Da ist er – der große rote Zettel, der am Eingang des Kindergartens hängt und uns Eltern wissen lässt, dass in zwei Wochen der Kindergartenfotograf unsere Liebsten ablichten kommt.

 

Zwei Wochen – puh! Für arbeitende Eltern ist das zeitlich schon mit ein wenig Druck verbunden. Bekomme ich in den nächsten zwei Wochen noch einen Termin beim Friseur für meinen Kleinen, habe ich noch Zeit, ein neues Paar Jeans zu kaufen oder wird er eines mit Flicken tragen müssen? Hoffentlich macht eine erneute Krankheitswelle im Kindergarten nicht die Bilder-Träume der Eltern und Großeltern zunichte. Ihr kennt das sicherlich, oder?

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Das mit dem Shoppen hat leider nicht mehr geklappt und irgendwie habe ich es auch verpasst, zumindest online zu schauen. Aber dafür hat die Schwieger-Mama noch zwei Tage vor Termin einen putzigen Piraten-Flicken auf die am wenigsten mit Grasflecken verunstaltete Jeans genäht!

 

Meine Friseurin des Vertrauens hat sich sogar an einem kundenstarken Samstagmorgen viel Zeit genommen, meinem nicht gerade begeisterten Söhnchen einen tollen, vorzeigbaren Haarschnitt zu verpassen. Dies alles lässt mich dem Foto-Tag endlich entspannt entgegen sehen.

 

Am Vorabend kommen mir dann die ersten doofen Gedanken. Was, wenn der Fotograf erst am Mittag kommt? Ich beschließe, dass Babykeks besser wieder mit uns zu Hause frühstückt und ich ihn erst danach anziehe, damit kein Unglück geschieht. Dass es als warme Mittagsmahlzeit ausgerechnet Lasagne geben wird und dass sehr wahrscheinlich die meisten Kinder sehr schicke Kleidung dazu tragen werden, hat die Leitung wohl nicht bedacht, aber hey (!), Kinderkleidung muss auch Tomatensauce aushalten…

 

Auf der Fahrt zum Kindergarten motzt Babykeks, dass er das Hemd doof findet. Ich bettle ihn richtiggehend an, es zumindest so lange anzulassen, bis das Foto gemacht wurde, und dann darf er es ausziehen und an seinen Platz legen. Er verspricht es, weil ich ihm sehr unpädagogisch schwöre, dass er dann ein Ü-Ei von mir zur Belohnung bekommt. (Ja – ich schäme mich auch – aber es war ein echter Notfall und Bestechung das letzte wirksame Mittel.)

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Keksi strahlt und ich wage zu hoffen. Vor dem Kindergarten ist ungewöhnlich viel los. Ich muss ein ganzes Stück weiter weg parken, wuchte mich mitsamt Babykugel aus dem Wagen und gehe zügigen Schrittes mit Babykeks an der Hand zum Eingang.

 

Die Szenarie verrät mir einiges und es fällt mir wie Schuppen von den Augen. Der Fotograf ist bereits da (!!!) und alle Kinder werden gerade noch im platzeingeschränkten Container-Kindergarten-Flur zurecht gezupft. Das eine oder andere Elternteil zückt sogar den Spucke-Finger des Grauens und richtet widerspenstiges Haar.

 

Ich hingegen werde endlich total ruhig. Alles wird gut. Der Fotograf wird die Bilder vor der Lasagne schießen und noch ist Babykeks völlig sauber, nicht verschwitzt und seine Kleider weder verrutscht noch vom Spielen in Mitleidenschaft gezogen. Alles wird gut werden!

Wir verabschieden uns gut gelaunt mit Umarmung und Küsschen und Keksilein sagt von sich aus, dass er ganz schön lächeln wird. Ich bin happy und sehr gespannt auf das Resultat.

 

artbookEinatmen – ausatmen! Ich winke meinem Söhnchen, der super chic zwischen all den vielen Mädchen mit Zöpfen und Kleidern und Jungs in Hemden oder super coolen Shirts steht und erinnere mich daran zurück, dass wir in seinem ersten Kindergartenjahr den Fotografentermin irgendwie nicht mitbekommen hatten.

 

Dieses epische erste Foto zeigt deswegen auch einen kleinen Jungen mit etwas befremdlichen Lächeln, wirren Haaren in einem verwaschenen Spiderman T-Shirt, einer Hose mit Löchern und so spielgebeutelten Schuhen, dass ich fast froh bin, dass der verstörende Waldhintergrund ein wenig das Augenmerk davon ablenkt.

 

Und soll ich euch was verraten? Ich liebe dieses Foto! Und dieses Jahr wird es bestimmt genauso toll werden… 

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.Bildquellenangaben: www.findicons.com

                     

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Ich mach den Verkleidungszirkus extra nicht mehr mit. Ich will authentische Kinderbilder vom Kindergartenfotograf. Dem Sohn war das immer recht. Jetzt besteht das Töchterlein aufs schick sein…

    Alles Liebe
    Sandra

    • Hi Sandra,
      ich bin auch schon gespannt, wann Babykeks ein Veto einlegen wird *hihi*. Aber einigermaßen herzeigbare Kleider sind mir da schon wichtig 😉
      Außerdem waren die Mädchen in ihren hübschen Kleider und den ordentlichen Frisuren einfach nur putzig heute… tja, da musst du mit dem Zaubermädchen wohl oder übel durch 🙂
      Lieben Gruß
      S.

  • Als der Fotograf in Dittes Kindergarten kam, hatte Ditte morgens die Bürste komplett verweigert, und Marc, der sie in den Kindergarten brachte, hatte ihr einfach irgendwas angezogen, weil er den Termin vergessen hatte.
    Das Foto ist herrlich geworden, denn Ditte lächelt darauf so doll, dass der Rest nicht mehr auffällt 😉
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Liebe Andrea,
      das hört sich super an. Solche Bilder haben Herz 🙂 Babykeks‘ erster Fototermin im KiGa hatte ich auch vergessen und es ging uns ganz ähnlich, aber ich mag das Bild dennoch so sehr!
      Vielleicht ist „ganz natürlich“ und ein wenig „schmutzig“ auf den Fotos doch ganz ok… Ich bin jedenfalls sehr gespannt, ob mein Kleiner auch ein solches „Blickfang-Lächeln“ gezeigt hat.

      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

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