Heute muss ich euch ein Geständnis machen:

Der Liebste und ich haben dem armen Babykeks völlig ungeniert die Schuld in die Schuhe geschoben… Wie es dazu kam, erkläre ich euch mit leicht geröteten Wangen.

 

Damals waren wir noch zu dritt und genossen unseren letzten Urlaub, bevor Babykrümel in die Mache ging. Wir hatten uns ein schönes, kinderfreundliches Hotel in sonnigem Spanien ausgesucht und ließen es uns gut gehen.

Damals war Babykeks knapp dreieinhalb Jahre alt und noch so richtig süß, kindlich und tollpatschig. Am Abend saßen wir sehr gerne gemeinsam an den kleinen Tischen in der Hotellobby und sahen der Animation zu, während Babykeks mit seinen Autos oder gemeinsam mit uns Karten spielte.

 

Anscheinend sind in Spanien jedoch nicht nur die Kleider kleiner, sondern auch die Tische. Da der Liebste ein sehr großer Mann ist, hatte er stets einige Probleme, seine langen Beine unter die runden Tische zu positionieren. An diesem einen Abend hatten wir wohl ein besonders instabiles Tisch-Exemplar erwischt und so geschah es, dass wir mit unseren Getränken von der Bar gleich beim Hinsetzen eine Überschwemmung verursachten.

 

Wir entschuldigten uns und baten um einen Lappen. Kurz darauf kam eine Dame vom Reinigungsservice und wischte den Boden wieder sauber. Derweilen wiederholte der Liebste unsere Bestellung und kam kurz darauf zum Tisch zurück.

 

Kaum standen die Gläser, versuchte der Liebste abermals sich zu setzen und erneut landeten die Gläser auf dem Boden. Wir erstarrten und blickten einander peinlich berührt an. Die Leute um uns herum mussten denken, wir wären betrunken, und das, obwohl wir nur alkoholfrei bestellt hatten…

 

Gerade als der Liebste sich wehmütig erhob, um abermals „Entschuldigung“ zu sagen, da tauchte auch schon dieselbe Dame vom Personal auf und begann kopfschüttelnd die Bescherung abermals wegzuwischen.

 

Dabei verließ ein Schwall spanischer Worte ihre Lippen. Sie war nicht ernsthaft böse, aber sie drehte sich immer wieder zu Babykeks um und sprach ihn in mahnendem Tonfall an. Wir versuchten, sie zu besänftigen und entschuldigten uns, bis wir verstanden, dass sie annahm, dass Babykeks das Chaos verursacht hat.

 

Ein Blickwechsel mit dem Liebsten und ich nahm unseren Sohn auf den Arm.

Der arme kleine Kerl umgriff seine Autos, starrte die Frau mit fragenden, großen braunen Augen an und verstand die Welt nicht mehr. Der Liebste schüttelte den Kopf und gestikulierte: „Kinder…“

Die Dame winkte ab und verließ uns, nicht ohne nochmals einen „scherzhaft warnenden“ Blick auf Babykeks geworfen zu haben…

Die Sache war uns so peinlich, dass wir beschlossen, sofort auf unser Zimmer zu gehen.

Die Gefahr, dass irgendwo andere deutsche Touristen unser Theater mitbekommen hatten, fanden wir gar nicht prickelnd.

Schließlich schiebt man nicht jeden Tag seinem kleinen, unschuldigen Kind die Schuld in die Schuhe, um sich mehr oder weniger galant aus einer peinlichen Situation zu retten.

 

Armer Babykeks – irgendwann werden wir uns wohl entschuldigen müssen… vergessen kann ich diese Sache nämlich bis heute (fast drei Jahre später) immer noch nicht…

 

Seid ihr auch schon Mal in solch einer Situation gewesen? Erzählt mir davon. Wann habt ihr, das letzte/erste Mal eurem Kind die Schuld in die Schuhe geschoben und warum?

Eure (reumütige)

Sabrina

© shockfactor.de fotolia.de

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Sabrina

… wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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