Hallo, Ihr Lieben, oder sollte ich besser beginnen mit „Ich begrüße Sie, liebe Leser“?

 

Bildquellenangabe: Gerd Altmann  / pixelio.de

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Die Sache mit dem Duzen und Siezen ist gar nicht so einfach und benötigt mitunter oftmals richtiges Fingerspitzengefühl.

 

Ich selbst zähle mich zu den „Schnell-Du-Sagern“. Das hat allerdings fundierte Gründe. In meinem Beruf kennen fast alle Personen (ob Erwachsen oder Kind) nur meinen Vornamen. Die meisten meiner Schüler sind sowieso noch zu klein, um die Sie-Form überhaupt nutzen zu können und viele Eltern weichen auf „Sabrina“ und „Sie“ aus, wenn sie mich ansprechen möchten. Meistens biete ich dann gerade den „Gleichaltrigen“ sofort das Du an und erlebe in mehr als 80% der Fälle ein erleichtertes Lächeln.

 

Das ist einer der schönen Aspekte meines Berufes. Steifheit und formales Auftreten sind fast nie erforderlich. Es fällt mir auch viel leichter, in Erwachsenen-Klassen eine schöne Atmosphäre zu schaffen  und zu motivieren, wenn ich „Ihr packt das – nur noch eine Acht!“ rein rufe, als „Sie werden das schaffen!“ – Ihr versteht worauf ich hinaus will?

 

In meinem Privatleben sieht es da ähnlich aus. Die meisten Leute, die ich neu kennenlerne, sind in „unserem“ Alter und ein „Du“ fällt nicht schwer und stößt niemandem übel auf. Wenn ich beispielsweise auf dem Spielplatz die „Neuen“ kennenlerne, dann stelle ich mich als Sabrina vor und erlebe auch hier ausschließlich Erleichterung über die sofortige „Aufnahme“ in den Spielplatzkreis…

 

Selbstverständlich gibt es auch Situationen, bei denen das „Du“ nicht angebracht ist. Stichwort: Geschäftsessen des Liebsten, Angestellte in Geschäften etc. Auch wenn ich schnell und gerne „Du“ sage, bedeutet das noch lange nicht, dass mir nicht bewusst ist, wann ein höfliches „Sie“ angebracht ist.

 

Nur ganz selten unterlaufen mir da hin und wieder Fehlschläge. Die Firmenpartner meines Mannes kenne ich schon „ewig“ und wir dutzen uns natürlich. Als die ersten Angestellten in die Firma kamen, war im Betriebsklima schnell das „Du“ etabliert. Nun, da die Firma gewachsen ist, gibt es auch Angestellte, die mein Mann (aus Chef-Gründen-Dingens) nicht duzt. Tja, und ich betrete fröhlich die Räumlichkeiten, stelle mich mit Vornamen vor und blicke in tellergroße, überraschte Augen, die dann stotternd erwidern: „Hallo, ich bin Herr XY“. BÄMMM! Gut, daran arbeite ich 😉

 

618174_web_R_K_B_by_Gerd Altmann_pixelio.deHier auf dem Babykeks-Blog habe ich mich natürlich auch für das „Du“ entschieden, denn dies ist meine kleine Ecke im Internet, hier gebe ich Gefühle preis, lasse fremde Menschen einen kleinen Blick auf (ausgewählte) Erlebnisse unseres Alltags werfen und finde, dass ich mir damit das „Du“ mehr als verdient habe. Generell ist das formlose „Du“ im Internet sozusagen sowieso etablierter als das „Sie“.

 

Meine Welt hat eben mehr „Dus“ als „Sies“ und hin und wieder gibt es diese Momente, in denen mir bewusst wird, dass dies eigentlich eine richtig große Ausnahme ist und ich mich glücklich schätzen kann, so offene und liebenswürdige Personen (ob näher bekannt oder einfach nur bekannt) in meinem  Umfeld zu haben.

