Ich muss gestehen, dass ich oftmals die Stunden herbei sehne, in denen Babykeks schläft. Bis vor Kurzem hat mein Söhnchen satte zweieinhalb Stunden Mittagsschlag gehalten, aber da er neuerdings dann abends viel zu fit war, musste ich zu meinem großen Bedauern auf eine Stunde kürzen. Jetzt kann ich nicht mehr wählen zwischen Unterrichtsvorbereitung (Arbeit etc.) und/oder einer gemütlichen Stunde auf dem Sofa, jetzt muss ich eben leider schauen, dass ich rasch fertig werde, weil Babykeks ja bald wieder geweckt wird.

Seit einigen Tagen klappt das recht gut. Wir hatten enorme Probleme mit dem abendlichen Einschlafen und es war fast schon bittere Normalität, dass Keksi  frühestens um halb zehn eingeschlafen war. Da blieb nicht viel Zeit für gemütliche Abende zu zweit. Es wurde rasch gekocht und gegessen, noch schnell alles nicht mehr „Aufschiebbare“ erledigt und dann komatös ins Bett gefallen.

Gestern war unser Tag auf erstaunliche Weise „ruhig“. Und das lag absolut daran, dass sich der leidlich antrainierte Schlafrhythmus von Babykeks  endlich langsam durchgesetzt hat.

Ich hatte am Vorabend um 20 Uhr mit unserem Einschlafritual begonnen und konnte mein Glück kaum fassen, dass er tatsächlich um 20:30 Uhr fest geschlafen hatte. Da saßen wir nun, mein Liebster und ich, und waren einen Moment unschlüssig, was denn nun zu tun ist. Alles Wichtige war erledigt und wir hatten sogar noch ein Fünkchen Energie in uns. Ist das zu fassen – ohne überspitzt klingen zu wollen, kann ich behaupten, dass dieser Umstand zuletzt vor Monaten der Fall gewesen war. Also aßen wir völlig stressfrei zu Abend, unterhielten uns lange. Eigentlich hätten wir TV gucken können, aber der geht schon seit zwei Wochen nicht richtig, was uns aber vorher nie wirklich gestört hatte, da es kaum auffiel.  Wir gingen früh ins Bett und ich freute mich riesig sogar, noch ein paar Zeilen im Buch lesen zu können, ohne nebenbei einen harten Kampf mit meinen Augenlider ausfechten zu müssen, um dann letztendlich immer eine klägliche Niederlage einzustecken.

Wir schliefen satte ACHT Stunden am Stück und als mich morgens Babykeks Stimme durch das Baby-Phone weckte, hatte ich das erste Mal seit Langem nicht das nagende Bedürfnis, vor Müdigkeit zu weinen.  Auch unser Kleiner war völlig entspannt und verzichtete auf sein oftmaliges Theater, wenn es um die Morgentoilette geht.

Die gute Laune nutzen wir aus und gingen Shoppen. Meine konsequent durchgezogene Zeitpolitik der letzten Wochen trug Früchte und Babykeks schlief pünktlich um halb eins in seinem Buggy ein. Mein Liebster und ich lächelten uns an und beschlossen, Essen zu gehen. Wir standen grinsend wie die Honigkuchenpferde in der Schlange der Sushi-Bar und bestellten uns lang entbehrtes extra scharfes Essen, weil wie ja nichts mit Babykeks teilen mussten und so zur Rücksichtnahme gezwungen waren.

Wir saßen uns am Tisch gegenüber, aßen mit Ruhe und unterhielten uns, ohne stets auf ein putziges und ein sehr aktives Kleinkind achten zu müssen. Denn besagtes Kleinkind schlummerte neben uns im Wagen. Das hatten wir schon so lange nicht mehr getan, dass uns das Essen sogar fast schon zu scharf geworden war. Danach genehmigten wir uns noch einen Kalorien-Bomben-Nachtisch und waren schwer zufrieden mit allem, als Babykeks pünktlich auf die Minute eine Stunde später wieder aufwachte und dann ebenfalls etwas zu essen bekam.

Der Tag ging so ruhig weiter, wie er begonnen hatte und das, obwohl wir am Nachmittag noch einen großen Familiengeburtstag besucht haben. Keksi war zufrieden mit seiner riesigen Knete-Auswahl und freute sich sehr, als er auch noch Autos geschenkt bekam. Er aß ohne Theater eine enorme Portion und schien, als könnte er niemals nicht ein Wässerchen trüben.

Auf der Rückfahrt nach Hause schlichen sich dann erste Bedenken ein. Der Tag war alles andere also Routine gewesen und es gab viel Aktion, also stand uns wohl ein langer „Zu-Bett-Geh-Kampf“ bevor. Es war halb neun, als wir zu Hause ankamen, und ich begann recht bald das Einschlafritual. Unfassbarerweise schlief Babykeks fünf nach neun tief und fest!

Irgendwie befinden sich mein Liebster und ich nun schon das gesamte Wochenende in dieser Wolke aus Zufriedenheit und ausreichend Schlaf. Es fühlt sich einfach nur toll an und ich habe große Angst davor, dass die Wolke sich bald auflöst, denn diese zwei Tage reichen schon aus, um uns diesen tollen Zustand für immer zu wünschen. Leider wissen wir aus Erfahrung, dass er nur existiert aus dem Umstand, dass Babykeks‘ „Donnerwetter-Phase“ gerade mal kurz beendet ist und er durch seine momentane Ausgeglichenheit auch weniger Schlafprobleme hat. Hoffentlich hält das sehr, sehr lange an.

Denn ich hatte kürzlich zwei Wochen Urlaub und muss gestehen, dass ich in den zwei vollen Wochen weniger entspannt und ausgeruht war, als in den letzten beiden Tagen…

            

Über die Autorin alle Artikel der Autorin anschauen

Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

Verfasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Die erforderlichen Felder sind mit einem * markiert.