einige Sichtschutz-Büsche gepflanzt, Beetumrandungen gelegt und den Weg zwischen Spiel- & Erholungsseite ordentlich von Unkraut befreit, und wir rühmten uns das erste Mal Gartenbesitzer.

Mein Mann hasst Gartenarbeit, aber ihn rufe ich auch wirklich nur dann, wenn etwas zu schwer ist, als dass es von mir getragen werden kann, oder etwas zu hoch oben ist, als dass ich selbst es erreiche. Als der Sandkasten (den Papa allerdings freudig zusammengebaut hatte) zur Hälfte mit Sand aufgefüllt war, füllte ich die andere Hälfte mit Sandspielsachen auf und setzte Babykeks in die Mitte. Das fand er natürlich Spitzenklasse. Dumm nur, dass das Wetter leider nicht wirklich mitspiele und der Sommer auf sich warten ließ. Mehrere Wochen nutzen Babykeks und ich den Garten mit warmer Kleidung und Tee in der Thermoskanne am Vormittag als Frischlufttank und hatten unseren Spaß. Jedes Unkrautpflänzchen, das sich traute, durch die Oberfläche zu brechen, wurde von mir gnadenlos samt Wurzel entfernt… dachte ich…

Das Wetter wurde immer übler und dann traten wir in der Zwischenzeit auch unseren lang ersehnten Urlaub an. Als wir zurückkamen, wurde uns von den unablässigen Regenschauern und der Kälte berichtet, die wütete, als wir fort waren. Etwa eine Woche nach unserer Rückkehr machten sich Babykeks und ich auf zu unserem Garten. Doch als wir davor standen, wäre ich beinahe in Tränen ausgebrochen. Die Rasenseite hat das Wetter ganz gut weggesteckt, doch die Spielseite erlitt einen Kollateralschaden. Ich sah nicht einen Quadratmeter Rindenmulch mehr um den Sandkasten herum, sondern nur noch Unkraut und Brennnesseln, die höher gewachsen waren, als mein Söhnchen groß war. Sich einen Weg durch den frisch gewucherten Urwald Richtung Sandkasten zu schlagen, schien ein Ding der Unmöglichkeit.

Unsere wirklich unglaublich lieben Gartennachbarn ermutigten uns es dennoch zu wagen, und während Babykeks zwischen dem wildernden Grün verschwand, saß ich deprimiert auf meiner Liege und versuchte mich zu motivieren, dies alles wieder in einen annehmbaren Gartenzustand zu bringen.

Dies alles liegt nun auch schon wieder ein paar Wochen zurück und obgleich es in der Zwischenzeit einige richtig tolle Sommertage gab, haben wir es nicht geschafft, unserem Garten einen weiteren Besuch abzustatten. Ich wünschte, wir hätten Zeit und Wetter für ein Einweihungsgrillen etc., aber irgendwie scheint das Glück uns diesmal nicht hold zu sein. Zu allem Übel steht nun auch noch die Entscheidung aus, ob die gesamte Gartengemeinschaft ihre Gärten behalten darf, denn die Eigentümer überlegen, auf dem Grundstück lieber Garagen zu bauen. Wirklich sehr schade und enttäuschend und wir stehen nun vor der Entscheidung: Lohnt es sich überhaupt, noch so viel Arbeit und Geld in den Garten zu investieren, wenn der Sommer fast schon vorbei ist und wir nächsten Sommer vielleicht kein Nutzungsrecht mehr haben…

Ich wünschte sehr, wir könnten Babykeks hier mitten in der Stadt ein kleines, grünes Spielparadies errichten, doch wie es scheint,  soll dieser Wunsch sich leider nicht erfüllen…

                        

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Oh man, das wäre ja wirklich schade, wenn Ihr den Garten aufgeben müsstet! Ich drücke Euch mal die Daumen, dass es sich der Eigentümer doch noch anders überlegt und Ihr nächstes Jahr nochmal mit dem Spielparadies für den Kleinen starten könnt!!! LG

    • Danke das ist lieb von dir.
      Hoffentlich klappts – dieses Jahr hatten wir so gut wie nichts von unserem Garten…
      Wenn es ihn nächstes Jahr noch gibt, dann bauen unsere Jungs endlich mal zusammenen (wie schon dieses Jahr geplant) eine Sandburg… 😉

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