Burn-out oder Bore-out?

Luxusproblem oder ernste Erkrankung?

Alle Welt spricht vom gefürchteten Burn-out: der Punkt der totalen Erschöpfung geistig wie oftmals auch körperlich. Aber habt ihr auch schon Mal vom Bore-out gehört? Bore out kommt vom Englischen „boredom“, also der Langeweile.

Das mag sich im ersten Moment nach einem definitiven Luxusproblem anhören, aber es gibt bereits Zahlen:

Laut des Stressreports 2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) fühlen sich 13 Prozent der abhängig Beschäftigten fachlich und 5 Prozent mengenmäßig im Job unterfordert (Quelle: spiegel.de).

Da Leistung in unserer Gesellschafft so etwas wie das Maß aller Dinge geworden ist, wird die Langeweile natürlich überspielt und mit Lügen oder vorgetäuschtem Tun verschleiert. Das führt bei den Betroffenen im schlimmsten Fall sogar zu Depressionen.

Für einen nicht Betroffenen mag sich das völlig skurril anhören, aber stellt euch vor, ihr müsstet ständig so tun als ob. Ihr wüsstet, wie wenig ihr doch tut, hättet Angst um euren Arbeitsplatz und verliert täglich mehr Respekt vor euch selbst.

 

Ist Mama gestresst oder gelangweilt?

Aber lasst uns den Bogen zum Elternblog schlagen. Allgemeinhin würde wohl niemand auf die Idee kommen, die Elternschaft als langweilig zu bezeichnen. Ganz im Gegenteil: Man hat tatsächlich immer etwas zu tun und vom Stresslevel muss man gar nicht erst anfangen.

Doch ist gerade für frischgebackene Eltern mit noch kleinem Kind Langeweile tatsächlich eine große Sache. Wer es gewohnt war, gerne seiner geschätzten Arbeit nachzugehen, ständig auf intellektueller Ebene gefordert worden zu sein und stets auf etwas zugearbeitet hat, kann diese Neuerung, Elternteil zu sein, als langweilig empfinden.

Plötzlich ist es nicht mehr nötig (oder ratsam), sich jeden Morgen „ordentlich“ anzuziehen. Das Baby schläft zu Anfang noch sehr viel, die eigene Müdigkeit raubt die Fähigkeit der Konzentration. Recht schnell hat man unter all dieser neuen Verantwortung auch etwas Ungewohntes darunter gefunden: Langeweile! Noch ist der Alltag recht eintönig und obgleich nicht viel geschieht, hat man kaum Zeit für all die Dinge, die man vor der Ankunft des Kindes getan hat. Die Folge ist: Langeweile.

Und das Langweilen bringt die Selbstzweifel mit sich

Gut, dass man heutzutage viele „Freizeit-Angebote“ mit Baby wahrnehmen kann. Diverse Kurse, Krabbelgruppen etc. füllen „langweilige“ Tage und bieten die Möglichkeit, sich mit richtigen, erwachsenen Menschen in ganzen Sätzen zu unterhalten.

Paradoxerweise ist das Bore-out wohl trotz stressigem Babyalltag durchaus möglich. Das Gefühl, sein Potential nicht mehr gänzlich zu entfalten, häufig übermüdet und unkonzentriert zu sein, nagt am Selbstwertgefühl.

Darum lasst es nicht so weit kommen und macht euch immer klar, dass es eine wirklich große Sache ist, so ein kleines Wesen jede Sekunde des Tages zu betreuen, zu versorgen und so derart unbändig zu lieben.

 

Willkommen im Spagat zwischen Stress und Langeweile.

Willkommen zwischen Burn-out und Bore-out.

Willkommen im Leben als Mama/Papa 😉

Und immer schön die Balance halten…

Eure Sabrina

P.S.: Auch wenn dieses Thema definitiv ein großes Körnchen Wahrheit enthält, möchte ich sicherheitshalber anraten, diesen Artikel auch mit einem leichten Augenzwinkern zu lesen…

                        

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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