Ich habe es getan. Ich habe mich einer meiner allergrößten Ängste gestellt. Ich habe mich dazu entschieden, ein zweites Mal Mutter zu werden. Der eine oder andere von euch Lesern mag jetzt verwundert den Kopf schütteln. Warum hatte sie denn Angst davor, nochmals Mutter zu werden?

 

Babykeks & tanzende Mama vor 4 Jahren

Babykeks & tanzende Mama vor 4 Jahren

 

Vorab, ich bereue in keiner Weise, Babykeks in meinem Leben zu haben, allerdings war meine erste Schwangerschaft kein Zuckerschlecken und meine hollywoodmäßigen Erwartungen an das Elternsein hatte ich ganz fix in die Realität umschreiben müssen.

 

Mein Liebster und ich wollten stets mehrere Kinder. Doch nachdem Babykeks in unser Leben gerauscht war, änderte sich so unglaublich, unsagbar Vieles, dass ich mir zu Anfang nicht noch mal vorstellen konnte, schwanger zu werden. Tausend Befürchtungen prasselten auf mich herab. Was, wenn ich wieder in der Schwangerschaft liegen müsste, was, wenn es wieder Komplikationen gäbe, würde ich diese Angst, mein Baby zu verlieren, nochmals überstehen???

 

Denn eine ganz gravierende Sache hatte sich geändert. Es ging nicht mehr nur um mich und mein Leben, welches sich ändert, sondern auch um das meines Sohnes. Wie würde er es wegstecken, eine liegende, kranke, besorgte Mama zu Hause vor sich zu haben, die nicht mit ihm spielen, für ihn kochen etc. könnte?

 

Die Angst und die Befürchtungen vereinnahmten mich so sehr, dass ich all den Zauber und die Liebe, die einer Schwangerschaft innewohnt, ganz einfach vergessen hatte. Nur gut, dass Mutter Natur für solche fast schon irrationalen Fälle wie mich vorgesorgt hat und mir nach vier Jahren einen solchen Hormonschub verpasste, dass mir klar wurde, das ich das schaffe. Ich würde das schaffen, denn ich war doch nicht alleine.

 

Babykeks würde Verständnis haben, mein Liebster mich unterstützen und die Großeltern wären als Segen stets an unserer Seite. Also beschloss ich, dass ich jetzt lange genug Angst hatte, und trat aus meinem jämmerlichen Versteck aus scheinbar rationalen Hindernissen hervor und stimmte meinem Liebsten darin zu, dass es jetzt an der Zeit für ein zweites Baby sein würde.

 

Ich hatte Glück, die Übelkeit war furchtbar elend, aber nicht zu vergleichen mit der in meiner ersten Schwangerschaft. Ich musste nach einem Abdominal-Trauma eine Woche liegen und war bei der Diagnose für einen Moment derart paralysiert, dass ich vergaß, zu atmen, aber dann stellte sich heraus, dass ich für Babykeks auch von der Couch aus eine tolle Mama sein konnte und ich von allen unterstützt wurde, sodass mein Sohn eher noch verwöhnt wurde, als dass ihm etwas hätte fehlen können.

 

Jetzt sitze ich hier und trauere ein wenig. Ich trauere, weil mir bewusst geworden ist, dass mein Leben mit meinem Babykeks sehr bald in ihrer so vertraut gewordenen Art ein Ende haben wird. Obgleich ich weiß, dass es nicht schlimm für ihn sein wird, uns zu teilen, schwingt doch ein wenig Bitterkeit in dieser Erkenntnis und das, obwohl wir uns so sehr auf unser zweites Kind freuen.

 

Mir ist klar, dass unser Leben für ein paar Wochen wieder einmal Kopf stehen wird. Wir von liebgewordenen Ritualen Abschied nehmen werden, aber das alles nur, um es noch intensiver, neuer und besser werden zu lassen.

 

Trotzdem genieße ich jetzt noch einmal die Zeit „zu dritt“ bzw. die Mama-Babykeks-Zeit, die es bald so nicht mehr geben wird und spüre einen Stich des Schmerzes, denn mein erstes Baby ist jetzt bald ein großer Bruder und wird seinem „Babystatus“ ein wenig beraubt werden. Er wird lernen müssen, Mama und Papa zu teilen, seine Bedürfnisse manchmal wahrhaftig zurückzustecken, und weil ich weiß, dass er das ganz ausgezeichnet meistern wird, wie alles, das er in seinem erst kurzen Leben erreicht hat, bin ich unglaublich stolz und gleichermaßen traurig für ihn.

 

Das ist der Lauf der Dinge: Wunderschön und ein wenig tragisch zugleich. Wie alles in unserem Elterndasein ist auch diese unglaubliche Neuerung beängstigend und berauschend zugleich.

 

Ich habe meine Angst besiegt. Ich kann mich jetzt wahrhaftig freuen und gehe dem Abenteuer „Baby 2.0“ viel gewappneter und sicherer entgegen als damals mit Babykeks.

 

Und wisst ihr, was das Tollste an dieser Sache ist? Wenn ich mit all meinen Unsicherheiten und Ängsten einen so wunderbaren kleinen Menschen geformt habe, wie wunderbar wird dann unser nächstes kleines Menschlein werden, wenn ich/wir uns jetzt viel vorbereiteter fühlen als damals?

 

Abenteuer „4-köpfige-Familie“ startet sehr bald und ich bin ganz aufgeregt vor lauter Vorfreude (und ein wenig Trauer).

