Mittlerweile bin ich seit fast neun Jahren Mutter und habe dementsprechend Erfahrung in Sachen Muttertagsgeschenke, Hoffnungen, Erwartungen und der Realität. Außerdem bin ich selbst Tochter und erinnere mich sehr gut daran, was meine kleine Schwester und ich stets „veranstaltet“ haben, wenn es hieß: Muttertag!

 

Muttertag. Ein Tag wie jeder andere!?

Meine Mutter sagte in meiner Kindheit immer zu uns, dass sie es schade findet, dass mein Schwesterchen und ich immer „nur“ an diesem einen Tag Danke sagen, das Frühstück machen, ihr Selbstgebasteltes schenkten etc. Ich fand das damals befremdlich. Warum konnte sie sich nicht einfach freuen und genießen? In meinen kindlichen Augen hatte sie quasi zweimal im Jahr Geburtstag und anstatt völlig zufrieden zu sein, beschattete sie den Aufwand, den wir betrieben mit solchen Aussagen. Meine kleine Schwester und ich ließen uns dennoch nicht davon abbringen, Girlanden aufzuhängen und an diesem Tag ganz besonders nett zu sein – was manchmal so richtig schwer war.

Als ich größer wurde, las ich zum ersten Mal, dass sich noch mehr Mütter nicht so richtig über den Muttertag freuten. Irgendwann kam ich zu dem Schluss, dass man wohl Mutter sein musste, um dies alles gänzlich zu erfassen und sich eine Meinung bilden zu können.

Muttertag: „Dafür vs. Dagegen“

Mittlerweile habe ich eine eigene Meinung zum Muttertag. Ich mag es nicht leiden, dass sich (gerade online) zwei starke Fraktionen gebildet haben. Die einen sind „Dafür“, zelebrieren, basteln, werben und freuen sich, versenden Gifs etc. pp.

Die anderen absolut „Dagegen“, denn für sie ist der Muttertag ein erneuter Kommerz-Tag, wie der Valentinstag und der Vatertag. Da wird nur Geld gemacht und geheuchelt.

 

Ich gehöre ganz klar keinen der beiden Fraktionen an und ich denke, dass es noch mehr Mütter wie mich gibt, diese nur genau wie ich auch, schlichtweg keine Lust verspüren sich öffentlich einer Seite anzuhängen und dann die Litanei der entgegengesetzten Seite über sich ergehen lassen zu müssen.

 

Meine Meinung

Ich lasse mich sehr gerne überraschen und ich lasse mich auch super gerne feiern. Ich liebe es Geschenke zu bekommen – egal ob selbstgebastelt oder gekauft. Dennoch habe ich keine übersteigerten Erwartungen oder Hoffnungen in Bezug auf den Muttertag. Wenn mein Mann (im Namen unserer Jungs) etwas kauft, dann aus freien Stücken, weil er sich dazu entschieden hat bzw. gebeten wurde. Nicht weil die Werbung oder Druck ihn dazu treibt.

All diese (Feier.) „Tage“ sind wirtschaftlich gesehen super klasse. Aber wie an Weihnachten, Ostern etc. liegt es ganz alleine bei einem selbst, ob und wieviel Geld man ausgeben möchte. Man kann auch Muttertag feiern ohne einen einzigen Cent zusätzlich auszugeben und dennoch einen fantastischen Tag mit der Familie haben. Oder aber man feiert gar nicht, dann aber bitte ohne es anderen, die sich freuen, mies zu machen.

 

 

Das vorgezogene Muttertagsgeschenk

Dank des Kindergartens, werde ich jedes Jahr mit einem selbstgebastelten Geschenk und einer kleinen Darbietung verwöhnt. Selbstverständlich stets vor dem offiziellen Muttertag und in großer Runde, aber ich genieße es dennoch immer sehr zu sehen, welch freudig strahlende Augen mir eine Blume schenken und mir ein Kunstwerk überreichen.

Doch die schönsten Geschenke sind immer noch die, mit denen man selbst nicht gerechnet hatte. Am Abend vor dem Muttertag, nachdem ich Babykrümel vorgelesen und gute Nacht geküsst hatte, stehe ich mit der Türklinke in der Hand da und wünsche ihm sanfte Träume. Da richtet sich mein Jüngster nochmal auf und sagt:

>Weißt du waaaas?<< Er kichert auf seine so lustige und einzigartige Weise. >>Is hab dis am allermeisten lieb, von allen Mensen auf die ganze Welt!<<

 

Das sind diese Augenblicke, die jeden Tag zum Muttertag werden lassen können. Ich habe ihn angelächelt und versucht diesem Moment ganz tief in meinem Herzen abzuspeichern.

Mit seinen 3 Jahren, der Tatsache, dass er noch immer einfach alles herausposaunt was ihm durch sein kleines Köpfchen geht, konnte ich mir einer Sache ganz sicher sein. Er meint das absolut ernst und ich kann mir absolut sicher sein, dass es die reine Wahrheit ist.

Was kann es schöneres geben, als bedingungslos geliebt zu werden? Ich habe für mich gelernt, das „Danke Mama“ aus so vielem heraus zu hören und zu genießen, es einfach anzunehmen wie und wann es kommt.

 

Apell an alle Mütter

Ich verstehe, warum Mütter den Muttertag nicht brauchen, aber ich verstehe auch, warum Mütter Freude empfinden, den Muttertag zu feiern.

Hör auf, zu vergleichen, hör auf Erwartungen zu haben, hör auf anderen Dinge zu missgönnen. Mach dir einfach bewusst, was für ein unsagbares Glück dir zu Teil wurde, als du Mutter geworden bist. So viele machen diese Erfahrung nicht – ob gewollt oder ungewollt. Sei ein Teil dieses wunderbaren Geheimnisses, wie es sich anfühlt tatsächlich und absolut rein von einem kleinen Menschen geliebt zu werden. Diese Reinheit wird vergehen – genieße sie solange sie da ist.

Von ganzem Herzen gratuliere ich allem Müttern zum Muttertag.

Verbeugung, Augenzwinkern und ab in die Kulisse

Sabrina

 

 

 

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Hallo,
    also ich bin eigentlich auch kein Fan von irgendwelchen „Besonders-Tagen“. Egal ob Valentinstag, Muttertag, … Aber irgendwie ist es dann trotzdem schön, wenn man eine kleine Aufmerksamkeit bekommt.

    Grüße
    Denise

    • Hallo Denise,
      ja, da stimme ich dir absolut zu.Aufmerksamkeiten sind immer auch eine Art Wertschätzungsbekundung und darum tut es uns Mamas so gut 😉
      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

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