Geschwister für Babykeks!?

Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich schon gefragt wurde, ob Babykeks denn nicht bald mal ein Geschwisterchen bekommt. Am Anfang nahm ich das alles noch locker, zuckte mit den Schultern und sagte mir im Stillen, dass dies eine wirklich sehr, sehr private Sache ist und dies absolut niemand etwas anginge. Aber gerade als Teil einer Großfamilie weiß man, dass solche Fragen eher „unbedacht“ und lieb gemeint sind. Wenn ich eines weiß, dann, dass diese Entscheidung einzig und alleine den „Eltern“ obliegt und niemand das Recht hat, sich einzumischen. Darum hier meine persönliche Meinung:

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Leute, die selbst (vor einiger/längerer Zeit) Kinder großgezogen haben, schlichtweg vergessen, was so ein kleines Baby für eine enorme Veränderung mit sich bringt, welche ungeahnten Probleme auftreten können, wie radikal sich das Leben der Eltern dadurch ändern wird. Man sagt nicht umsonst, der Mensch erinnert sich mit der Zeit „nur noch“ an die wunderbaren und schönen Dinge im Leben und ein Kind bringt davon unbestreitbar einen riesen Anteil mit – ganz klar!

 

Dennoch unterschätze ich nicht, was ein Geschwisterchen für Babykeks von uns „abverlangen“ würde. Ich gestehe, dass ich richtiggehend neidisch auf Familien bin, die „scheinbar“ mühelos eine kleine Kinderschar erziehen könne, die, ohne zu lügen, Dinge sagen können wie: „Die kleinen Kinder laufen doch einfach mit!“. Ich wünschte wirklich sehr, dass ich auch so sein könnte, um noch mehr wundervolle kleine „Liebsten“ um mich herum zu haben und zu lieben.

 

Aber… Ich kenne mich. Und ich kenne unsere Familie und leider würde bei uns ein weiteres Kind nicht „einfach mitlaufen“. Es würde für uns eine so große Neuorientierung bedeuten, dass es mir zu dem jetzigen Zeitpunkt fast ein wenig Angst bereitet und ich zugeben muss, dass ich noch nicht bereit bin.

 

Für uns ist es auch wichtig, unserem Kind/unseren Kindern eine gute Zukunft bieten zu können und auch wenn der Volksmund sagt, Kinder brauchen nur Liebe, um zu wachsen, so gehöre ich doch zu denjenigen, die ganz phlegmatisch dazu fügen: „Und Bildung und Geld“… und gerade finanzielle Sicherheit ist nicht immer und jedem gegeben.

 

Allerdings darf ich auch nicht meine  Hormone unterschätzen. Als wir beschlossen, Babykeks zu bekommen, erinnere ich mich noch gut daran zurück, dass ich kaum eine Woche zuvor noch mit einem guten Freund geredet hatte und davon überzeugt war, dass ich noch nicht bereit bin, Mutter zu werden. Im Nachhinein fast schon lächerlich und ich kann auch niemandem verdenken, der dachte, Babykeks wäre ein „Unfall“ gewesen, und das, obgleich er ein absolutes Wunschkind für mich und meinen Liebsten gewesen ist.

 

Paradoxerweise lässt sich mein Beruf nur schwer mit Kindern vereinbaren, da meine Arbeitszeiten schlichtweg nicht änderbar sind. Ich glaube, wenn ich bereit bin, meinen geliebten Beruf aufzugeben, steht der Vergrößerung der Babykeks-Familie nicht mehr viel im Weg.

 

Derzeit blockiert mich aber noch eine weitere nicht zu unterschätzende Sache… Die Schwangerschaft. Ich wünschte so sehr, eine „normale“ Schwangerschaft erleben zu können, eine, bei der ich mich täglich auf das Baby in mir freuen kann und nicht in ständiger Angst leben muss, es verlieren zu können. Ich wünschte, ich hätte mit Babykeks diese Erfahrung schon machen können, aber wie ihr (regelmäßigen) Leser wisst, hatten wir einiges durchzustehen und ich musste 5 Monate liegen und hatte extrem mit Übelkeit zu kämpfen. Kurz gesagt: Wie könnte ich mich um Babykeks kümmern, wenn die zweite Schwangerschaft auch nur annähernd so verlaufen würde wie mit ihm damals…

 

Ich wünsche mir Geschwister für meinen geliebten Babykeks, ich wünsche mir, noch einmal Mama für ein neues Leben zu sein – aber noch habe ich zu viel Angst und noch bin ich nicht stark genug und ich hoffe so sehr, dass sich das in nicht allzu langer Zeit ändern wird, denn mir das einzugestehen, macht mich unsagbar traurig.

 

Also bitte fragt mich nicht „Wann bekommt Babykeks endlich ein Geschwisterchen?“, denn ich fühle mich als Versagerin, wenn ich mir eingestehen muss, dass ich derzeit einfach nicht in der Lage bin, mich all dem zu stellen, was so ein wunderbarer kleiner Mensch leider auch an Verpflichtungen und Veränderungen mit sich bringen würde.

 

Trotzdem glaube ich tief in mir drin, dass irgendwo schon eine kleine, reine Seele darauf wartet, Teil unserer Familie werden zu dürfen.

