Liebe Nathalie,

mein Baby wurde kürzlich ein Jahr alt und selbstverständlich war das Anlass für mich, nochmals die Zeit der Geburt in meinen Gedanken durchzugehen. Ich hatte eine Vor- und Nachsorge-Hebamme, die ich mir „aussuchen“ konnte, und wie wahrscheinlich jede Frau ein mulmiges Gefühl, was für eine Person es wohl sein wird, die mir zur Seite steht, wenn ich in der Klinik mein Kind gebären werde.

 

Leider war ich heftig krank, als die Wehen einsetzten. Meine tiefe Angst vor einem (Not-)Kaiserschnitt vernebelte mir ein wenig die Gedanken und obwohl mein Söhnchen nach kaum drei Stunden im Kreissaal das Licht der Welt erblickte, hatte ich fast jede Sekunde davon die unterschwellige Panik in mir gespürt, dass ich doch noch aufgeschnitten werden müsste, weil mir schlichtweg die Kraft fehlen würde.

 

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Sie, liebe fremde Frau, haben mir Halt gegeben, mich beruhigt und mir (und meinem Körper) geholfen, ein gesundes und ganz wundervolles kleines Menschlein zu gebären. Sie haben dafür gesorgt, dass die anwesende Ärztin sich „zurückhält“, und mir alle Zeit gegeben, die ich brauchte, um das Wunder der Geburt ganz alleine und ohne Hilfsmittel zu schaffen. Selbst entscheiden zu können, in welcher Position ich mein Baby auf die Welt bringen werde, war mir wichtig, und Sie haben keinen einzigen Laut der Beschwerde geäußert, und das obwohl ihre Position sicherlich sehr unbequem war, während sie mir und meinem Baby geholfen haben.

 

Ich kann mich kaum mehr an Ihr Aussehen erinnern, aber Ihre angenehme Stimme klingt noch heute in meiner Erinnerung und ich würde Sie sicherlich unter vielen wiedererkennen.

 

Danke, dass Sie sich „später“ so liebevoll um meinen kleinen Sohn gekümmert haben. Als ich mich ausruhte und Sie ihn untersuchten und anzogen, hatte ich keine Sekunde ein schlechtes Gefühl verspürt, ihn in Ihre Obhut gegeben zu haben.

 

Ich erinnere mich noch gut an Ihr herzliches Lächeln und dass Sie ein wenig erstaunt gewirkt hatten, als ich mich für Ihre Hilfe bedankte, während mein Baby und ich aus dem Kreissaal in Richtung Wöchnerinnenstation geschoben wurden.

 

Aber genau das war mir sehr wichtig. Vielen Dank, dass Sie da waren, dass Sie sich Zeit genommen haben, dass Sie ihr Bestes gaben und dass es Ihnen ganz offensichtlich große Freude bereitet hat, sich als Erste um mein kleines Söhnchen kümmern zu dürfen.

 

Ich hoffe sehr, dass Sie Ihren wunderschönen Beruf noch sehr lange Zeit mit dieser wunderbaren Einstellung ausüben werden und dass Ihnen Ihre positive, beruhigende und freundliche Art mit Menschen (besonders mit Gebärenden) niemals abhandenkommen wird. Ich finde es ein wenig schade, dass wir kein Foto von Ihnen – zur Erinnerung – gemacht hatten.

 

Ich werde mich für immer an den Tag der Geburt meines zweiten Sohnes erinnern und Sie werden für immer ein unglaublich angenehmer Teil davon sein. Mir ist bewusst, dass Sie sich unmöglich an alle werdenden Mamis und ihre Babys werden erinnern können, aber eines sollten Sie bitte nie vergessen… dass sie von den Müttern ganz bestimmt niemals vergessen werden.

 

Herzlichen Dank für alles.

Sabrina (& Babykrümel)

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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