Bevor es Babykeks in unserem Leben gab, war die Wohnung immer tadellos aufgeräumt, ich ernährte meinen Liebsten und mich gesund und regelmäßig, ich war ausgeglichen, hatte wirklich viele Hobbies und wollte Mutter werden. Dann war mein Baby endlich da und in meine Wohnung dürfen nun nur noch engste Freunde und Verwandte, alle anderen müssen sich vorher ankündigen, ich ernähre Babykeks gesund und esse selbst, wann immer ich Zeit habe und eher nicht so gesund, bin ein wenig überlastet, habe noch ganze zwei Hobbies (Babykeks und Bloggen) und  (Achtung: das Wichtigste!) bin glücklich, Mutter zu sein.

Mit den Veränderungen kann ich gut leben, aber manchmal muss ich mich bremsen, den früheren Kontroll-Freak in mir zurückzuhalten. Gerade kürzlich spielten Babykeks und ich mit Knete. Das finden wir beide gleichermaßen gut, nur dass unsere Art, mit der Knete umzugehen, ein wenig differiert. Während ich darauf bedacht bin, alles schön sauber zu verarbeiten, matscht mein Zweijähriger verständlicherweise lieber herum. Es fällt mir beängstigend schwer, ihn zwei (nicht zusammenpassende) Knetfarben vermischen zu lassen. Ich schließe alle Deckel sofort wieder, damit die Masse nicht austrocknet, und ich mag es nicht, wenn die Knetfarbe nicht mit der Deckelfarbe übereinstimmt beim Aufräumen.

Eigentlich sollte mir das alles gar nichts ausmachen, denn Knete kostet nicht die Welt und Babykeks hat doch so großen Spaß. Vielleicht hat sich jedoch mein kleiner, in Pension geschickter „Kontroll-Freak-Teil“ diese eine Sache hart erkämpft und versucht, hier seine Hochburg aufzubauen. Ich weiß es nicht – ich wundere mich nur gelegentlich über mich selbst.

Da türmt sich das Geschirr von drei Tagen in der Küche und ich muss mich zurückhalten, wenn mein Kleiner Braun mit Rosa mischt!!! Arghhghgh! Jedenfalls arbeite ich an diesem Gedanken und bin auch sehr stolz, dass ich diesen noch niemals laut vor Babykeks ausgesprochen habe, denn geben wir es zu – so ganz „un-peinlich“ ist das ja nicht. Ich bin völlig relaxed im Umgang mit all dieser „Jetzt lebt auch ein Kind in diesem Haushalt“-Geschichte und habe meinen Stress verringert, indem ich nicht immer alles sofort aufräume und putze (wie früher) und dann habe ich so ein Ordnungs-Bedürfnis in Sachen Knete. Schon eigenartig. Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen, beim nächsten Knet-Abenteuer alles schonungslos mitzumachen, ganz egal, ob das die Farben oder sogar das Material ruiniert. Ich kaufe einfach schon mal neue Knete – damit kann ich mein Gewissen dann ruhig stellen 🙂

Helft mir – ihr lieben Leser –, mich ein bisschen besser mit dieser Kontroll-Freak-Sache zu fühlen, und traut euch auch. Schreibt ein paar befreiende Zeilen als Kommentar über den Freak in euch 🙂

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Sabrina

… wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Also das ist wirklich lustig, denn mir geht es was das Kneten angeht ganz GENAU so! Ich lasse meinen Zwerg zwar auch rummatschen wie es ihm gefällt, aber hinterher versuche ich die Farben wieder schön zu trennen (was ja meist unmöglich ist….) und alles muss auch wieder in sein vorbestimmtes Töpfchen 😉 Keine Ahnung was es mit der Knete auf sich hat… Aber gut zu wissen, dass es einem nicht alleine so geht 🙂

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