Vor zwei Jahren geschah das größte Ereignis in meinem bisherigen Leben. Ich wurde Mutter. Ich hatte mich gut darauf vorbereitet und wog mich in Sicherheit auf alles gefasst zu sein, aber wie das so ist mit Plänen, hören sie sich in der Theorie gut an und die Praxis verläuft meist ganz anders, als man dachte.

Vor zwei Jahren habe ich mich völlig verändert. Mein Lebensstil, viele meiner Ansichten, mein Freundeskreis, meine Arbeitseinstellung, meine Prioritäten, meine Hobbys, meine Ehe, meine Wünsche und Träume. Diese Veränderungen kamen schleichend und alle haben sie denselben Grund: mein Sohn.

Nach diesen Zwei Jahren sehe ich diese Veränderungen an mir sehr positiv. Ich bin erwachsen geworden und fühle mich sehr sicher, gerade was die Erziehung und das „Vorleben“ angeht. All die Dinge wie z.B. Freundschaften oder Hobbys, die auf der Strecke blieben, vermisse ich nicht mehr. Ich erinnere mich hin und wieder gerne zurück an Personen, mit denen ich meine Freizeit verbracht habe, als ich noch nicht Mutter war, aber wenn ich sie heute wieder treffe und sehe, dass deren Leben sich in keiner Weise verändert hat und sie immer noch jedes Wochenende auf der Suche nach dem oder der Richtigen viel Geld und Zeit ausgeben, danke ich Gott, meinen Anker im Leben bereits gefunden zu haben und mit ihm einen wundervollen Sohn groß ziehen zu können.

Ich habe mir neue Hobbys gesucht, die zu meinem heutigen Ich passen und mir und Babykeks zeitlich nicht im Weg stehen. Ich habe neue Freundschaften geknüpft, deren Personen mir wichtig sind und denen ich – so wie ich jetzt bin – wichtig bin. Ich setzte mich auf der Arbeit nicht mehr unter Druck und bin zufrieden in der Art, wie mein Unterricht und die Vorbereitung dafür derzeit aussehen. Und obwohl mein Mann und ich nur noch wenig und sehr kostbare Zeit für uns Zwei alleine haben und Stress und Zeitmangel unsere Beziehung zum ersten Mal, seit wir uns kennen, belasten, sind wir noch enger zusammen geschmolzen und respektieren und schätzen uns nun umso mehr!

Bevor man ein Kind bekommt, ist man schlichtweg nicht in der Lage zu begreifen, dass dieses kleine Wesen absolut jeden noch so kleinen Teil des eigenen Lebens auf die eine oder andere Art beeinflussen wird. Zu Anfangs empfand ich dies als sehr beängstigend, doch man wächst mit seinen Aufgaben, und ich habe das Glück, dass sich für mich alles zum Positiven gewendet hat.

Ganz am Anfang war ich noch wütend über das Unverständnis mancher Leute in unserem Bekanntenkreis, aber das waren nur Personen die noch auf der „Suche“ sind und die nicht die geringste Vorstellung davon haben, wie es ist, Elternteil zu sein. Es kostet mich heute noch Überwindung, eben diesen Leuten nicht mal gehörig die Meinung zu sagen, über all die unüberlegten Äußerungen, die mich verletzen und die im Grunde nur zeigen, wie ahnungslos sie doch noch sind. Aber wer weiß, vielleicht bekommen sie auch mal Kinder und werden es dann selbst erfahren.

Ich würde es ihnen wünschen, denn neben diesen negativen Kleinigkeiten ist es kaum aufzuzählen, wie erfüllend so ein kleines Menschlein sein kann. Es zeigt dir, wo genau dein Platz im Leben ist, und gibt dir die unglaubliche Möglichkeit, noch mal ganz von vorne anzufangen und ein neues (weiseres) Ich zu entwickeln. Plötzlich überdenke ich mein Handeln ganz genau, denn ein kleiner Junge beobachtet mich mit Argus Augen, findet alles, was ich tue, einfach nur super und wird durch mein Vorleben und meine Entscheidungen später zu einem  Mann heranwachsen, der hoffentlich genauso wunderbar wie sein Vater sein wird.

Dafür bin ich Babykeks unglaublich dankbar.

                     

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

1 KommentarHinterlasse einen Kommentar

  • Huhu meine Liebe, ich bin ja bisher nicht so recht dazu gekommen, nachzulesen, was ich im Urlaub verpasst habe. Aber jetzt! Und diesen Artikel hier wollte ich unbedingt noch so unterschreiben. Sehr schön geschrieben. Dem ist nix mehr hinzuzufügen 🙂

    Alles Liebe
    Sandra

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