Wer lässt sich schon gerne ungefragt von Menschen anfassen – ganz gleich, ob fremd oder bekannt – es gibt Annährungs-Grenzen, die man einfach nicht überschreitet. Ganz besonders unangenehm ist es für uns Schwangere, denn das Leben, das da in uns heranwächst, muss unbedingt und vor allen und jedem geschützt werden.

 

Mittlerweile gibt es unzählige Textilhersteller, die den Wunsch der Schwangeren „Nicht anfassen“ in lustigen oder warnenden Zeilen abdrucken, um jeden Toucher von vorne herein abzuschrecken.

 

In meiner Schwangerschaft mit Babykeks ging es mir leider nicht besonders gut. Ich fühlte mich oft (körperlich völlig) schwach und auch verunsichert, und aus diesem Grund war es der blanke Horror für mich, von Menschen, denen ich nicht uneingeschränkt vertraute, ungefragt angefasst zu werden. Es war also nicht verwunderlich, dass ich damals in solchen Situationen sehr schroff wurde.Bei meiner zweiten Schwangerschaft hat sich diese Tatsache in Bezug auf „fremde“ Menschen selbstverständlich nicht im Geringsten geändert, aber es fällt mir sehr viel leichter, wenn Freunde meine Babykugel berühren.

 

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Gerade kürzlich waren wir auf einer Feier mit vielen Freunden und Bekannten, die sich natürlich alle für unser Babyglück mit uns freuen. Mittlerweile kann ich es den Personen mir gegenüber an der Nasenspitze ansehen, ob sie gerne meinen Bauch berühren möchten oder nicht, und bei manchen fällt es mir dann gar nicht schwer, das erhoffte Angebot auszusprechen.

 

>>Möchtest Du mal fühlen?!<<

 

Sofort beginnen die Augen zu leuchten und die Köpfe aufgeregt zu nicken, während sie sich meiner Kugel nähern und ganz vorsichtig ihre Hände ausstrecken. Fast ALLE tätscheln dann erstmal meinen Magen, denn alles in Höhe des Bauchnabels und darunter sie wohl als Tabuzone, was natürlich völlig gewünscht ist.

 

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Dann dirigiere ich die Hand auf Babyhöhe hinab und warte, ob sie sich „trauen“, richtig zu tasten oder einfach nur über meine Bauchdecke zu reiben. Die Meisten fürchten sich davor, meine Haut ein wenig einzudrücken, wohl aus Angst, dem Baby zu schaden. Wenn ich dann aber mit den Fingerspitzen die Übergänge von Kind zu „Fruchtwasser-Nichts“ aufzeige, verfallen die Meisten in vollkommene Verzückung – und ich spreche hier nicht nur von den Damen 😉

 

Es ist schön, dass mir und meinem Baby so viel positive Aufmerksamkeit zu Teil wird und es ist umso schöner, dass ich dies ganz gezielt lenken und bestimmen kann. Wird es mir zu viel, sage ich: Nein!

 

Mein Liebster wundert sich übrigens nicht schlecht darüber, dass ich in meiner zweiten Schwangerschaft so ganz anders auf manche Dinge reagiere als damals. Und gerade die Bauch-anfassen-Sache hat uns zu einem interessanten Gespräch geführt, wie unterschiedlich Schwangerschaften wirklich und wahrhaftig sind.

Es gibt unzählige Floskeln und Sprüche, die man tagtäglich hört und herunterbetet, aber eine Sache scheint tatsächlich absolut der Wahrheit zu entsprechen:

>>Keine Schwangerschaft gleicht der anderen!<<

 

Ich bin froh, dass ich mit Baby 2.0 so viel mehr genießen kann und so viel weniger Ängste und Verunsicherungen spüre. Mein großer Babykeks wird mir nicht böse sein, wenn er dies irgendwann einmal liest, denn es ist völlig normal, dass man in seinem „ersten Mal“ alles mit viel mehr Vorsicht und Zurückhaltung genießt – das zeigt nur, dass man wahrhaftig liebt und sich um das Wohl des Anderen sorgt.

Meine beiden Jungs haben mich als Schwangere komplett anders erlebt und ich bin schon sehr gespannt, was die Zukunft für uns alle bereithalten wird.

 

Fazit: Babybauch ungefragt anfassen ist strengstens verboten, aber wenn erlaubt, dann unbedingt in vollen Zügen genießen 😉

 

Eure Sabrina 

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Letztens einen T-Shirt-Aufdruck bei Pinterest gesehen: „If you didn’t put it in there – then don’t touch it!“
    Hat mir einen Lacher entlockt 😉 Schön, dass du deine zweite Schwangerschaft so richtig genießen kannst! Ich bin bei fremden Babys sehr zurückhaltend, fasse auch den einige Monate alten Zweit-Nachwuchs, den die Mamas meiner Musiksprösslinge mitbringen, nicht ungefragt an, weil ich weiß, dass einem als Mama eben nicht alles recht ist. Das ist ja auch völlig okay! Ich erinnere mich mit Schrecken an die Zeit nach Fionas Geburt, in der es meine Schwiegermutter einfach nicht geschafft hat, sich beim Besuchen ihre Hände zu waschen, bevor sie den Säugling angefasst hat. *grrrrr*

    • Huhu Vivi,
      das Shirt ist klasse ;-)!
      Ich halte das ganz genau so wie du mit dem Anfassen – das gehört sich schlichtweg auch nicht. Nur mit Erlaubnis ist das Anfassen von Kindern in Ordnung und selbst da würde ich nie „so innig“ sein, wie mit meinen eigenen Kindern…

      Bei euch waren es die ungewaschene Hände und bei uns waren es die Parfümierten Verwandten, die mir ein „stinkendes“ und nicht mehr an der Brust trinkendes, verwirrtes Baby zurückgaben… das wird sich dieses Mal auch ändern 😉

      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

  • Hallo Sabrina!

    Später dann einfach so das Baby oder Kleinkind anfassen ist für „Unbefugte“ übrigens genau so wenig erlaubt. Das trauen sich Fremde aber leider viel zu oft…

    Schöne Grüße,
    Elke

    • Hi Elke,
      ja das stimmt leider. Aber irgendwie hatte ich damit immer mehr „gerechnet“, als am eigenen Bauch berührt zu werden und darum schon immer frühzeitig Abwehrtechniken eingesetzt 😉 (bei Babykeks – mit Baby 2.0 werde ich das genauso handhaben!)

      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

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