Oder… wann darf auch mein Sprössling Spiele/Apps haben?

 

Medienerziehung in der zeitgemäßen Familie

Für unsere Jungs sind Mobiltelefone, Laptops und Tablets völlig normal. Sie sehen, wie der Liebste und ich sie täglich in unserem Alltag benutzen. Wie diese Geräte uns das Leben erleichtern und wie sie uns im Freizeitbereich Freude und Zerstreuung schenken, ist zu einer Selbstverständlichkeit für die Beiden geworden.

Sowohl unser angehendes Schulkind, wie auch unser Kleinkind, haben bereits Erfahrung mit Apps, die sie auf beeindruckende Weise selbst und scheinbar völlig intuitiv bedienen können. Zwar sind sie dabei stets unter unserer Aufsicht, aber eigentlich bräuchten sie uns nicht.

 

Ab wann beginnt Medienerziehung?

Sobald unsere Kinder motorisch dazu in der Lage waren, uns Erwachsene zu imitieren, begann in der Babykeks-Familie die Medienerziehung. Ich möchte auf den TV-Konsum in meinem Artikel nicht eingehen (wir Großen schauen NIE TV, wenn die Kids noch wach sind), sondern mich auf die Nutzung von Apps auf Handys und Tablets konzentrieren.

Unserer Meinung nach gibt es wirklich tolle Apps für Kinder, die selbstverständlich mit großer Freude angenommen wurden und unendlich lange gespielt werden möchten. Und genau hier liegt der Knackpunkt:

Unsere Medienerziehung steht unter dem Motto: Das Maß ist das Ziel.

 

Wie mit Vielem im Leben kommt es auf die Dauer einer Sache an. Wir lassen beide Jungs täglich mit unseren Tablets oder Handys ihre geliebten Apps spielen – wenn sie das möchten. Allerdings nur unter Aufsicht und in einem, für uns, angemessenen Zeitrahmen.

Kinder sind maßlose Wesen. Wenn ihnen etwas gefällt, finden sie von sich aus kein Ende. Obgleich mit dem Großen genaue Regeln festgelegt sind, gibt es häufig dennoch Diskussionen und große Frustrations-Ausbrüche, wenn es um die Beendigung seines Spiels geht. Dieses Verhalten zeigt sich allerdings auch beim Lego-Spielen, auf dem Spielplatz, beim Süßigkeitennaschen – kurz gesagt – bei allem, was eben Kindern große Freude bereitet, und darum ist es unserer Meinung nach auch völlig normal.

 

Kindgerechte Medien/Apps/Spiele

Gute Apps für Kinder gibt es viele. Als Elternteil haben wir uns die Zeit genommen, einige zu testen, bevor wir sie unseren Kindern erlaubt haben. Bei manchen Spielen kamen wir auch zum Schluss, dass sie für unseren Sechsjährigen doch noch nicht geeignet sind und das obwohl die USK das Spiel ab 6 Jahren freigegeben hatte. Diese Entscheidungen sollten die Eltern aufgrund der Erfahrung zu ihrem Kind bei jeder App selbst treffen.

 

Thema „Sicherheit“ bei Apps für Kinder

Viele Geräte verfügen in den Einstellungen über die Möglichkeit einer Kindersicherung/Sperre. Dies verhindert beispielsweise einen In-App-Kauf. Aber auch Einstellungen während der Installation sollten stets kritisch behandelt werden (Kamerazugriff, Datenzugriff etc.)  Je älter und erfahrener das Kind ist, desto mehr Freiheiten kann man ihm lassen.

Gerade bei unserem Kleinsten aktivieren wir zur Sicherheit während des Spielens auch noch den Flugmodus. Das verhindert ungewollte Anrufe durch wildes Hantieren und schützt gleichzeitig vor Strahlenbelastung.

Was? Du lässt den Kleinen dein Handy haben???

Gerade andere Mütter sind oftmals erstaunt oder gar entsetzt, wenn sie sehen, dass mein Zweijähriger mein Handy haben darf. Meine Argumente sind folgende:

  • Er spielt nicht lange Zeit am Stück (je nach Alter).
  • Es schult seine Feinmotorik.
  • Er ist nun mal in dieser mediendominierten Zeit geboren.
  • Es wurden alle Sicherheitsmaßnahmen meinerseits beachtet.

Nicht jedes Kind geht sorgsam mit elektronischen Geräten um, das sollte jedem klar sein und letztendlich in die Entscheidung miteinfließen, ob das Kind das Handy, Tablet etc. bedienen darf.

 

Früher war alles anders

Als ich mit meinem Kleinsten schwanger war, erzählte mir eine Ballettschülerin stolz, dass sie zu ihrem sechsten Geburtstag ein iPad geschenkt bekommen hat. Ich war baff und irritiert. Sowas würde ich sicherlich niemals machen.

Babykeks wird bald sieben und er wird von uns ein Tablet geschenkt bekommen… In seinem Kindergarten haben mehr als die Hälfte seiner Freunde ebenfalls täglichen Zugang zu Apps/Spielen und auch wenn ich nicht mit allen Spielen, die diese Kids spielen dürfen, für mein Kind einverstanden wäre, so verstehe ich heute, dass es zur normalen Entwicklung der Kinder dazugehört.

 

Fazit

babykeks.de_MedienerziehungMedienerziehung kann nicht früh genug beginnen und kommt in der üblichen Form des Vorlebens daher. Für Kinder sind Tablets nichts Besonderes, sondern ein normaler Bestandteil des Alltags. Mit gesundem Menschenverstand in Bezug auf die Dauer und die Art der Nutzung wird das Kind sicherlich keinen Schaden davon tragen.

