Kinder sind ohne Zweifel eine wirklich sehr erfüllende Angelegenheit – das meine ich im Sinne von Liebe -, aber auch zeitfüllend. Sie sind nahezu pausenlos in deiner Nähe oder sogar an deinem Körper und manchmal sehnt man sich nach ein wenig Abstand oder Zeit für sich.

 

Aber Mama (oder auch Papa) zu sein, kann zeitweise auch sehr einsam machen.

 

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Als ich mit meinem älteren Sohn schwanger war, musste ich einige Zeit liegen. Man glaubt kaum, wie lange ein Tag sein kann! Alle Anderen sind auf der Arbeit etc. und man selbst verbringt den gesamten Tag auf dem Sofa und die einzige Abwechslung bieten Bücher, Internet, das TV-Programm, Zeitschriften oder Radio. Da nichts wirklich Erwähnenswertes im eigenen Leben geschieht, hat man keine Gesprächsthemen, und so fühlte ich mich lange Zeit sehr einsam – und das obwohl ich mein Kind in mir trug.

 

Als Mama eines bereits geborenen Kindes kann es mitunter ebenfalls sehr einsam werden. Da ist es nun das lang ersehnte Baby… Man kümmert sich von Herzen gerne um dieses anbetungswürdige, heißgeliebte Geschöpf, aber dennoch kommt man irgendwann an den Punkt, an dem man sich nach Gesprächen mit anderen Erwachsenen sehnt. Selbst dann, wenn es darin „nur“ um die Kinder geht.

 

Paradoxerweise kann man sich als Mutter aber auch in Gruppen sehr einsam fühlen. Da besucht man mit seinem Baby einen Kurs und stellt fest, dass man mit keinem der anderen Teilnehmer warm wird. Dass man die Ansichten und Überzeugungen der anderen Mütter nicht teilt… und schon sitzt man einsam mit seinem Baby zwischen zehn anderen Frauen.

 

Ich kenne mittlerweile einige Mütter, denen es so ergangen ist, und alle haben eine eigenartige Gemeinsamkeit. Sie fühlen sich schuldig! Schuldig, weil sie trotz ihres Babys dieses Gefühl des Alleinseins in sich tragen.

 

Auch wenn der Partner am Abend Zeit mit einem verbringt, es vielleicht noch mehr Kinder in der Familie gibt und man wirklich nicht alleine ist, kann diese seltsame Art der Einsamkeit in einem wachsen. Für viele Mamis ist dies nur eine Phase. Aber was, wenn die Phase kein Ende zu nehmen scheint? Wenn das Baby größer und größer wird und man dennoch kaum Kontakt zu anderen Erwachsenen hat?

 

Alle Mamis, die diese Einsamkeit in sich spürten, erzählten mir, dass sie irgendwann einfach ausgebrochen sind. Dass sie sich selbst fremd waren, als sie fast 30 Minuten mit der Verkäuferin beim Bäcker geredet haben, dass sie sich auch nach kurzen Kontakten zu (fremden) Erwachsenen, sich fast schon euphorisch gefühlt hatten und daraus ein wenig Kraft zogen.

 

Alle, die diese Einsamkeit kennen, gestanden mir, dass dieses Gefühl hin und wieder zurückkehrt. Endlich hat man wieder sozialen Kontakt mit seiner Umwelt und ist zufrieden, dann wird plötzlich das Kind (oder man selbst) krank und die Isolation und dieses gefürchtete und vertraute Gefühl der Einsamkeit ist wieder präsent, als wäre es nie vergangen.

 

In einer Sache waren meine Gesprächspartnerinnen und ich uns jedoch einig. Diese Einsamkeit hat nichts damit zu tun, sein Kind weniger zu lieben oder gar dessen Existenz zu bereuen. Alle sind der Meinung, dass sich dieses ungewöhnlich anfühlende Einsamkeitsgefühl sicherlich mit den Jahren verflüchtigen wird. Denn sobald die Kinder selbstständiger werden, gewinnt man als Elternteil viel Zeit für sich alleine „zurück“. Zeit, in der man sich wieder viel häufiger mit Freunden verabreden kann, und das – so waren sich alle einig – schließt auch die Art „Freunde“ wieder mit ein, die diesen Status eigentlich gar nicht verdient haben, denn sie waren in der schweren Zeit der Einsamkeit nicht für einen da gewesen…

 

Liebe „einsame“ Mami, Du bist nicht alleine – und es wird sich alles wieder bessern. Hab kein schlechtes Gewissen. Dein Kind liebt dich und du liebst dein Kind. Alles ist/wird gut!

 

Eure Sabrina

 

(Vielen Dank an die mutigen und offenen Mamis, die mit mir über ihr Gefühl der Einsamkeit und des Schuldigfühlens gesprochen haben – es tut gut zu wissen, dass es Anderen ähnlich erging/ergeht.)

 

                     

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Sabrina

… wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Mir gings genauso… Ständig unter Leuten und ständig jemand an einem dran, aber irgendwie ist man doch einsam. Nur weil man zufälllig auch eine Mami ist, heißt das ja nicht, dass man sich automatisch mit den anderen Müttern verstehen muss. Ich wohne jetzt in Californien und hier sind die Leute so nett und aufgeschlossen, da findet man selbst in der Supermarktschlange Freunde – oder ein nettes Gespräch. Kopf hoch, Mamis! Und einfach mal Menschen die nett aussehen anquatschen. Denen gehts vielleicht genauso…

    • Liebe Hanni,
      schön zu lesen, dass Du in Californien richtig glücklich bist 🙂
      Wieder ein tolles Beispiel, dass diese „Einsamkeit“ vorbei geht, wenn man es anpackt 😉

      Ganz herzlichen Gruß in die Staaten…
      Sabrina

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