Ein weiteres (für uns) großes Ereignis liegt hinter uns Mama und Papa. Zwei Wochen vor seinem zweiten Geburtstag hat unser Söhnchen das allererste Mal „auswärts“ geschlafen. Oma und Opa sahen der Sache entspannter entgegen als wir. Darum wählten wir einen Freitag aus, an dem wir brav zu Hause bleiben würden, sodass wir jederzeit unseren Babykeks abholen könnten, sollte er sich in der Situation unwohl fühlen.

Ich bereitete meinen Kleinen bereits ab Mittwoch darauf vor, dass er freitags bei Oma und Opa übernachten würde und erklärte ihm, wie das dann so sein würde. Er nickte stets nur und meinte leichthin dazu: „Oma Opa schlaft – heia macht – wird schön sein – ist gut“. Den Tag, an dem es dann soweit war, wollte ich langsam angehen lassen, sodass Babykeks so wenig wie möglich aus der Reihe erlebt, damit er das Neue am Abend besser verarbeiten würde. Aber wie das nun mal so ist mit Elternplänen, geschah einfach alles genau anders als erhofft und plötzlich war es 19 Uhr und meine Eltern standen in unserem Wohnzimmer und holten ihren Enkel freudig strahlend ab.

Ich zerrte Babykeks‘ Kinderkoffer vom Schrank und erlaubte ihm, alles an Spielsachen mitzunehmen, was er möchte. Tja, im Nachhinein war das wohl eine unglückliche Wortwahl – man sollte es nach zwei Jahren Erfahrung besser wissen, aber Babykeks überraschte uns damit, dass er völlig begeistert zuließ, alle nötigen Kleidungsstücke zuerst einzupacken, mich danach sogar noch darauf hinwies, dass ich seine Zahnpasta vergessen hatte, und anschließend den noch recht wenigen Platz im Elefantenkoffer mit gut ausgewähltem Spielzeug füllte und sich sogar ohne großes Theater seine Schuhe, Jacke und Mütze anziehen ließ.

Mein Mutterherz blutete, mein Mann sah auch nicht besonders glücklich aus, nur Babykeks strahlte über alle Backen, winkte uns kurz zum Abschied und verschwand dann ohne großes Aufsehen mit Oma und Opa in die Dunkelheit der Nacht (naja, ein wenig theatralisch darf man da als Mama schon werden).

Da wir ausgemachte hatten, dass diese ganze Sache ein Probelauf war, für zukünftige Kinobesuche, Geburtstagspartys etc., hatten mein Mann und ich beschlossen, dieses Mal noch zu Hause zu bleiben, um im Notfall unser Söhnchen sofort zu uns zurückholen zu können. Da wir eine sehr harte Woche samt Umzug hinter uns hatten, beschlossen wir, um kurz vor zehn ins Bett zu gehen, um endlich mal LANG schlafen zu können. Sämtliche Handys und Telefone  lagen neben uns auf dem Nachttisch, als wir überraschend unbekümmert kurz darauf einschliefen.

Ich wachte pünktlich zu Babykeks‘ üblichen Aufwachzeit auf (kurz nach 6) und ärgerte mich natürlich über diese doofe innere Uhr. Allerdings meinte es mein müder Körper gut mit mir und ich schlief nochmal bis um 9 Uhr. Ein tolles Gefühl nach so unglaublich langer Zeit, mal wieder „ausschlafen“ zu können. Mein Mann und ich frühstückten in ungewohnter Stille, sahen dabei sogar TV (was wir seit Babykeks‘ Geburt nicht mehr getan hatten) und hatten dabei ein weniger schlechtes Gewissen, als ich angenommen hatte.

Um 11 Uhr holten wir dann unser Söhnchen wieder ab. Er war von dieser ganzen „Über-Nacht-Trennung“ völlig unberührt und begrüßte uns schlicht wie immer. Er hatte sich problemlos ins Bett bringen lassen, durchgeschlafen, ohne Zicken gefrühstückt und spielte nun freudig mit Opa. Ein wenig überrascht war ich zugegebenermaßen schon, dass es ihm derart wenig ausmachte, von uns getrennt zu sein, denn wir hatten nur unser Söhnchen im Kopf, während er weg war. Tja, so ist das nun mal, wenn man Eltern ist. Eine gute Sache hat es natürlich: Wir können jetzt völlig beruhigt sein, endlich mal wieder richtig „aus-gehen“ zu können, denn wir wissen, dass es absolut ok für ihn ist, auch mal bei Oma und Opa zu schlafen. Wenn ich es demnächst mal wieder übers Herz bringe, ihn „wegzugeben“, kann ich das sicherlich mehr genießen als jetzt beim ersten Mal.

Wird doch so sein – oder???

Wie ist das bei euch Lesern? War es für euch leicht oder schwer, euer Kind das erste Mal über Nacht nicht bei euch zu haben. Bin schon sehr gespannt über eure Erfahrungen…

 

                                 

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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