Wenn dein Kind vom Geschenk enttäuscht ist

Endlich Geschenke auspacken, aber strahlen die Augen auch immer?

Meine Söhne sind in diesem Jahr sechs und eineinhalb Jahr alt und haben das Weihnachtsfest und insbesondere die Bescherung dementsprechend anders erlebt. Hier meine Gedanken dazu:

Mit seinen 1,5 Jahren versteht Babykrümel mittlerweile, was es bedeutet, etwas auszupacken. Im Idealfall darf man nämlich den Inhalt behalten und der macht ganz viel Spaß.

Babykrümels erstes Weihnachtsfest war wohl eher ein Rausch aus Rascheln und Funkeln, denn mit seinen damals knapp 6 Monaten verweilte er sich wesentlich lieber mit dem Geschenkpapier, als mit dem Geschenk selbst.

In diesem Jahr machten auch die schönen großen Kartons einen riesen Spaß, in den „das Christkind“ die Geschenke hat liefern lassen…

Für unseren großen Babykeks ist Weihnahten selbstverständlich ebenfalls eine große Sache. Zwar hatte er erst kürzlich Geburtstag, was diesen besonderen Geschenke-Kick an den Feiertagen etwas mindert, aber schenken ist doch generell immer noch eine super geniale Sache.

Etwas ist mir jedoch sehr deutlich in diesem Jahr ausgefallen. Unser kleiner Babykrümel war mit allem völlig zufrieden, was er ausgepackt hat. Einfach alles Neue ist interessant und so war das Beschenktwerden für ihn ein Erfolg auf der gesamten Linie.

Für unseren großen Babykeks war die Sache da schon heikler. Mit sechs Jahren hat man bereits ganz bestimmte Wünsche, aber leider noch keine Ahnung von Geld, Lebenskosten etc. Da kann es schon mal passieren, dass ein wirklich großes Geschenk (aus z.B. Elternsicht) enttäuscht angeguckt wird, weil es eben z.B. nicht das „Riesen-Lego-Set“ ist, das er sich gewünscht hatte.

Wir Großen wissen, wie verletztend es für den Schenkenden ist, sich nicht zu freuen und zu bedanken, und darum finden wir jedes Geschenk „toll“ und bedanken uns, wie es sich gehört. Doch mit sechs Jahren ist das noch nicht so.

Und ganz ehrlich – vielleicht ist das auch ein bisschen gut so, denn eigentlich haben wir Babykeks ja auch nicht zum Heuchler erzogen. Dass die Enttäuschung beim Schenkenden groß ist, wenn die Augen nicht strahlen, sondern der Blick eher enttäuscht oder verwirrt ist, ist verständlich.

Bei manchen Dingen lag es auch daran, dass unser Kind im ersten Moment gar nicht wusste, was es da eigentlich in Händen hielt und erst nach dem Erklären und Zeigen einen Aha-Moment hatte und begriff, was für eine tolle Zeit man damit haben könnte.

Während Babykrümel völlig begeistert und auch ein bisschen arg überreizt sein neues Hab und Gut bespielte, musste beim Großen ein wenig Wogenglättung betrieben werden, und auch die enttäuschten Schenkenden mussten besänftigt werden.

So ist das Leben. Manchmal muss man sich eben entscheiden, welcher Aspekt der Erziehung den wichtigeren Stellenwert hat. Die Gefühl Anderer nicht zu verletzten, aber dafür zu „lügen“, oder eben aufrichtig zu sein, und dafür gegen die übliche Etikette zu verstoßen.

Es ist eine Gradwanderung und ich erwische mich manchmal dabei, wie ich am liebsten rasch meine Meinung ändern möchte, um die Enttäuschung nicht auf beiden Seiten erleben zu müssen, aber eigentlich ist Aufrichtigkeit ein sehr wichtiges Gut, und ich hoffe sehr, dass unsere Kinder von ganz alleine verstehen lernen, wie sich ihr Verhalten für Andere anfühlt und dementsprechend lernen, eigene Entscheidungen treffen.

Wie immer können wir Eltern da nur weiterhin vorleben, trösten und Wogen glätten. Aber nicht zu vergessen, auch ein wenig stolz zu sein, dass die „Nicht-lügen-Erziehung“ Früchte trägt.

Ich glaube, dass Kinder ein Recht darauf haben, authentisch zu sein, und wir Erwachsenen dafür mehr Verständnis aufbringen sollten, gerade in der Zeit der Nächstenliebe – auch bekannt als Weihnachten…

Wie war es dieses Jahr bei euch mit Geschenken? Alles Volltreffer oder gab es auch ein paar enttäuschte Blicke? Wie seid ihr dieser Situation entgegengetreten? Bitte schreibt mir…

Eure Sabrina

 

 

Lest zu diesem Thema auch gerne meinen Artikel: „Undankbare Kinder“

BB_undankbar

 

 

Bildquelle „Geschenke“ von pixdabay/blickpixel Überareitung von Babykeks-Blog

                           

Über die Autorin alle Artikel der Autorin anschauen

Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

Verfasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Die erforderlichen Felder sind mit einem * markiert.