UB_Babykeks

Babykeks im 6ten Schwangerschaftsmonat unter meinem Herzen

 

Obwohl mir, dies alles aufzuschreiben, schwerer gefallen ist, als ich angenommen hatte, bin ich doch froh, dass ich diese Gedanken und Gefühle nun in Worte gepackt habe, sie mir durchlesen kann und so vielleicht schneller zu meiner eigenen kleinen „Stall voller Kinder“ kommen werde, auch wenn ich denke, dass Babykeks ein genauso erstaunlicher und geliebter junger Mann werden würde, wenn er unter Umständen vielleicht doch ein Einzelkind bleiben wird. Wer mag schon sagen, was das Schicksal für uns noch so alles bereit hält 😉

 

Wenn ihr noch mehr Gedanken zum Thema „Ein Stall voller Kinder vs. glückliches Einzelkind” lesen möchtet, dann schaut doch bitte auf der schönen Seite der testmama vorbei, denn diese Artikelidee stammt von ihr und ihrer von mir hoch geschätzten Eltern-Kind-Blogparade und klickt euch dort durch die Beträge all der anderen Teilnehmer.

Eltern-Kind-Blogparade-Einzelkind-Geschwister

 

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

13 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Also bitte….
    Das was du da SO UNGLAUBLICH EHRLICH geschrieben hast, hat absolut gar nicht mit einer Versagerin gemein.
    Ich finde es eher mutig ganz klar zu sagen „Nein, aktuell fühle ich mich aus dem und dem Grund einfach noch nicht bereit!“

    Ihr seid doch noch jung…ihr habt alle Zeit der Welt. Lasst sie euch ruhig. Genießt erstmal euren Babykeks….

    Weiterhin alles gute für euch! <3

  • Toll geschrieben. Mir geht es ähnlich. Ich bin mit der kleinen Nervzwergin viel alleine und wäre es auch mit 2 Kindern. Und ich hatte eine schöneSchwangerschaft, aber durch die Nachgeburt schlimme Schwierigkeiten. Sagt auch immer jeder muss nicht nochmal so sein, aber es kann und ich weiß nicht ob ich das nochmal schaffe.

    Ganz liebe Grüße

  • Ein sehr sehr ehrlicher Artikel zum Thema Geschwister. Hut ab! Ich kann deine Bedenken absolut nachvollziehen, besonders die beruflichen. Das ist bei mir nicht anders. Ohne meine Mama würde Fiona definitiv ein Einzelkind bleiben müssen… Wichtig ist, dass ihr euch auch weiterhin nicht verunsichern lässt! Ihr macht das toll!

    • Huhu Vivi,
      an dieser Stelle ein HOCH AUF DIE OMIS – ohne die es einfach gar nicht laufen würde 😉

      Habe auch durch den Artikel wieder viel mit meinem Liebsten über das Thema gesprochen und wir sind uns da in allen Dingen einig. Wir warten bis entweder die Hormone oder das Schicksal zuschlagen wird 😉
      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

  • Wow, was für ein toller, ehrlicher und doch berührender Artikel. Deine Schwangerschaft mit Babykeks war kein Zuckerschlecken und leider kann einem keiner sagen, ob eine zweite Schwangerschaft genauso verlaufen würde oder besser oder schlechter. Auch wenn man daran nicht denken mag, dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen. Du musst mit deiner Entscheidung im Reinen sein auch wenn man die Vernunft siegen lässt und letzten Endes ist es doch wirklich jedem Paar selbst überlassen ob es – wenn überhaupt – ein Kind möchte oder gar mehrere.

    Alles Gute für euch und eure Zukunft.

    LG Romy

  • Dein Beitrag war schön zu lesen. Man liest, das es dir nicht leicht gefallen ist, darüber zu schreiben. Man liest, das du noch einen Weg gehen musst. Aber du stellst dich dem, das finde ich gut. Und ich wünsche dir alles, alles Gute !

    Viele liebe Grüße
    Andrea

    • Vielen Dank Andrea,
      wenn ich soweit bin, dann wird es auch genau richtig und gut werden. Darum lasse ich (wir) mir noch Zeit… Ich kann ja bei euch im Blog spicken, wie es so sein könnte mit einem eigenen Stall voll Kinder 😉

      Ganz herzliche Grüße
      Sabrina

  • wow ich glaube ich habe schon lange ncihts mehr gelesen was mich so zum nachdenken gebracht hat wie dein artikel!
    ich muss gestehen ich bin auch so eine ätzende nervensäge die immer wieder fragt „und wann darf ich wieder strampler kaufen? Wann kommt das nächste kind?“
    aber ich muss gestehen ich habe das auch noch nie aus der sicht gesehen wie du sie geschildert hast!
    aber mit versagenhat das alles doch ncihts zu tun! du bist ehrlich und gestehst dir ein das du JETZT noch nicht so weit bist, aber wer kann schon sagen was ende des jahres ist oder auch in 2 jahren, vielleicht hast du dann die sichtbar gewordene liebe unter deinem herzen (testmama hat das mal so schön gesagt) und es wird alles gut werden.
    ich drücke dir auf jeden fall beide daumen das sich dein wunsch erfüllt und solltest du dich noch mal dazu entschliessen schwanger zu werden das du eine wunderschöne schwangerschaft hast und dich jeden tag aufs neue über deinen kleinen untermieter freuen kannst….. und bei dem nächsten mal denke ich wohl lieber nach ob ich frage wann es ein geschwisterchen bei irgendjemanden gibt *schäm*

    • Hallo Danny,
      herzlichen Dank für diesen tollen Kommentar…
      Ich freue mich immer ganz besonders, wenn genau das geschieht… wenn ich es schaffe Leute nachdenklich zu machen, oder ihnen behilflich sein zu können 😉
      Lieben Gruß
      Sabrina

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