 

Wie handhabt ihr eure Medienerziehung auf den Aspekt von Handy-Apps und Tablet-Spiele bei euch zu Hause? Alle Meinungen sind willkommen, solange sie den guten Ton wahren… ich bin gespannt…

Eure Sabrina

Bildgrafik selbst erstellt mit pixabay

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Sabrina

… wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

6 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Mein grosser ist 9 Jahre und hat sich langsam durchgesetzt, er darf auf meinem Smart Phone auf einer App spielen oder auf seinen Nintendo. Allerdings ist die Zeit ausserhalb der Ferien geregelt. Für die Note 1 bei einer Arbeit bekommt er 2 Std.,für die Note 2 bekommt er eine Stunde.
    So kann ich gewiss sein, dass es nicht überhand nimmt und dass er sich doch in der Schule weiterhin Mühe gibt.Bei grösseren Hilfen daheim, gibt es dann doch mal eine Ausnahme als belohnung.
    Meine Tochte gerade 5 und mein Kleinster 3,5 haben noch nie direkt mit einem Smartphone oder Nintendo gespielt. Wobei das interesse wächst. ja, und ich selbst habe ein Sprachprogramm mit meinem Kleinsten am Smartphone gemacht. Er sah Bilder, sprach das Wort und es wurde wiederholt, bis es korrekt war. Ansonsten sind sie da noch sehr unbedarft.
    Allerdings dürfen sie, bei Krankheit oder schlechtem Wetter, einen Film anschauen oder eine Folge Heidi oder ähnliches….Somit kommen sie doch mit Medien in Kontakt und Mama mit Ihrem schlechten Gewissen. 😉

    • Liebe(r) D.K.
      Es ist so interessant zu lesen, wie unterschiedlich wir Eltern an das Thema herangehen. Vielen Dank, dass Du uns Einblick in euer Vorgehen gewährt hast.
      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

  • Hätte ich mir auch nie träumen lassen, sogar unsere Tochter mit Down Syndrom beherrscht das tablett besser als ich.
    Wegen ihr haben wir nach einem Crash auch schnell ein Neues zugelegt, auch Förderschulen nutzen immer mehr Apps, weil gerade die besonders den zugang zu den Kindern finden, oder ähh umgekehrt , haha.
    Wir haben die Zeiten unserer Mädels beschränkt, es geht dann einfach aus und auch die uhrzeiten, so gibt es nach 20:00 auch kein tablett für die Große mehr.

    • Hi Martina,
      mittlerweile nutzen „nicht nur“ Förderschulen Tablets im Unterricht und auch ich/wir finden das richtig gut. Wie bereits erwähnt gehört das einfach in den heutigen Alltag und die mittlerweile völlig intuitive Bedienung macht es den Kids auch wirklich leicht mit Apps und Co sicher umzugehen. Regeln sind wie in vielen Bereichen der Erziehung wichtig, das sehe ich wie Du.
      Vielen Dank für den Einblick in eure Medienerziehung und ganz liebe Grüße
      Sabrina

  • „Kinder sind maßlose Wesen.“ – das möchte ich so nicht unterschreiben. Unsere Zö hat zum 7. Geburtstag/Einschulung (beides taggleich) ein Tablet bekommen und klar war es am Anfang das angesagteste Spielzeug. Mittlerweile liegt es hier oder in ihrem Zimmer rum und sie nutzt es nach eigenem Ermessen. Mal ein paar Tage gar nicht oder sie liegt eine Stunde auf dem Sofa und dressiert Delphine, macht Logikpuzzle (Candy Crush pädagogisch wertvoll ausgedrückt), übt Mathe oder Englisch. Oder sie chattet mit ihrer Brieffreundin (die 12 Jahre älter ist), aber nach nicht sehr langer Zeit werden Schleichpferde oder das Trampolin wieder verlockender. Wenn eine Freundin zu Besuch ist, die selbst kein Gerät hat oder nutzen darf, kommt früher oder später „können wir Pad spielen???“ und dann zeigt sich, dass Verbote und Beschränkungen bei jeder Gelegenheit zum Bummerang werden. Meist ist es aber tatsächlich Zö selbst, die das Pad bald wieder weg bringt.
    Sie hat auch eine Kinderschutz-App, allerdings war (und ist) es uns wichtig, dass sie auch ohne diese verantwortungsvoll damit umgeht. Selbst wenn die App mal nicht aktiv ist, installiert sie nichts aus dem PlayStore ohne nachzufragen und ist bei allem kritisch, was sie nicht kennt. Dafür googelt sie für sie interessante Sachen selbstständig – das trainiert Schreiben, Lesen und das Leseverständnis.
    Viel wichtiger als Kontrolle ist tatsächlich von Anfang an selbst aufgebaute Medienkompetenz. Egal ob mit Sicherheitsnetz (Kinder-App) oder ohne, denn spätestens ab der 5. Klasse brauchen die Kinder eine eigene Email-Adresse und einen Internetzugang. Wer dann noch keine Erfahrung mit dem Medium hat, kann schnell in die eine oder andere Falle tappen.

    • Lieber Sebastian,
      eure „Zö“ ist ein tolles Mädchen. Schön, dass die Medienerziehung bei euch so reibungslos klappt und sie mit ihren 7 Jahren schon so viel „Verantwortungsbewusstsein“ an den Tag legen kann.
      Das mit der Schule sehe ich ganz genauso. Eine gute und sichere Vorbereitung ist heutzutage einfach unglaublich wichtig.

      Ganz herzlichen Gruß
      Sabrina

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