 

Also, Ihr Lieben, danke dass wir „Du“ sagen, das ist ein schönes Gefühl… Und ganz ehrlich, wenn ich mich tatsächlich mit jemanden „zerstreite“ ist es doch völlig egal, ob es eine „Sie“- oder eine  „Du“-Person war, denn Streit fühlt sich immer gleich schlecht an – für mich zumindest…

Übrigens! Kinder sind so ab dem Schulalter tatsächlich in der Lage, die Sie-Form „fehlerfrei“ zu benutzen und deren Sinn zu begreifen. Natürlich gibt es da immer Frühstarter und Ausnahmen, aber einem Noch-nicht-Schulkind darf man nicht böse sein, wenn ein Du rausrutscht oder es eben einfach noch normal ist. 

 

Wie ist das bei euch? Sagt mir eure Meinung dazu und verratet doch bitte, ob es euch gefallen würde so viele „Dus“ zu haben wie ich, oder ob euch ein distanziertes „Sie“ schlichtweg Sicherheit verleiht???

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Ich finde ja, im Bloggerkreis, wo die meisten Menschen als Privatperson von sich und ihrem Leben erzählen (und auch nur den Vornamen im „about me“ erwähnen), darf man natürlich duzen. Ich halte das mit den Schülern im Vorschulalter und deren Mamas in meinem Unterricht genau wie du – da bin ich von vorn herein Vivien. In der Grundschule stelle ich mich als Frau M. vor, weil die Kinder ihre Klassenlehrer etc auch siezen müssen. Aber es gibt dann das schöne Ritual, dass Kinder, die mit mir im Probenlager waren, hinterher dann auch „du“ und den Vornamen benutzen dürfen. In der Schule kommt auch oft „Frau M., kannst du mir das noch mal erklären?“ aber das ist völlig ok für mich. Was mich wundert, ist, wie das Duzen und Siezen in Fionas Kindergarten gehandhabt wird. Obwohl die Kinder ganz am Anfang noch sehr klein waren (1 Jahr), wurden die Erzieher mit Frau und ihrem Nachnamen angesprochen, bis heute. In den meisten Fällen und auch in den Kitas, in denen ich gearbeitet habe, hatten die Erzieherinnen nur einen Vornamen, für Eltern genau wie für die Kinder. Ich mag dieses Persönliche, was das Duzen mit sich bringt, sehr gerne – und man fühlt sich außerdem nicht so alt 😉 Liebe Grüße

    • Hi Vivi,
      sehr schön zusammengefasst – dankeschön 🙂
      Bei Babykeks ist das im Kindergarten auch so, dass die meisten Erzieherinnen mit Frau XY angesprochen werden, die Kinder jedoch die Du-Form verwenden. Das hört sich für uns Erwachsene immer sehr witzig an.
      Allerdings habe ich mich da schnell dran gewöhnt und es hat den Vorteil, dass ich immer gleich weiß von wem Babykeks da gerade erzählt und nicht erst Namen zu Gesicht zuordnen muss…

      Schönen Tag noch…
      ciao Sabrina

  • Ich arbeite als Gruppenleiterin in einer Kita und die Kinder benutzen meinen Vornamen ganz selbstverständlich und sprechen mich mit du an. Auch viele Eltern benutzen meinen Vornamen, sagen aber „Sie“ zu mir. Manche benutzen das „Du“ da sie das „Sie“ von ihrer Muttersprache her nicht kennen. Ich wiederum sieze alle Eltern aus Respekt, egal wie sie mich ansprechen. Ich finde das gehört sich so und macht es leichter auch mal „Tacheles“ zu reden. Wir Kollegen duzen uns seit dem ersten Tag untereinander und auch im privaten Bereich bin ich eher die, die das „Du“ anbietet. So fühle ich mich einfach wohler

    • Liebe Bibi,
      ich freue mich sehr über dein Kommentar und halte diese Vorgehensweise auch für sehr schön. Wie ein KiGa dies regelt ist ganz offensichtlich jedesmal „Einrichtungs-Sache“ und ein Richtig oder Falsch gibt es nicht.
      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

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