Ihr Lieben, es ist etwas ganz Übles passiert und gleichzeitig etwas absolut Natürliches.

 

Genau 18 Tage nach Babykrümels erstem Geburtstag wollte er das erste Mal nicht mehr gestillt werden.

Ich kannte das Gefühl noch von meinem ersten Kind. Wenn dein Baby „dich“ das erste Mal ablehnt, sich von dir wegdrückt und sein Kopf wegdreht… das fühlt sich wirklich schrecklich an, so als würde er gar nicht nur die Milch verweigern, sondern auch dich als Mama.

 

Babykeks_Blog_ohneAbschied

 

Selbstverständlich ist mir bewusst, dass er mich als Mutter nicht ablehnt, aber es tat trotzdem weh. Durch nichts ließ er sich dazu bewegen, nochmals „anzudocken“. Am nächsten Morgen (er wollte schon eine ganze Weile nur noch morgens gestillt werden) habe ich es natürlich nochmals versucht. So ein kleines letztes „Abschieds-Stillen“ hätte meiner Seele recht gut getan, doch leider tat er mir den Gefallen nicht.

 

Das war es also. Etwas über ein Jahr konnte ich sicher sein, dass mein Baby mit allem, was es braucht, super versorgt wird, und dann hat der kleine Kerl einfach so und ohne Vorwarnung beschlossen, dass er jetzt „groß genug“ wäre, um nicht mehr bei Mama zu trinken.

 

Irgendwie ging das viel zu schnell. Aber dieser Satz ist wohl einer der meist gedachten der Mütter (und Väter) dieser Welt.

Mein Körper steckt das viel besser weg als mein Herz…

 

Da Krümelchen von ganz alleine seine Stillmahlzeiten allmählich reduziert hat, fiel es meinem Körper nicht schwer, die letzten verbliebenen Milchreserven abzubauen und völlig problem- und schmerzfrei ebenfalls aus der Sache auszusteigen. Ich sollte mich darüber freuen und glücklich schätzen, aber ein laut geschrienes Wort rast durch meine Gedanken: Verräter!

 

Ich habe nun also offiziell abgestillt und das, obwohl ich damit eigentlich gar nichts zu tun hatte und auch gar nicht wollte. Auch weiterhin werde ich viele Möglichkeiten haben, mit Krümelchen zu kuscheln, ihm nahe zu sein und ihm Geborgenheit und Liebe zu schenken, aber das Stillen ist doch immer etwas so besonders Wertvolles und Einzigartiges zwischen uns gewesen und jetzt einfach keine Option mehr.

Gut, dass wir Mamis paradoxe Gefühle haben dürfen und „gewohnt“ sind.

Derzeit bin ich über das Abstillen sehr traurig und gleichzeitig ziehe ich schon gierig den Duft der Freiheit in meine Lungen und plane, was ich nun alles wieder machen kann, da mein Körper nun wieder ganz allein der meine ist.

 

Wenn ich an dieses eine Jahr des Stillens zurückdenke, dann bin ich zufrieden. Wir hatten keine Einstiegsprobleme, bis auf die übliche Überbeanspruchung der empfindlichen Haut. Wir haben zwei Brustentzündungen durchgestanden und viel wunderbare Zeit gemeinsam verbracht. Das Stillen hat mich und ihn immer sehr entschleunigt und das tat der gesamten Familie sehr gut.

 

Es war eine schöne Zeit, eine Zeit, die ich immer fest in meinem Herzen tragen werde, genau wie die, die ich mit seinem großen Bruder erlebt habe. Jetzt gib es nichts mehr auf der Welt, dass ganz alleine zwischen meinem Baby und mir stattfindet. Von nun an könnte er alles (was er braucht) auch mit anderen Personen machen….

… oder vielleicht auch nicht, denn eins bleibt uns stets. Ich werde immer seine Mama sein.

 

Adieu, Stillzeit – es war schön! Willkommen neues Abenteuer!

 

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir verratet, wie ihr das Abstillen empfunden habt. War es leicht, unbedingt nötig??? Schreibt es mir. Und vor allem – was mache ich jetzt mit der ganzen Muttermilch im Tiefkühlfach???

Eure Sabrina

                        

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Bei meiner großen ging das mit dem Abstillen auch ganz schnell. Von heute auf morgen wollte sie auch nicht mehr an die Brust. Im Nachhinein ist mir aber bewusst, das die Milch wohl den Geschmack verändert hat da ich einige tage später von meiner erneuten Schwangerschaft erfahren habe. Der kleine will noch ständig an die Brust, obwohl ich zeitweise auch die Flasche gebe (wenn er der Meinung ist das die Milchbar 24 Std geöffnet ist, ohne Pause), die er recht häufig ablehnt. Wir wollten ja einige Stillmahlzeiten mit anderer Nahrung ersetzen, er möchte aber sehr häufig im Anschluss noch den „Schluck Milch von Mama“. Mal schauen wie es bei ihm wird.

    • Hi Dany,
      dann drück ich dir mal ganz fest die Daumen, dass ihr noch ganz lange harmoniert und die „Milchbar“ nicht überstrapaziert wird 😉
      Ganz liebe Grüße und Danke 🙂
      Sabrina

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