Ungeahnte Ängste

Wer mir via Twitter oder Instagram folgt, der hat sicherlich mitbekommen, dass meine Jungs krank sind. Babykrümel hat die Influenza erstaunlich gut weggesteckt und ich bilde mir ein, dass dies auch ein wenig dem Verdienst des Stillens zu Gute zu halten ist, denn auch mich hat es nur mäßig erwischt.

 

Allerdings ist mein großer Babykeks wirklich heftig erkrankt. Er hatte bereits fünf Tage sehr hohes Fieber. Häufig kratze er an der 40°-Marke. Wir gaben Ibuprofen und Paracetamol im Wechsel und machten zusätzlich Wadenwickel, doch dies alles war nur Symptombehandlung.

 

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Das „Ausbrennenlassen“ des Fiebers wurde uns sogar vom Arzt untersagt (nur Symptombehandlung und Aussitzen!!!). Er aß ganze drei Tage keinen Bissen und ernährte sich ausschließlich von Apfelsaftschorle und Wasser. Ihr könnt euch vorstellen, welche Sorgen ich mir gemacht habe.

 

Immer ein Auge auf mein Baby und ständig in der Nähe dieses völlig apathischen Kindes, das mit hoch rotem Kopf und schweißnassem Haar auf dem Sofa lag. Wir erlaubten Babykeks so ziemlich alles. Er sah zwei Tage lang jede Kinder-DVD, die wir besitzen in Dauerschleife, denn die kleinste körperliche Anstrengung setzte ihm so sehr zu, dass er sich sogar übergeben musste.

 

Influenza Typ B hießen die viralen Übeltäter, und regelmäßige Bluttests (Fingerpieks) kontrollierten seine Entzündungswerte, denn die Gefahr einer zusätzlichen bakteriellen Infektion ist bei einer so heftigen Erkrankung leider immer gegeben.

 

In der Nacht weckte mich mein hustendes Baby nahezu stündlich, immer wieder ging ich ins Kinderzimmer zum Großen und kontrollierte die Lage. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich mich nach solch einer Woche fühle.

 

Gerade als es so aussah, als machte sich Babykeks endlich auf den Weg der Besserung, schnellte das Fieber am Abend wieder auf die 40° C zu. Mein Liebster unterstützte mich, wo immer er konnte, doch seine Arbeit konnte er leider nicht im Stich lassen und so überkam mich nach einer Woche ein Wohnungskoller, den ich jedoch meinen Kindern zuliebe niederschmettern musste.

Wir verpassten den Geburtstag des Opas, mehrere Spielverabredungen, die Faschingsfeier im Kindergarten, meinen lang ersehnten Friseurtermin…

 

Nach so einer Woche braucht man eigentlich Urlaub… oder gleich eine ganze Kur…

 

Und dann ruft der ein oder andere Bekannte an und ich versuche meinen letzten Rest an Konzentration (den mir der Schlafmangel gelassen hat) zusammenzukratzen und auf die Frage, wie es den Kids geht, ehrlich zu antworten, nur, um zu hören: „Ach, die sind ja dauernd krank! – Du musst mehr an die frische Luft gehen mit ihnen!“.

 

In solchen Situationen bin ich kurz davor, in die Luft zu gehen, aber nun ja, man bleibt ja freundlich und denkt sich seinen Teil. Jemandem Kinder zu wünschen, nur um ihm begreiflich zu machen, was für ein Müll gerade gesprochen wurde, ist sicherlich nicht gerade fein, aber in solchen Momenten durchaus nachvollziehbar… das seht ihr doch auch so, oder? 😉

 

Doch unter all diesen Schilderungen ist eine Sache, die mich ganz besonders auffrisst, und das ist diese Angst. Eine Angst, die ich, bevor ich Mutter wurde, nicht kannte. Die Angst, dass es dem/den eigenen Kind/Kindern schlecht geht, dass man alles in seiner Möglichkeit stehende getan hat und es trotzdem nicht reichte, um es den geliebten Menschen besser gehen zu lassen.

 

Es gibt viele Arten der Angst und da ich gerne und viel lese, habe ich schon von den unterschiedlichsten gehört bzw. auch viele selbst empfunden, aber diese absolut ungeahnte Angst, die ich empfinde, wenn es um das Wohl meiner Kinder geht, ist schlichtweg nicht in Worte zu fassen.

 

Ihr anderen Eltern kennt das sicherlich und stimmt mir zu. Und in solchen Momenten frage ich mich, wie unglaublich tapfer Eltern von Kindern sein müssen, die so ernsthaft erkrankt sind, dass ihr Leben auf dem Spiel steht und nicht nur eine heftige Grippe den Alltag zum Stillstand bringt, die für mich schon eine emotional gefühlte Havarie darstellt.

 

Hoffen wir, dass unsere Kinder niemals ernsthaft krank sein werden.

Eure Sabrina

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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