 

Über die Autorin alle Artikel der Autorin anschauen

Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

15 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • ein toller Artikel, der sicher beim Schreiben einiges an Mut erfordert hat. Du/ihr werdet sehen das sich zwar wieder einiges ändern wird, aber dafür noch mehr Spaß machen wird.

    Lieben Gruß
    Chris

    • Vielen Dank für deine Worte, Chris. Es hat mich mehr Mut gekostet mir einzugestehen wovor ich am meisten Angst hatte, als den Artikel zu verfassen 😉 Aber ich bin froh, dass ich es aufgeschrieben habe und somit vielleicht jemanden, dem es ähnlich geht, einen möglichen Ausgang der Situation aufzeigen konnte.

      Lieben Gruß
      Sabrina

  • Viel Spaß bei der „Produktion“ 🙂
    Natürlich wird sich alles mögliche ändern und jedes Kind ist anders, aber Eure liebgewonnenen Rituale werden durch neue ersetzt. Wichtig ist, dass Du Unterstützung hast.

    • Hallo Sebastian,
      musste kurz lachen, als ich deine Zeilen las. Die spaßige „Produktion“ von Baby 2.0 liegt ja nun auch schon sieben Monate zurück, aber keine Sorge… 😉
      Ich bin sehr froh über die Unterstützung, die mir bereits jetzt schon zuteil wird und ich freue mich natürlich auch schon auf die neuen Rituale. Aber das Trennen von den alten lieb gewonnenen, ist dennoch mit einer kleinen Träne im Augenwinkel verbunden.

      Liebe Grüße
      Sabrina

  • Ich habe deinen Blog eben erst entdeckt und bin direkt bei diesem artikel hier gelandet,er ist richtig klasse geschrieben und ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, ich selbst bin mehrfache Mama und habe ähnlich gedacht.
    Lieben Gruß
    Petra

    • Hallo Bienenstube,
      dann sei ganz herzlich willkommen und vielen Dank für deine netten Worte 🙂

      Lieben Gruß
      Sabrina

  • Wie schön das ist, wenn wir jetzt abends zu viert im Elternbett kuscheln und zusammen Geschichte lesen. Ja, alte Rituale werden durch neue ersetzt und sie werden wunderbar sein! Du wirst das meistern 🙂

    Liebe Grüsse
    Sandra

  • Ein sehr bewegender und auch schöner Artikel… ich kann dich sehr gut verstehen! Ich habe auch eine schwierige erste Schwangerschaft und vor allem Babyzeit gehabt und hätte bzw habe Angst, es nochmal zu versuchen. Also rein theoretisch kann ich mir noch ein Kind vorstellen, aber sofort kommt dann die Angst hoch. Wie sollte ich das schaffen, mit Kleinkind? Echt traumatisch… aber zum Glück gibt es ja immer wieder Mamas, die das geschafft haben und einem sagen, daß es geht. Irgendwie. Und meistens besser als gedacht. Ich wünsche dir alles Gute!

    Liebe Grüße, Janina

    • Hallo Janina,
      vielleicht werden bei dir auch bald die Hormone (wieder) zuschlagen und dann plötzlich wird die Angst weniger… Ich wünsche es dir, denn ich bereue es bis jetzt nicht 😉
      Alles Gute für dich.
      Sabrina

  • Hallo Sabrina,
    ich lese dich schon sehr lange und freu mich über jede Mail mit neuen Artikeln von Dir.
    Komischerweise habe ich noch nie kommentiert. Total blöd.
    Was ich umso schöner finde, ist Dein Mut für ein weiteres Kind. Du beschreibst sehr schön Deine Gefühle, s dass mir die Tränen kommen. so gut kann ich dich verstehen.
    Ich bin mir sicher, dass Du Deine Entscheidung nicht bereuen wirst, so schwer es auch werden mag. Und sollte es mal ausweglos erscheinen, so scheue Dich nicht Hilfe zu suchen. Wir sind ja auch noch da. 😉
    Alles wird gut und ich bin schon gespannt auf Deine Zeilen, die du hoffentlich hier weiterhin an uns heranträgst. 🙂
    In diesem Sinne alles Liebe und Gute,
    mit besten Grüßen aus Berlin
    Timm ♥

    • Hallo Timm,
      ich freue mich sehr über dein Kommentar und all die netten Worte darin 🙂 Vielen lieben Dank!
      Bei Kind 1 hab ich bereits gelernt, dass „um Hilfe bitten“ (Familie und Freunde) oftmals der richtige Weg ist und den werde ich auch bei Baby 2.0 weiter verfolgen 🙂

      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

  • Hallo, ich habe 3 Kinder und ich finde es sehr rührend welche Gedanken du dir machst. Klar wird der Kleine auf einmal als großer Bruder fungieren. Er wird dir dann helfen den neuen Babykeks zu versorgen. Er wird aber auch mächtig stolz sein, wenn er jetzt groß ist. Ich habe immer Spielzeug im Vorfeld gekauft. Das habe ich zuerst nur meinem Sohn und später dann Sohn und Tochter überreicht. So als hätte das das Baby für sie mitgebracht.

    • Hallo Dalina,
      hoffentlich wird das auch bei uns so „reibungslos“ möglich sein und das mit den Geschenken ist eine wirklich niedliche Idee 🙂
      Vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Ganz herzliche Grüße
      Sabrina

Verfasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Die erforderlichen Felder sind mit einem * markiert.