© Matthew Cole fotolia.de

>>Am gleichen Strang ziehen<<

Wie oft haben wir Eltern das schon gelesen? In Erziehungsfragen müssen Mama und Papa am gleichen Strang ziehen. Uneinigkeit belastet nicht nur die Beziehung, sondern verwirrt und verunsichert selbstverständlich auch das Kind / die Kinder.

 

Aber sehen wir der Realität ins Auge.

Ein sehr großer Teil der Familienkonstellationen hat eine Mama zu Hause, die sich um den Nachwuchs kümmert und vielleicht, oder auch, wenn überhaupt, einer Halbtagsstelle oder einem Minijob nachgeht. Nach wie vor sind es ja noch häufiger die Papas, die als Hauptverdiener eine Vollzeitstelle einnehmen, die oftmals auch mit sehr vielen Überstunden einhergeht.

 

Man liest häufig von der „Wochentags-Alleinerziehenden-Mutter“. Zwar verstehe ich natürlich, was damit gemeint ist, aber man sollte sich dennoch immer vor Augen halten, dass auch die beschriebene Situation keinesfalls mit einem tatsächlich alleinerziehenden Elternteil vergleichbar ist. Viele Dinge, wie z.B. die Steuererklärung, Versicherungen oder die Pflege und Instandhaltung des Autos, Betreuung im eigenen Krankheitsfall etc., stets von Papa am Laufen gehalten werden, auch wenn er dafür die kostbare Wochenend-Zeit mit der Familie opfern muss. (Tatsächlich Alleinerziehende stehen da nämlich absolut alleine auf weiter Flur… )

 

Wen wundert es da, dass dieses Am-gleichen-Strang-Ziehen häufig ziemlich in die Hose geht.

Die Mamas halten unter der Woche alle Regeln ein, bemühen sich um Manieren der Kinder, leben vor, was heute in der Gesellschaft verlangt wird und was ein Tabu darstellt. Nicht zu vergessen ist hierbei natürlich auch die ausgewogene und gesunde Ernährung, um dem Bewegungs- und Forscherdrang der Kinder genügend Entfaltungsmöglichkeiten zu geben.

 

Und dann kommt der Papa.

 

Etwas müde und vielleicht noch gestresst vom Job nach Hause. Das Kind quengelt und schwups gibt es ein Nachtischeis und das, obwohl es die Mama (aus Gründen…) nicht erlaubt hatte. Woher soll der Papa ja schließlich auch gewusst haben, dass der Sprössling heute bereits genug Süßes hatte oder es schlichtweg nicht verdiente?

 

Ein „Wie hat sich das Kind heute so gemacht“-Update zwischen Begrüßung an der Tür und Abendbrot ist unrealistisch. Das Frustlevel ist somit schon mal vorprogrammiert. Die Vernunft greift ein und wenn die Kids im Bett sind, wird das für die Zukunft kurz diskutiert und abgesprochen, wie man es das nächste Mal besser macht.

 

Nur das „Das-nächste-Mal“ eine leicht andere Situation ist. Mama hatte etwas nicht erlaubt, also gibt das Kind bei Papa vor, dass es von Mama abgesegnet wäre und schon wird im Ehebett wieder eine vernünftige Diskussion geführt, wie wir das zukünftig vermeiden können.

 

An dieser Stelle sei doch bitte nochmal rasch das Frustlevel erwähnt, welches exponentiell ansteigt, mit jeder Begebenheit, an dem leider eben NICHT an einem Strang gezogen worden war.

Wenn dann auch noch die eigenen Eltern oder die Schwiegereltern, Freunde etc. pp. gut gemeinte Ratschläge geben und einen wissen lassen, wie wichtig es doch ist, an einem Strang zu ziehen, ist tiefes Durchatmen und Nicken ein bewährtes Mittel, um es sich für die Zukunft bei niemanden zu verscherzen.

 

Nun ja, als Elternteil macht man eben das Beste aus der Situation und hofft darauf, dass bald einer der Erziehungs-Gurus vielleicht sogar einen Ratgeber zum „Am selben Strang ziehen“ herausgibt und wir Eltern dann auch hier endlich Licht ins Dunkel gebracht bekommen, oder auf einen erhellenden AHA-Moment.

 

Und die Moral von der Geschicht: Verliere den Humor im Leben nicht!

Wie ist das bei euch zu Hause? Ist das „Strangziehen“ realistisch und durchführbar oder übt ihr auch noch?

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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