In meiner Reihe „Freitags frei“ erzähle ich euch heute etwas über meine Augen 😉

In der fünften Klasse fing es an: Mein Sehvermögen verschlechterte sich rapide und die dicken Brillengläser – naja sagen wir es mal so – behinderten eine reibungslose Integration in die Welt der damals gleichaltrigen grausamen Mitschüler. Also war es kaum verwunderlich, dass ich mir damals von meinem ersten selbstverdienten Geld Kontaktlinsen kaufte. Nicht nur die Tatsache, dass ich keine Brille mehr trug, brachte mir eine ungemeine Erleichterung, nein, es war auch schlichtweg eine neu entdeckte Freiheit. Keine beschlagenden Brillengläser mehr, störende Schlieren oder Fettabdrücke oder Defekte, die mit der Zeit jede Brille heimsuchen. Plötzlich war Sport und vor allem das Tanzen viel unbeschwerter für mich geworden und auch wenn das überzogen klingen mag – ich blühte regelrecht auf.

 

Weitere fünfzehn Jahre sollte es dauern, bis ich meine Kontaktlinsen verabschieden musste. Als ich zu Anfang noch weiche Linsen trug, hatte ich öfter mal eine Keratitis (Hornhautentzündung). Eine schmerzliche und vor allem lichtempfindliche Sache, die mich quälte. Leider verschlechterte sich mein Sehvermögen kontinuierlich weiter und so wechselte ich schließlich zu harten Linsen, die ich sehr gut vertrug. Ich hatte nie Probleme mit der Handhabung der Linsen gehabt.

 

Der Schock kam kurz vor der Geburt meines Sohnes. Ich müsse meine Augen operieren lassen, sonst würde ich mit sechzig Jahren kaum mehr als Schatten erkennen können. Wie wohl für jeden war die bloße Vorstellung Horror pur! Noch hatte ich ein wenig Zeit und so begann ich, über  all die möglichen Operations-Methoden nachzuforschen.

 

Ein Jahr später war es dann soweit! LASIK! Mit Kind und Mann reisten wir nach Köln, um meine Sehschwäche korrigieren zu lassen. Ich war furchtbar nervös, denn jede OP hat ihre Risiken und ich musste abwiegen, ob ich das Risiko eingehe, mich jetzt operieren zu lassen, mit der Möglichkeit, dass etwas schief ging und ich vielleicht mit dreißig Jahren dort enden würde, wo ich wahrscheinlich mit sechzig gelandet wäre, oder aber alles lief perfekt und ich könnte unbeschwert und mit klarer Sicht mein Leben weiter leben.

Irgendwie schaffte ich es am OP-Tag, sehr ruhig zu werden. Die Voruntersuchungen waren sehr zeitaufwendig und präzise. Das Vorgespräch mit dem Arzt ließ mich dann nochmal etwas ruhiger werden, denn er strahlte Sicherheit und Kompetenz aus. Als ich dann nach Stunden endlich an der Reihe war, wurde ich nochmal zappelig.

Die LASIK-OP, die an beiden Augen durchgeführt wurde, bedurfte einen vorherigen, korrigierenden Eingriff, von dem ich aber nicht viel mitbekam, weil er unglaublich schnell ging. Außerdem erhielt ich künstliche Tränenkanäle, um eine ausreichende Benetzung meiner Augen durch meine Tränenflüssigkeit zu gewährleisten. Die betäubenden Augentropfen hielten, was sie versprachen, und ich spürte absolut keinen Schmerz, als das OP-Gerät mein Augapfel ansaugte und der Schnitt über die Hornhaut getätigt wurde. Das Lasern an sich ist sehr eigenartig, denn man riecht das verbrannte Gewebe, spürt jedoch nur die kühlen  Augentropfen, die kontinuierlich aufs Auge geträufelt werden und sieht Lichtreflexe wie bei einer Laser-Show im Kino. Dies alles ging so schnell vorbei, dass ich wirklich sehr erstaunt war, als der Arzt, der die ganze OP mit beruhigender Stimme kommentiert hatte, mir sagte, dass wir nun Auge zwei  in Angriff nehmen.

Ich lag genau zweiundzwanzig Minuten auf dem OP-Tisch und als die medizinischen Kontaktlinsen als Verband über meine Augen gelegt wurden, konnte ich bereits schärfer sehen, als ich es mit Brille und Kontaktlinsen je zuvor getan hatte. 

Ich war völlig begeistert und schnappte mir sogleich im Wartezimmer eine Zeitschrift, die ich mir mit einer Intensität ansah, die ich mir nicht hätte träumen lassen. Meine ersten Kontaktlinsen hatten mir damals schon neue schöne Farben beschert, aber dies war nichts im Vergleich zu dem wunderschönen Spektrum an Farben, das ich seit dem Eingriff nun sehen kann.

Man sagt „Man vermisst nichts, was man nicht kennt.“ und so war es mir definitiv mit den Farben ergangen. Ich gehöre zu den Glücklichen, die problemlos mit den monatelangen Nachbehandlungen wie Augen tropfen etc. zurechtkam, und meine Kontrolluntersuchungen bei meinem Augenarzt waren stets positiv. Die LASIK-OP und alles medizinisch Notwendige drum herum ist nicht schmerzhaft, aber auch kein Zuckerschlecken, dennoch kann ich von mir behaupten, dass es sich absolut gelohnt hat.

Was für den Arzt ein Routineeingriff ist, hat sprichwörtlich mein Leben verändert und ich bin sehr froh, dass ich den Mut aufgebracht habe und meine Sehschwäche operativ korrigieren lies. Vom blinden Hühnchen bin ich tatsächlich zum Adlerauge mutiert und weiß diese Verbesserung mehr als nur zu schätzen!

 

 

Bildquellenangabe: Marianne J.  / pixelio.de

 

Bildquellenangabe: Gerd Altmann  / pixelio.de

 

 

                  

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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