Babykeks

Ein Mal Kur bitte. Für Mama oder Papa?

Die Mutter-Kind-Kurse sind eine bekannte und gut besuchte Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und neue Kraft zu tanken. Aber stimmt das tatsächlich?

In geschätzt 80% der Fälle habe ich von den Müttern, die eine solche Kur mit Kind gemacht habe, leider viel Negatives gehört. Doch im letzten Jahr scheint sich, dies gebessert zu haben, und ich bekomme immer häufiger positive Erlebnisse von den Müttern berichtet. Da ich in meinem Job in der Mehrzahl mit Mamas zusammenarbeite, konnte ich mir so ein sehr genaues Bild machen. Die Qualität der Kuren steigert sich anscheinend.

 

Hoffnung und Zweifel

Das gibt mir Grund zur Hoffnung, denn eine Kur wäre schon eine super Sache. Dennoch bleiben die Zweifel. Neue Umgebungen lassen meine Kinder (gerade das Kleinste) nicht unbedingt entspannt und unternehmungslustig werden. Ganz im Gegenteil. Fremdes lässt ja allgemein die meisten kleineren Kinder noch mehr klammern. Kann man sich also tatsächlich entspannen?

Entspannen mit klammem Kind, das wahrscheinlich gar nicht an den „fremdbetreuten“ Aktivitäten teilnehmen wird. Ein fremdbestimmter Tagesablauf mit festen Essenszeiten, die vielleicht gar nicht in die eigene Routine des Tages passt? Wie entspannt man bei all den „Entbehrungen“? Oder ist vielleicht genau dieses Herausgerissensein aus dem Alltag der Knackpunkt? Was, wenn ich mit den anderen Teilnehmern nicht kann oder die Aktivitätsleiter(innen) mir unsympathisch sind?

Ihr seht schon – im Gedankenmachen sind wir Mütter (und ich natürlich im Besonderen) immer ganz groß. Lohnt sich eine solche Mutter-Kind-Kur wirklich?

 

Bequemlichkeit vs. Alltagsflucht

Auch wenn dir im Alltag die Decke auf den Kopf fällt, so ist es doch eine bequeme Decke mit W-LAN, einem gefüllten Kühlschrank und all den Annehmlichkeiten eines Zuhauses. Sind die Kinder vielleicht noch anstrengender in der Fremde als zu Hause?

Mal von all dem Privaten abgesehen, gibt es ja da auch noch die Arbeit. Was wird der Chef zu einer so „langen“ Abwesenheit sagen? Und bevor sich diese Frage stellt, muss man ja auch erstmal an der gängigen Ablehnung der Krankenkassen vorbei. Kinder, Haushalt und Vollzeitarbeit ist doch normal – warum also eine Kur?

Wenn man dann tatsächlich an dem Punkt angekommen ist, an dem man diese Auszeit so dringend braucht, dass man auf W-LAN, Kühlschrank etc. gerne verzichtet, für ein wenig erhoffte Erholung, gibt es nämlich noch eine ganz große Sache, die geklärt werden muss.

 

Ein Mal Kur bitte! Aber für wen? Mama oder Papa?

babkeks.de_1xKurbitteZwar heißt es Mutter-Kind-Kur, doch im vergangenen Jahr verzeichnet das Müttergenesungswerk (MGW) einen Anstieg um knapp ein Viertel der Teilnahme von Männern auf ca. 1500 Vater-Kind-Kuren. Bei Müttern liegt der psychosoziale Therapieschwerpunkt auf Gesprächen. Bei Vätern ist der Schwerpunkt auf Aktivitäten umgelegt. Mittlerweile gibt es spezielle Vätergruppen, die sich untereinander austauschen können, über beispielsweise individuelle Versagensängste, Zeitdruck und den Balanceakt zwischen Familie und Beruf.

 

Wenn ich sehe, was mein Liebster alles leistet, dann bin ich mir sicher, dass eine Vater-Kind-Kur eine Bereicherung für ihn darstellen könnte. Laut MGW sind die zwei größten Hürden die eigene Überwindung und der Gang zum Chef.

Nach sieben Jahren Muttersein habe ich gute Wege für mich gefunden, neue Kraft zu tanken und ein wenig Erholung trotz des Alltags(-Stresses) zu schöpfen. Diese funktionieren nicht immer, aber häufig genug… Meinem Mann gelingt das weniger gut, was mich zur Überzeugung bringt, dass er von einer Vater-Kind-Kur mehr profitieren würde als ich von einer Mutter-Kind-Kur.

Würde ein Familienurlaub mit Handy und E-Mail-Verbot das Eltern-Akku aufladen oder reicht vielleicht schon ein Paar-Wochenende? Einmal ohne die riesige Verantwortung für die Kinder, durchatmen zu können – ohne schlechtes Gewissen… Würde das eine Kur vielleicht sogar unnötig werden lassen?

Wer weiß eine Antwort darauf? Wer kann mir über seine Erfahrungen berichten? Wie ist das in eurer Familie. Wer könnte die Auszeit dringender gebrauchen? Und würde euer Partner (oder du selbst) dies überhaupt wollen? Erzählt es mir – ich bin gespannt.

Eure Sabrina

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Ich hatte im vergangenen Jahr fast einen Schlaganfall.Vor zwei Jahren wurde bei mir ein Burn Out festgestellt.Der Arzt war oder ist der Meinung wenn ich nicht aufpasse,bekomme ich eine es Tages einen Schlaganfall.Nunja danun noch mehrmals Lungenentzündung…Die Ärzte wollten mich in Kur schicken.Kardiologe und Internist und Krankenhaus.Ich bekomme keine,da ich privat versichert bin.Die zahlen nicht.Ja wir sind ja wohlhabend.Zahlen sie die halt selbst…Hahn. Da wir keine Hilfe von Familie haben(niemals,also wirklich niemals!) und dann mein Mann auch viel beruflich unterwegs ist sowohl meine Tochter als auch ich eine Immunstörung (der Körper stellt nicht genug weise Blutkörperchen her und was bei dem einen Husten ist endet bei uns in der Lungenentzündung. ALSO WIR SIND NICHT GAGA…)muss ich beruflich daheim bleiben.Wir haben niemanden.Selbst als ich im Auto am Steuer ohnmächtig wurde,musste ich mich im Krankenhaus angekommen selbst entlassen.Die Familie braucht mich.Haushaltshilfe gibt’s nämlich auch keine.Wie auch immer.Nun bin ich das Hassobjekt der Nation.Hausfrau,Mutter von 3 Kindern,jemand der Ehrenämter ausübt und das Regelmäßig. ABER keine Steuern zahlt undsomit wertlos ist und angeblich nichts schafft und leistet.ALSO wer braucht eine Kur?Ich nicht.Und Urlaub und Schlaf übrigens auch nicht.Ich bin nur Mutter

  • Hallo Sabrina,

    ich finde es gut, dass Du Dich diesem Thema widmest. In erster Linie war es wohl immer den Müttern vorbehalten, eine Mutter-Kind Kur zu machen, wie es der Name ja auch vermuten lässt. Aber da auch immer mehr Papis in Elternzeit sind, muss man sich auch zugestehen, dass auch Väter mal eine Kind Kur brauchen und da ist es nur ganz natürlich, dass diese die Sache etwas anders angehen.

    Ich persönlich finde es gut und kann es nur jedem empfehlen, da eine gute Freundin von mir nur gute Erfahrung mit einer Mutter-Kind Kur gemacht hat.

    LG Katja

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