Babykeks

Der Geist der Weihnacht

Eine wahre Weihnachtsgeschichte hält Türchen Nr. 21 heute für euch bereit:  21

Da gab es diesen kleinen Jungen. Er liebte Züge über alles. Auf dem Weihnachtsmarkt in seiner Stadt gab es eine Kindereisenbahn, die er mit strahlenden Augen und unglaublich leidenschaftlich gerne fuhr. Für ihn war es das Größte, sich in die kleinen, metallischen Wagons zu setzen und aufgeregt zu warten, bis sich das Bähnchen endlich in Bewegung setzte.

Dann spürte er die kalte Luft noch deutlicher, sah die vielen kleinen Lichter noch schneller an sich vorbeirauschen und spürte ein kribbeliges Gefühl im Bauch, wenn sein Wagon hinter einem Tannenbäumchen oder einer aufgezeichneten Reh-Familie kurz verschwand und den Blick auf seine Lieben verbarg. Das laute Rattern der Räder übertönte die Weihnachtsmusik und nahm ihn mit auf eine Reise, die nur in seinem Köpfchen und seinem Herzen stattfand.

Am letzten Tage des Weihnachtsmarktes kam den Großen der Alltag in den Weg und so geschah es, dass der kleine Junge zu spät auf den Weihnachtsmarkt kam. Überall wurden bereits die Waren eingepackt, Buden abgebaut und alle großen Leute hatten ihre „Stress-Gesichter“ aufgesetzt.

Der kleine Junge spürte die Veränderung, doch es war ihm egal. Er wollte einfach nur zu seinen geliebten Zügen.

Als er mit seinen Großen dort ankam, bemerkte er sofort, dass die Reh-Familie fehlte. Viele der Tannen waren auch schon verschwunden und der Zug hatte nicht mehr all seine bunten Wagons, sondern stand nur noch mit zweien auf den kargen Schienen.

Sogar die Großen sahen plötzlich ganz traurig aus und begannen ihn bereits zu trösten, obwohl er noch gar nichts „verboten“ bekommen hatte. Als der kleine Junge begriff, dass er heute – und wahrscheinlich sogar für lange Zeit – nicht mehr mit dem Zug würde fahren können, spürte er die heißen Tränen, die plötzlich ganz heftig in seinen Augen brannten.

Sein kleines Bäuchlein fühlte nicht das Kribbeln, sondern zog sich enttäuscht zusammen. Auch die warmen Arme der Großen konnten ihm keinen Trost spenden. Wut mischte sich in seine Enttäuschung und er verstand die Welt nicht mehr.

Er hatte sich doch so beeilt und jetzt war doch alles umsonst gewesen.

Laut weinend lief er widerwillig an der Hand der Großen fort von den bunten Zügen, bis er plötzlich eine sehr eigenartige und sehr laute Stimme hörte.

>>Der kleine weinende Junge und seine Großeltern sollen bitte ganz schnell zurückkommen!<< hörte er trotz seines Schluchzens.

Er spürte, wie er auf den Arm gehoben wurde und als die Tränen einen kurze Pause machten, bemerkte er, dass er im Wagon saß. Das Rattern begann und der Wind wurde plötzlich wieder kälter. Anstatt der Rehfamilie sausten Männer, mit Werkzeugen in der Hand, winkend an ihm vorbei und endlich begriff er, dass er doch nochmals Zug fahren durfte.

Seine Augen begannen, wieder zu strahlen, und er lachte laut und während der ganzen Fahrt, die er ganz alleine für sich hatte.

Das war ein unglaublich toller Tag für den kleinen Jungen.

***

Die Betreiber des Fahrgeschäftes opferten ein paar Minuten ihrer Zeit, um meinen Babykeks glücklich zu machen.

Es war eine wunderbare Geste und ich bin diesen Fremden von Herzen dankbar, denn sie haben mein Kind glücklich gemacht und uns eine einzigartige Erinnerung geschenkt.

Das, so glaube ich, ist dieser oft erwähnte „Geist der Weihnacht“.

 

Frohe Tage, ihr Lieben, und wenn ihr die Möglichkeit habt, dann macht jemanden glücklich! Vielleicht wird es nie vergessen werden, genau wie die Geschichte des kleinen Babykeks und seiner großen Zugliebe.

 

Eure Sabrina

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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