Babykeks

Tu dir das nicht an

Kürzlich bekam ich eine super liebe Nachricht von einer Freundin geschickt. Sie wünschte mir einfach so einen schönen Tag und viel Erfolg für ein Projekt, an dem ich arbeite. Ich war wirklich positiv überrascht über diese nette Geste und schrieb natürlich gleich zurück. Zwar war ich heftig erkältet & erzählte ihr davon, aber ich freute mich auf das kommende Projekt, das ich in Angriff nehmen wollte.

Ihre Antwort brachte mich zum Nachdenken. Sie riet mir, alles ruhiger angehen zu lassen. Vielleicht, so sinnierte sie, ist meine heftige Erkältung ein Zeichen dafür, dass ich die Sache doch nicht in Angriff nehmen sollte und mich besser auf das konzentriere, was unmittelbar vor mir lag, anstatt mir noch mehr aufzubürden.

 

Die Gedankenmaschinerie

Das brachte mich natürlich zum Nachdenken. Hatte sie Recht? Übernahm ich mich? Hatte mich diese doofe Erkältung so hart erwischt, weil ich mir im Vorfeld mal wieder zu viel zugemutet hatte?

Ich, als Mama, mache mir da natürlich immer gleich Gedanken, denn, wenn es mir nicht gut geht, muss dennoch alles weiterlaufen. Und sind wir ehrlich: Meistens müssen dann dennoch die Kinder ein wenig zurückstecken, da ich nicht genug Energie habe. Dann gibt es auch mal ein Essen aus dem Backofen oder etwas vom Lieferservice. Und die TV-Zeit verlängert sich auch auffällig…

 

Die Entscheidung

Die Sache beschäftigte mich einige Zeit. Es dauerte, bis ich meine Entscheidung traf, aber ich traf sie wohl überlegt und mit Herz und Verstand.

Ich würde trotz Erkältung (& der daraus resultierenden derzeitigen Erschöpfung) weitermachen und das neue Projekt annehmen. Die Sache war nämlich die: Ich liebe diese Art der Tätigkeit. Es macht mir Spaß und ich „opfere“ gerne meine Freizeit, um die mir selbst gesetzten Ziele zu erreichen.

Ja, es stimmte: Bis ich wieder in meine übliche Form zurückgefunden haben werde, würde es sicherlich eine harte Nuss werden und mir einiges an Durchhaltevermögen abverlangen. Aber ich würde nicht ewig kränklich sein. Ich war sicher, dass ich eine Absage bereuen würde, sobald ich wieder fit war.

Der Gedanke, der mir die Entscheidung letztendlich leichtgemacht hatte, war der, dass ich – auch wenn es mehr Arbeit bedeutet – dennoch zukünftig Energie und Kraft draus schöpfe, denn es macht mir Spaß, mich zu engagieren.

Veränderungen

Das ist eine Sache, die mir an mir, seit ich Mutter geworden bin, schon häufiger aufgefallen ist. Obwohl ich erschöpft oder sogar krank gewesen war, so habe ich stets durchgezogen. Häufig, weil ich gar keine andere Wahl gehabt hatte, aber doch auch oft, weil ich es einfach wollte. Weil die „wenigen Dinge“, die mir als Mama (ganz allein für mich) geblieben sind, mir schlichtweg zu wichtig geworden sind, als dass ich sie mir von beispielsweise einer Erkältung hätte nehmen lassen wollen.

Diese Erkenntnis über mich selbst freut und beschämt mich manchmal gleichermaßen, denn es zeigt mir, dass ich in meiner Vergangenheit (vor den Kids) wegen einer starken Erkältung mich habe krankschreiben lassen. Ich habe mich ins Bett gelegt und mir ein bisschen selbst leidgetan, bis es mir wieder gut ging. Meine Entwicklung, dass ich das nicht mehr nötig habe, dass ich den Biss und den unbedingten Willen, weiter zu machen, gewonnen habe, seit ich Mutter geworden bin, ist etwas Tolles. Das habe ich definitiv meinen Kindern zu verdanken.

An dieser Stelle mag aber auch erwähnt sein, dass ich mich dennoch in manchen Situationen nach Ruhe und Genesungszeit sehne… Allerdings haben sich meine Prioritäten gravierend geändert und bevor ich mich ins Bett lege und meine Kinder „abgebe“, muss es mir schon richtig schlecht gehen.

Tu dir das nicht an! Dieser Satz hat eine andere Bedeutung für mich bekommen als vor der Geburt meiner Kinder und damit kann ich gut leben, auch wenn ich mir viel mehr „antue“ als damals meinem kinderlosen Ich.

Eure Sabrina

Was tut ihr euch, seit ihr Eltern seid, alles so „an“? Erzählt es mir und schaut gerne auch bei Frida von 2kindchaos vorbei, die mir mit ihrer Blogparade „So habe ich mich als Mama/Papa verändert“ die Artikelidee bzw. den Anstoß gegeben hat, euch von dieser kleinen Erkenntnis zu berichten.

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Ich bin ganz deiner Meinung – man schafft mit Kind so einiges mehr, als noch ohne. Man verändert seinen Schwerpunkt, seine Ziele und seine Krafteinsätze. Man ist weniger für sich selbst da, dafür mehr für sein Kind. Ich glaube, dass wir uns ab und zu Zeit für uns nehmen sollten, was wir leider oft vergessen!
    Liebe Grüße,
    Anja

    • Hallo Anja,
      ja, sich Zeit für sich ganz alleine nehmen ist als Elternteil gar nicht so einfach aber eigentlich sehr wichtig. Da stimme ich dir absolut zu. Vielen Dank für deinen Kommentar 🙂
      Herzlichst Sabrina

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