Ich kenne keine (Ex-)Schwangere in meinem Bekanntenkreis, die nicht überempfindlich auf Gerüche reagiert (hat). Es war regelrecht störend, was ich damals alles als ekelerregend empfunden habe. Ich war noch nie ein Fan von Kaffee, aber in der Schwangerschaft war mir der Geruch derart zuwider, dass ich mich sogar übergeben musste, wenn er sich in meine Nase verirrte. Auf Rang zwei und drei der schrecklichsten Gerüche rangierten Zigarettenrauch und Schweiß. Ich hatte den Eindruck, als hätte sich mein Geruchssinn verzehnfacht und plötzlich nahm ich so viele Gerüche wahr, dass ich manchmal sogar die Fenster beim Lüften schnell wieder schloss, weil der Rauch des Nachbarn bei mir hinein zog oder gerade jemand Zwiebeln anbriet.

Seltsamerweise war das Ekelgefühl nicht immer gleich stark. An manchen Tagen wollte ich beispielsweise unbedingt ein Glas Tomatensaft trinken und am nächsten habe ich mich fast übergeben, als ich den Tetra Pak aufdrehte und mir die erste Duftnote entgegenwehte. Auch sonst angenehme Gerüche, wie Parfüm, empfand ich zeitweilen als absolut unerträglich. Mein armer Mann hatte schon seine Last mit mir. Ich hatte völlig widersprüchliche Verhaltensweisen deswegen angenommen. Ich wollte unbedingt Fleisch essen, es aber keinesfalls selbst anbraten müssen, denn der Geruch des Anbratens verdarb mir wiederum den Appetit.

Die gute Nachricht ist, dass diese seltsame Geruchsverirrung sofort nach Babykeks‘ Geburt endete. Dieses Phänomen wird häufig in Mütter-Gruppen diskutiert und ich glaube, jeder kennt dieses allgemeine „Schwangerschafts-Klischee“. Aber was genau steckt eigentlich dahinter?

Die Uniklinik Dresden hat in einer Studie definitiv festgestellt, dass Schwangere keinen „besseren“ Geruchssinn besitzen als Nicht-Schwangere. Allerdings glaubt das wahrscheinlich keine Frau, die diesen Geruchsterror jemals hatte ertragen müssen. Was passiert da im Körper der werdenden Mama, dass sich das Riechen derart verschärft und sogar Ekelgefühl und Übelkeit auslöst, was „wir“ als sehr reale Empfindung wahrnehmen.

Es liegt an dem Hormon mit der Bezeichnung „beta-HCG“! Dieses Hormon ist schuld, dass der Geruchsreiz im Gehirn plötzlich anders wahrgenommen wird.

Es gibt so viele Stoffe, die dem ungeborenen Kind schaden würden, wie z.B. die Klassiker Kaffee und Nikotin, aber auch einige Nahrungsmittel, und durch diese extreme Reizverarbeitung warnt der Körper ganz instinktiv davor, was die Mutter zu sich nehmen darf und wovon sie sich und ihr Baby fern halten sollte.

Eigentlich ist das von der Natur eine richtig super Sache, aber wenn man es erlebt, ist es gar nicht mehr so toll. Sehen wir Mamis die Sache einfach positiv: Wir würden sowieso alles tun, um unser Kleines zu schützen, und wenn unserem Körper eben nur diese extreme Art der Warnung zur Verfügung steht, dann nehmen wir auch diese gerne an.

Einen kleinen Rat möchte ich euch Geplagten jedoch mitgeben. Niemand, der nicht mit euch verwandt oder befreundet ist, wird Rücksicht auf diese Situation nehmen, aber dennoch solltet ihr versuchen, Rücksicht zu nehmen, denn eine Sache ist mir jetzt noch peinlich. Mein Liebster und ich standen in einer Schlange an der Kasse und der Mann vor mir stank brechreizauslösend nach Schweiß. Ich reagierte (ungewollt) so heftig auf ihn (Hand vor Nase und Würgen), dass es niemanden entging und nicht nur der Stinker, sondern auch mein Liebster war sehr peinlich berührt, dass ich mich nicht zurückhalten konnte, mein Unverständnis für diesen Körpergeruch dann etwas zu laut geflüstert zum Ausdruck zu bringen. Im Nachhinein ist mir schon klar, dass niemand gerne streng riecht und der Sommer manchmal unbarmherzig sein kann… aber in diesem Moment empfand ich das einfach nur als unzumutbar! Seid stark – es geht vorbei 😉

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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