Fasten oder nicht fasten?

Digitales Fasten

Plastik-Fasten

Süßkram-Fasten

Alkohol-Fasten

XY-Fasten

 

Es gibt heutzutage so viele Arten, zu fasten, dass man leicht in Verwirrung geraten kann.

Fastenzeit ist ab Aschermittwoch bis zum Osterfest. In diesen 40 Tagen verzichtet der Fastende auf etwas für ihn „Luxuriöses“, Liebgewonnenes, um Buße zu tun und sich somit auf das höchste christliche Fest vorzubereiten.

Aber sind wir ehrlich: Heutzutage wird die Fastenzeit doch eigentlich viel mehr als Startschuss für die nächste Diät etc. „missbraucht“, ähnlich wie der Neujahrstag. Der Gedanke der „Besinnung“ tritt für die Meisten völlig in den Hintergrund.

Ich selbst bin Christin und gestehe, dass ich nicht faste. Ich hatte mir ernsthaft überlegt, in diesem Jahr vielleicht doch bei einem „Modefasten“ mitzumachen und evtl. mein digitales Verhalten zu beschränken oder noch mehr auf Plastik zu verzichten.

Allerdings habe ich mich letztendlich dagegen entschieden. Ich ziehe sehr großen Nutzen für meine Familie von der digitalen Welt und würde ihnen somit meine Entscheidung mit aufzwingen.

Und in Sachen Plastik kann ich stolz behaupten, dass wir bereits so wenig wie möglich in unseren Haushalt lassen. Noch mehr Plastik-Verzicht würde eine sehr große Einschränkung und vor allem für mich noch mehr Stress bedeuten. Wenn ich gestresst bin, wirkt sich das definitiv abermals negativ auf meine ganze Familie aus und das möchte ich ihr genauso wenig antun.

Also bleibt im Grunde nur noch Nahrungsmittel-Fasten übrig, wie es die katholische Kirche empfiehlt (vorschreibt). Dumm nur, dass mir der Verzicht auf Süßigkeiten oder Alkohol wirklich gar nichts ausmacht – also ist der Sinn des Fastens somit hinfällig. Außerdem finde ich, dass Kinder im Alter von eineinhalb und sechs Jahren sowieso nicht in der Lage sind, zu begreifen, warum sie jetzt bitteschön so eine gefühlte Ewigkeit keinen Nachtisch mehr bekommen sollen. Das züchtet doch nur negative Erinnerungen und das möchte ich nicht. Meine Kinder sollen ihren Glauben ohne Angst und Zwang leben.

Dann erinnerte ich mich daran, dass Luther (Protestant) das Fasten offen kritisierte. Für ihn stand die Besinnung im Vordergrund. Ohne Zwang und aus freien Stücken.

 

BKB_Fasten

Das spiegelt meine Meinung wider

Was auch immer mit Glauben zusammenhängt, sollte stets auf freien Willen getätigt werden. Also werde ich nicht fasten, sondern mich einfach hin und wieder daran erinnern, warum wir das Osterfest feiern und somit meine eigenen Handlungen mehr überdenken.

Eine meiner Freundinnen berichtete mir kürzlich freudig strahlend, dass sie die Fastenzeit für eine Detox-Kur nutzen wird. Ich sah sie skeptisch an und wies sie darauf hin, dass sie eine Leber und Nieren hat, die sollen einfach ihren Job machen. Wenn sie ihren Organen helfen möchte, sollte sie sich generell besser ernähren, anstatt sich eine begrenzte Zeit zu quälen, um dann wieder in alte Muster zurückzufallen.

Aber so ist es eben. Die einen trinken ekliges Zeug, die anderen versagen sich Lebensmittel, die im richtigen Maße völlig in Ordnung sind, und alles im Grunde, ohne wirklich zu fasten.

 

Für mich findet Fasten im Kopf statt

Wie ist das bei euch? Fastet ihr für euren Glauben, aus schlechtem Gewissen oder einfach nur als gelegen gekommenes Zeitfenster?

Verratet es mir im Kommentar. Ich bin gespannt.

Eure Sabrina

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Die letzten Jahre habe ich komplett darauf verzichtet bzw. wurde nach ein paar Tagen schwach. Dieses Jahr möchte ich es gezielter angehen und verzichte auf Süßkram, Alkohol und Fleisch. Und möchte es tatsächlich durchziehen. Mal sehen, ob das auch klappt… 😉

    Ich mache das aber alleine und unabhängig von meiner Familie. Einfach weil ich es will.

    • Lieber bullion,
      ich drücke dir die Daumen, dass du dieses Mal nicht schwach wirst und würde mich riesig freuen, zu erfahren, ob du es die gesamten 40 Tage durchgehalten hast.
      Ganz herzliche Grüße
      Sabrina

  • Ich faste Alkohol. Und ich habe mir fest vorgenommen, auf dieses unbewusste und schon automatische Jammern ner zu viel Arbeit zu verzichten. Das belastet mich. Und ja, ich will mich besinnen. Darauf, dass ich alles, was ich tue, freiwillig und gern tue. Und Alkohol – das Glas Rotwein am Abend wurde tatsächlich etwas zu alltäglich…

    Und ich tue es sehr bewusst in Verknüpfung mit meinem Glauben. Es ist keine besondere asketische Leistung, soll mich aber wieder auf das besinnen, was mir wirklich wichtig ist.

    Liebe Grüße
    Sandra
    (und psst: es sind 40 Tage…)

    • Liebe Sandra,
      da die Besinnung das Ziel ist, hast du den perfekten Ansatz. Ich wünsche dir, dass du erfolgreich damit bist (und danke für den Hinweis – keine Ahnung warum da eine 7 stand. Eigentlich weiß ist das mit den 40 Tage 🙂 Hab es auch schnell verbessert…)

      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

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