Dass die derzeitige Situation der Hebammen eine himmelschreiende Ungerechtigkeit ist, muss hier nicht diskutiert werden. Ich finde es unfassbar, dass es scheinbar tatsächlich Menschen gibt, die es hinnehmen würden, eine Geburt ohne die Erfahrung und Qualifikation einer Hebamme vonstattengehen zu lassen.

 

Bislang habe ich mich auf dem Babykeks-Blog noch nie zu einem politischen Thema geäußert, aber dieses Mal muss ich einfach…

 

Und politisch ist das Thema meiner Meinung nach, denn die Politik könnte dieser Peinlichkeit definitiv ein Ende bereiten.

 

Schön wäre, wenn es auch so bliebe... Bildquellenangabe: Hartmut910  / pixelio.de

Schön wäre, wenn es auch so bliebe…
Bildquellenangabe: Hartmut910 / pixelio.de

 

Ich habe zwei Kinder geboren. Ich hatte bei beiden Kindern jeweils eine Hebamme, die mich vor und nach der Geburt betreut hat, und je eine Hebamme, die mir während der Geburt zur Seite gestanden hatte.

 

Mein Mann und ich sind uns absolut einig: In Sachen Geburt schienen die Hebammen in einigen Angelegenheiten, bei Weitem mehr Ahnung und vor allem Einfühlungsvermögen zu haben als die Ärzte, die anwesend waren. Ich hatte bei meinem großen Sohn ernst zu nehmende Komplikationen, die nur durch einen schnellen und professionellen Eingriff seitens der Ärzte behoben werden konnte. Wäre ich in einem Geburtshaus gewesen, hätte es mein Todesurteil sein können, und das sage ich nicht leichthin. Ärzte müssen zum Wohle des Kindes und auch der Mutter unbedingt in der Nähe sein, um im Notfall eingreifen zu können.

 

Aber dennoch darf eine Hebamme einfach nicht fehlen.

 

Meine erste Schwangerschaft war leider problematisch und ohne die zusätzliche Hilfe meiner Hebamme (in der Vorsorge) hätte ich wohl Vieles nicht „so leicht“ weggesteckt. Nicht nur Symptomlinderung, sondern auch das gute Zureden, das Beruhigen sind unersetzlich und können von einem Arzt aus Zeit-, aber auch Geldmangel nicht übernommen werden.

 

Meine Hebammen beschützten mich bei der Geburt meiner Söhne. Sie halfen, meine Jungs sanft und sicher auf die Welt zu bringen.

 

Wie wir mittlerweile alle wissen, kosten Geburten viel Geld und natürlich auch Zeit. Beides möchte das Krankenhaus bestmöglich „optimieren“. Keinesfalls möchte ich hier einem Krankenhausangestellten etwas Negatives unterstellen – aber so ist die Welt nun mal. Die Hebammen haben den Ruf, alles zu versuchen, bevor das Skalpell zum Einsatz kommt, und dies zu Recht.

 

Ich hätte mir nicht vorstellen können, die erste Zeit nach der Geburt meines Kindes ohne Hebamme verbringen zu können. Ich lese viel, informiere mich, halte mich auf dem Laufenden und dennoch hatte ich tausende Fragen, die nur meine Hebamme zu meiner Zufriedenheit und Beruhigung beantworten konnte. Selbst bei meinem zweiten Kind gab es noch Dinge, die ich mir lieber nochmals so bestätigen lassen wollte.

 

Ein Arzt hat dafür weder die Ausbildung noch die Zeit und leider leben wir in der heutigen Zeit nicht mehr in einem Generationenhaus und haben nicht den Luxus, dass das Dorf unsere Kinder „miterzieht“.

 

Das bringt mich zur tatsächlichen Intention, diesen Text zu verfassen: Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir nicht vorstellen kann, ein drittes Kind zu bekommen, wenn ich nicht sicher sein kann, eine Hebamme an meiner Seite zu haben.

 

Ich vertraue den Ärzten (Geburtsmedizinern), aber noch mehr den Hebammen. Denn in meinem Verständnis sind dies zwei völlig verschiedene, aber sich sinnvoll ergänzende Berufe.

 

Seht ihr das genauso? Schreibt mir eure Meinung zu diesem Thema…

 

Eure Sabrina

 

Weil ich mir das Recht, zu wählen, auf welche Art und wo ich meine Kinder gebären will, nicht nehmen lassen will, habe auch ich die Petition „Geburt darf keine Privatleistung werden – gegen die wirtschaftlich optimierte Geburt!“ unterzeichnet.  Hebammen sind unglaublich wichtig!

hebammenunterstuetzung.de

Hashtags: #Elternprotest und #IhrbrechtRecht

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Ich habe auch unterschrieben, aber: auf die Krankenhaushebamme bei meiner Geburt hätte ich lieber verzichtet! Sie hat nicht das geringste getan, um mich vor dem OP zu bewahren. Schlimmer noch, ich kam aufgrund pathologischen CTGs in den OP, und wie ich im Nachhinein auf dem angeforderten CTG sehen konnte, war das CTG die letzten 20 Minuten vor der OP wieder normal! Die Hebamme hat das gesehen, sie hat längere Zeit auf das CTG gestarrt, bevor sie es im Kreißsaal abzumachen, um mich in den OP zu bringen. Sie hat nichts gesagt! Ich dachte weiterhin, das CTG wäre schlecht … Ich hatte ein Gespräch in der Klinik, und auf die Frage, warum ich denn noch in den OP gekommen bin, obwohl das CTG wieder in Ordnung war, hat die leitende Hebamme im strengen Tonfall gesagt: Wir können uns nicht ständig umentscheiden!
    Da bleibt einem doch die Luft weg, oder???
    Auf solche Krankenhaushebammen kann jeder verzichten. An Unmenschlichkeit ist das kaum zu übertreffen. Und die Ärzte haben das auch mitgetragen.
    Ich habe aber die Petition unterschrieben, und zwar um die außerklinische Geburt zu erhalten. Ins Krankenhaus würde ich niemals wieder gehen, jedenfalls nicht mit einer unkomplizierten Schwangerschaft.

    • Hallo Martina,
      es ist so traurig, dass du diese negative Erfahrung machen musstest und ich kann sehr gut verstehen, dass du bei evtl. zukünfigen Kindern nicht wieder in eine Klinik gehen möchtest.
      Gut, dass dies „schlimme Ausnahmen“ sind und es viele tolle und fähige Hebammen gerade auch in Kliniken gibt.

      Danke für deine Offenheit!
      Herzlichen Gruß und alles Gute
      Sabrina

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