Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ich als Tanzpädagogin in meinen „jungen Jahren“ sehr gerne und sehr häufig Diskotheken besucht habe. Eines meiner absoluten Lieblings-Locations war der „Schwimmbadclub“ im wunderschönen Heidelberg. Nach knapp 20 Minuten Fahrzeit war man dort und Parkplätze gab es auch immer genügend.

Richtig tolle Bands spielten dort regelmäßig und ich weiß noch genau, wie ich mit meiner kleinen Schwester zu Guano Apes gerockt hatte – unser erster gemeinschaftlicher Konzertbesuch. Mit meinem Liebsten war ich auch dort gewesen und das, obwohl er absolut und überhaupt nicht gerne tanzt… tja, das ist eben Liebe.

Auf drei Stockwerken war für fast jeden Geschmack was dabei und ganz oben konnte man sich in ein „ruhiges“ Café setzen, sich kurz erholen oder eben besser kennenlernen – ihr versteht…

 

Kein Wochenende ohne Tanzen

…und meistens eben dort mit den engsten Freunden. Ich hatte eine wirklich tolle Zeit mit ganz wunderbaren Erinnerungen und lustigen Anekdoten, die mir heute noch hin und wieder in den Sinn kommen.

 

„Der Schwimmbadclub HD schließt seine Tore“

las ich kürzlich und erschrak heftig. Natürlich war ich schon ewig nicht mehr dort. Schließlich würde ich mit meinen fast 35 Jahren dort herausstechen wie ein leuchtender Elefant, und ich gebe zu, dass ich es auch nicht auf die Ü-30-Partys geschafft habe, weil ich so schon viel zu wenig Schlaf habe, und eine durch die Party derart verkürzte Nacht mich wohl auf zwei Wochen nachhaltig schädigen würde…

Aber trotzdem – oh mein Gott! Die Disco, in die ich so gerne ging, wird es bald nicht mehr geben. Zu wissen, dass niemand mehr so schöne Momente erleben wird, wie ich dort damals, stimmt mich melancholisch.

Der Artikel in der Zeitung gibt an, dass die Elektronik genauso veraltet wäre, wie das Brandschutzsystem und der Betreiber das einfach nicht mehr verantworten kann. *Veraltet – schluck*!

Als ich damals durch die Hallen tanzte, habe ich nicht eine Sekunde über Derartiges nachgedacht und doch ist es selbstverständlich vernünftig und nachvollziehbar.

Ein Stück meiner Jugend schließt für immer seine Pforte.

Jetzt ist es also soweit. Bald gibt es diese Location nur noch in meiner Erinnerung und ich werde nie mehr die Möglichkeit haben, die Räume zu betreten und in Erinnerungen zu schwelgen. Schade – aber das ist nun mal der Lauf der Dinge – das ist die „Zeit“, von der alle reden.

Ich bin bald 35 Jahre alt, verheiratet, erfolgreiche Freiberuflerin, habe zwei fantastische Söhne und einen wirklich schönen Alltag und es überrascht mich ein wenig, dass es mich derart wehmütig werden lässt, zu lesen, dass etwas, dass kein Teil mehr meines jetzigen Lebens ist, bald Geschichte sein wird.

Eigenartig, wie schnell die Erinnerung an diese Zeit mich zurück zu meinem jungen Ich bringen kann.

 

Diese durchtanzte Zeit wird immer ein Teil meiner selbst sein. Seltsam, dass ein Zeitungsartikel mir dies erst wirklich bewusst gemacht hat.

Kennt ihr dieses Gefühl auch? Schreibt mir davon.

Eure Sabrina

Das Bild für die selbsterstellte Grafik ist von pixabay/stux

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Du junges Küken 😉 😉 ;-).

    Liebe Sabrina, du das kann ich gut nachvollziehen.
    Ich bin ja noch eine Generation weiter als du. Und wenn ich an „früher denke“, erst dann fällt mit auf, wie lange das wirklich schon her ist.

    Als ich vor drei Jahren mal nach langer Zeit für ein paar Tage in meiner alten Heimat war, fiel es mir besonders auf. Unserem jüngsten Sohn, damals 24 Jahre jung, machte es viel Spaß, all die Ecken, die Straßen, Schulen und andere Gebäude von mir erklärt zu bekommen. Und ich merkte, dass manches nicht mehr so ist, wie es war. Am meisten fiel es mir an einer der Schulen auf, die 4 Jahre lang besuchte. Sie war 1972 fertiggestellt worden und verfällt bereits, weil sie nicht mehr gebraucht wird.

    Oder: Vom Wohnzimmerbalkon unserer damaligen Wohnung (5. Stock Neubau- auch 1972) schaute ich vor über 40 Jahren auf einen kleinen Park mit vielen Blumenbeeten. Heute steht dort ein riesiger Hotelkomplex.

    Und wenn ich dran denke, dass ich vor 40 Jahren bereits die Schule beendet hatte, merke ich tatsächlich, wie alt ich bin – und will es eigentlich nicht wahrhaben…

    Liebe Grüße von elsie

    • Ach elsie,
      das sind natürlich auch einiges an Abschiede… daw steht mir wohl alles noch bevor. Ich werde an dich denken, wenn ich das nächste Mal von etwas „Abschied“ nehme und mir ins Gedächtnis rufen, dass es bald „normal“ sein wird. Auf jedenfall ist es eben der Gang der Dinge.
      Vielen Dank, dass du uns das so lebhaft und auch ein wenig schonend ins Gedächtnis gerufen hast 🙂

      Herzlichste Grüße
      Sabrina

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