Babykeks

Grippeimpfung in der Servicewüste

Bildquellenangabe: www.einstellungstest-polizei-zoll.de / pixelio.de

Ich lasse mich jährlich gegen Grippe impfen.

Als Pädagoge hat es sich für mich als sehr sinnvoll erwiesen. Außerdem bekommt man als Lehrer von den meisten Krankenkassen die Kosten später wieder erstattet.

In diesem Jahr war meine Grippeimpfung jedoch tatsächlich ein Blogartikel wert, denn es war einfach nur traurig…

 

Ich rief in der Arztpraxis an und fragte, ob ich einen Termin für die Impfung machen sollte. Mir wurde gesagt, dass die Impfung eine Privat-Leistung sei und ich aus diesem Grund „jederzeit“ vorbeischauen könnte, um mir das Rezept abzuholen. Sobald ich den Impfstoff hätte, müsste ich in der Praxis erscheinen, 10 Euro mitbringen und mich dann (ohne Termin – aber in Anwesenheit der Ärztin) impfen lassen.

 

Als ich das Rezept abholen ging, verlangte die offensichtlich genervte Helferin meine Versicherungskarte. Ich als Laie war irritiert, da sie mir doch sagte, es sein eine Privatleistung. Auf meine Frage, warum sie meine Karte bräuchte, schaute sie mich mürrisch an, streckte die Hand aus und sagte nur in genervtem Ton: >>Haben Sie die Karte nicht dabei?!<< Ich war so negativ über diese Behandlung überrascht, dass ich ihr meine Karte gab und mich ärgerte, dass ich auch nach nochmaligem Nachfragen einfach ignoriert wurde. Ich verließ die Praxis und redete mir ein, dass ich einfach einen doofen Moment erwischt haben musste.

 

In Apotheke Nummer 4 (!) bekam ich dann meinen Impfstoff, der konstant gekühlt werden musste und schaffte es erst zwei Tage später, wieder in der Praxis zu erscheinen.

 

Als ich mich abermals anmeldete, den Impfstoff und die Karte auf den Tresen legte, wurde ich tatsächlich nicht einmal begrüßt. Die Helferin schaute nur kurz auf, um die Sachen an sich zu nehmen, rief recht ruppig nach einer Kollegin, die mich übernehmen sollte und tippte weiter.

 

Ich wurde in einen kleinen Nebenraum gebeten, der vom Wartezimmer nur mit einem Vorhang begrenzt wurde. Dieser Vorhang wurde jedoch nicht zugezogen, als besagte Kollegin eintrat, die mich übrigens auch nicht begrüßte, sondern nur sehr pampig reagierte, als sie bemerkte, dass am mitgebrachten Impfstoff keine Nadel dran war. Sie rauschte aus dem Raum und kehrte mit einer Spritzennadel zurück.

 

Bildquellenangabe: www.einstellungstest-polizei-zoll.de / pixelio.de

Bildquellenangabe: MarkDrebinger www.einstellungstest-polizei-zoll.de / pixelio.de

Ich hatte bereits meinen Ärmel hochgekrempelt und harrte der Dinge, die da kamen. Während sie richtete, fragte ich, ob es etwas zu beachten gab, nachdem ich geimpft wurde. Sie unterbrach ihr tun, schaute mich das erste Mal tatsächlich an und meinte nur: >>JA! Tennis würde ich jetzt halt nicht unbedingt spielen!!!<<

 

Mit diesen Worten sprühte sie Desinfektion auf, griff nach meinem Arm, setzte die Injektion und entsorgte danach die Kanüle. Sie tupfte kurz über die Einstichstelle und entschied dann wohl, dass ich kein Pflaster brauchte, als ich danach fragte (zu Hause ärgerte ich mich dann übrigens über den blutigen Punkt auf meinem Kleidungsstück).

 

Zu diesem Zeitpunkt war ich dann wirklich sauer.

Ich stand auf, nahm mein Zeug und verließ den kleinen Raum ohne Worte. An der Anmeldung bat ich um eine Quittung für die 10€, damit ich sie bei meiner Krankenkasse einreichen konnte. Die Reaktion der Helferin war ein genervtes Schnauben, doch sie tat es tatsächlich sofort.

 

Als mir das Schriftstück überreicht wurde, war plötzlich alles wie verändert. Die unhöfliche, grimmige Frau nickte mir zu und wünschte mir einen schönen Tag.

Ich war stinksauer!!!

 

Mein Arm tat weh und war angeschwollen (was wohl eine normale Reaktion sein kann). Als jedoch am Abend mein Liebster heim kam, der sich in der Nähe seiner Arbeit bei seinem Hausarzt ebenfalls am selben Tag hat impfen lassen, erzählte er, dass dort nur der Arzt impfen dürfte, dass er den Einstich nicht gespürt hatte und der Impfstoff für ihn sogar durch die Praxis in der benachbarten Apotheke „reserviert“ wurde und er keine Apotheken-Safari machen musste…

Da frage ich mich natürlich, ob es nicht an der Zeit wäre, meinen Hausarzt zu wechseln…

und traurigerweise hat das noch nicht einmal etwas mit der Qualität oder dem Vertrauen zur Ärztin selbst zu tun. Viel mehr mit dieser üblen Behandlung, die mir dort immer öfter zu Teil wird.

 

Ich bin enttäuscht über solch eine Behandlung, die leider keine einmalige Sache gewesen war… Bei vielen Arztbesuchen habe ich den Eindruck, für die Helferinnen eine Belastung oder gar eine persönliche Frechheit zu sein, weil ich ihnen Arbeit verursache. Kein Lächeln, keine netten Worte, nur genervte Blicke. Auch untereinander gibt es offensichtlich sehr viele Streitigkeiten zwischen Helferinnen, die buchstäblich auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden.

 

Ich finde diesen Zustand in Deutschlands Arztpraxen alarmierend! Gerade wenn man heftig erkrankt ist oder Schmerzen hat, sollte eine ausgebildete Arzthelferin, doch bitte die Situation begreifen und nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen.

 

Den Ausschlag, diesen Artikel zu schreiben, kam dann Tage später, als mein Mann mir ein Bild zeigte, dass er im Karlsruher Klinikum aufgenommen hatte. Mein Appell an alle Arzthelferinnen/helfer und Ärzte da draußen: NEHMT EUCH DAS HIER BITTE ZU HERZEN:

BB_Appell

                  

Über die Autorin alle Artikel der Autorin anschauen

Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Sowas geht wirklich nicht! Ich würde bei nächster Gelegenheit der Ärztin erzählen (ev. auch per Mail etc.), wie du dich gefühlt hast und dass du dir einen Praxiswechsel überlegst, obwohl du mit ihr persönlich sehr zufrieden bist. Es ist ihr Job als Cheffin, dafür zu sorgen, dass sich das restliche Personal „zivilisiert“ benimmt. Wenn das nichts bringt, würde ich tatsächlich einen Wechsel ins Auge fassen, denn zu einer guten ärztlichen Versorgung gehört der Umgangston in der Praxis eben auch dazu!

    LG, Julia

    • Hallo Julia,
      ich habe in der Tat schon überlegt, ob ich der Ärztin den Link zum Blogpost schicke und ich gehe beim nächsten Mal mit zum Arzt meines Mannes und entscheide dann, ob ich definitiv wechseln werde…
      Leider sind unfreundliche Arzthelferinnen etc. ja nicht nur das Problem dieser einen Praxis… 🙁
      Vielen Dank für deinen Zuspruch.

      Lieben Gruß
      Sabrina

Verfasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Die erforderlichen Felder sind mit einem * markiert.