Aufgabe Nummer neun der Eltern-Kind-Blogparade stellt uns Eltern vor eine knifflige Entscheidung: Geben wir zu, dass wir unsere Kinder mit anderen Kindern vergleichen oder distanzieren wir uns völlig davon. „Höher, schneller, weiter…“ heißt es in dieser Woche und fordert uns Eltern auf, sich die Frage zu stellen, ob bereits unsere Kinder sich dem Druck der heutigen Leistungsgesellschaft stellen bzw. beugen müssen.

Durch meine Tätigkeit als Tanzpädagogin und dem Umstand, dass ich wirklich viel und gerne lese, bin ich darüber informiert, WANN ein Kind eine Fähigkeit (ob geistig oder körperlich) erlangt haben sollte. Bislang war es stets so, dass Babykeks immer in der beruhigenden Norm lag und ich ganz oft im Bekanntenkreis schmunzeln und auch beruhigen musste, wenn eine Mama völlig besorgt darüber war, dass NUR ihr Kind etwas noch nicht konnte. Informiert zu sein, ist einfach unbezahlbar für die eigenen Nerven. Neben den überbesorgten Mamis gibt es natürlich auch die Gruppe, die ihr Kind über alle Maßen für hochbegabt hält, weil es bis zwölf zählen kann, wenn es in den Kindergarten kommt oder ein 30-teiliges Puzzle einmal alleine geschafft hat. Jeder darf und sollte sogar stolz auf die „Leistungen“ seines Kindes sein, aber gerade im Kleinkindalter ist die Fähigkeitsspanne noch groß genug, um völlig unbesorgt sein zu können. Spätestens bei den „U“-Untersuchungen würde ein Defizit entdeckt und in Angriff genommen werden können.

Wenn ich verglichen habe, ob mein Kleiner etwas Bestimmtes auch schon konnte, dann stets einzig und allein aus dem Wunsch heraus, damit es MIR persönlich besser ging. Weil ich dann weniger Stress und Arbeit hätte und nicht, weil ich mit seinen Leistungen angeben möchte. Richtig knifflig wird es dann mit meinen Wünschen, die eher der Charakter-Schiene zuzuschieben sind. Babykeks ist ein wahrer Engel, aber wenn ihm etwas nicht passt, dann kann er derart austicken, dass ich mich manchmal frage, ob DAS normal ist. Dann wünschte ich, er wäre mehr wie das völlig ausgeglichene Kind meiner Bekannten, die mir jedoch kaum, als ich ihr diesen Gedanken verraten hatte, erzählte, wie zornig und ungezogen auch ihr Kleines sein kann.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass das, was man nach außen hin von anderen Kinder sieht und erlebt, nie wirklich alles wiederspiegelt und sehr viele Mamas negative Dinge „unterschlagen“. Wer erzählt denn schon gerne, dass sein Kind vor Wut um sich geschlagen hat oder Ähnliches…

Ein Blick auf andere Kulturen oder die berüchtigten „Tigermoms“ lässt mich erleichtert aufatmen, dass Babykeks in Deutschland aufwachsen kann. Natürlich gibt es auch hier Institutionen, die Druck auf Kinder ausüben, aber solange er noch klein ist, sind einzig und alleine wir Eltern dafür verantwortlich, wie viel wir ihm zumuten und welchen Erfahrungen und Erlebnissen wir ihm aussetzen.

Obgleich Babykeks erst zarte zwei Jahre alt ist, mache ich mir heute schon Gedanken darüber, wie ich ihn davor bewahren kann, ein „Opfer“ zu werden und gleichzeitig zu vermeiden, dass er ein „Tyrann“ wird. Erziehung kann mitunter ein Drahtseilakt sein, aber wer stets sein Bestes gibt  und der Welt und ihren Erkenntnissen offen gegenübertritt, kann ruhigen Gewissens behaupten, einen guten Job in Sachen Erziehung zu machen.

Ich versuche, Vergleiche zu vermeiden, aber gebe auch ganz ehrlich zu, dass mir dies nicht immer gelingt. Das Sauberwerden lässt sich genauso wenig erzwingen wie mehr Gemüse zu essen, aber ich kann dennoch mit unendlicher Geduld auch weiterhin versuchen, genau das meinem Söhnchen ohne übermäßigen Druck oder Nervenverlust meinerseits beizubringen.

„Höher, schneller, weiter…“ erscheint mir, als gebe es das jetzt nur noch im Kopf der Eltern, und solange ich Babykeks von diesen „belastenden“ Gedankengängen fernhalten kann, bin ich zufrieden mit mir und meiner Erziehung, denn der Tag, an dem er von sich selbst verlangt, „höher, schneller, weiter…“ zu kommen, wird der Tag sein, an dem das Ende seiner Kindheit eingeleitet werden wird, und irgendwie macht mich das ein bisschen traurig.

 Wenn man Intelligenz als die Fähigkeit definiert, neue Dinge zu lernen und Lösungen für Probleme zu finden, die das erste Mal auftauchen – wer ist dann intelligenter als das Kind?
MICHEL TOURNIER

 

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

8 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Du sagst es – es ist ein Drahtseilakt! … 🙂 Schön, wie entspannt du bleiben kannst und auch andere beruhigst – finde, dass dies ein gelungener beitrag geworden ist. gern gelesen 🙂

    • Hi Elli,
      ja, leicht ist es nicht gerade immer ruhig und gelassen zu bleiben, aber was soll man als Mama sonst machen 😉 Danke für die lieben Worte!
      LG Sabrina

  • ui informiert zu sein schön und gut, aber manchmal ist es trotzdem besser was nicht zu wissen-)

    Ich mag es deine Berichte zu lesen:-)
    Und habe mich gleich mal als Leserin eingetragen:-)

    Liebe Grüße

    Kira

    • Hi Kira,
      uh… da freu ich mich und ja manchmal ist „Unwissenheit“ tatsächlich ein Segen aber bei Babykeks-Belangen ist mir Information doch lieber 😉
      Vielen Dank für Kompliment und Kommentar 🙂
      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

  • O ja, was das ‚informiert sein‘ betrifft, bin ich deiner Meinung. Grad bekam ich ein Buch in die Hände
    „Weltwissen der Siebenjährigen“. Das lese ich sehr aufmerksam und wundere mich tatsächlich, was KInder in diesem Alter doch können „sollten“. Und andererseits sehe ich mich häufig in meinen Ansichten bestätigt.

    Heute beginnt ja schon die Woche für’s neue Thema. Da werde ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach ziemlich ereifern. Noch wirbeln die Gedanken nur in meinem Kopf durcheinander und ich muss sie erst noch Blog-fein zurechtstutzen.

    Liebe Grüße aus dem elsieland

    • Huhu Elsie,
      danke schön 🙂 Ich bin schon auf deinen Beitrag gespannt,wenn du ihn zurechtgestutzt hast 😉
      Lieben Gruß
      Sabrina

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