Anmerkung zur Sicherheit: Werbung durch Markennennung „You Tube“ unbeauftragt und unbezahlt

Als Tanzpädagogin erlebe ich immer wieder sehr skurrile Augenblicke mit meinen Schülern. Heute plaudere ich ein wenig aus dem Nähkästchen und berichte dir, wie das so ist mit Plagiatvorwürfen in meinem Beruf.

 

Wenn du möchtest, lese ich es dir auch gerne meinen Artikel vor:

 

oder du liest ihn gerne selbst:

Das ist doch von YouTube geklaut!

 

Als gute Tanzpädagogin nehme ich regelmäßig an Fortbildungen teil und so geschah es, dass ich mein Wochenende mit lauter Hip-Hop Beschallung und coolen aber wirklich anstrengenden Choreographien und Notizen verbrachte.

Noch bevor ich Mama wurde, habe ich neben Ballett auch viele Hip-Hop Stunden gegeben. Die Schüler waren dementsprechend bereits zwischen 10 und 18 Jahren alt. Die meisten hatten auch schon Internetzugang.

 

Ales nur geklaut!

Dann endlich kam der Moment, in dem ich mein neu erlerntes Wissen in meinen Unterricht einbinden konnte. Vielleicht wusstest du das noch nicht, aber auch im Hip-Hop gibt es viel „Technik“, die geübt werden muss, um Schrittfolgen richtig und vor allem ohne Verletzungen tanzen zu können. Da stand ich also und begann Schritt für Schritt einen anspruchsvollen Move zu lehren, als mich eine Schülerin rüde unterbricht:

>>Das hast du doch von You Tube geklaut! <<

 

 

Zeig keine Schwäche, sonst wirst du zerfleischt!

Das ich einen Moment völlig irritiert war und den Faden verlor, kannst du dir sicher vorstellen. Ein pubertierender Teenager, der mit verschränkten Armen und vorgerecktem Kinn dir gegenübersteht und dich vermeintlich überführt hat, künstlerisches Eigentum geklaut zu haben, kann mitunter etwas Verstörendes haben.

Die übrigen in der Klasse staunten nicht schlecht und ich konnte förmlich spüren, wie ich im Geiste jedes einzelnen Schülers vom Hip-Hop-Vorbild-Podest geschupst wurde – und das recht unsanft. Eines war mir sofort klar: Ich musste augenblicklich wieder die Oberhand gewinnen, denn wenn ich Schwäche zeigen würde, wäre ich verloren – für immer. Abmeldungen, erzürnte Mütter, ein anklagendes, peinliches Gespräch, mit der Leitung der Tanzschule – alles durchzuckte mein Gehirn im Bruchteil einer Millisekunde.

 

Argumente und Teenager – ich war verloren!

Um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich deutlich machen, dass ich definitiv nicht von You Tube geklaut hatte. Ich war auch definitiv und leider aus dem Altern heraus, mir täglich die coolsten neuen Hip-Hop Clips auf der Plattform „reinzuziehen“. Allerdings hatte ich ganz offensichtlich genau denselben Move erklärt, mit fast genau denselben Worten, wie der – zu dieser Zeit – total angesagte deutsche Hip-Hop-Video-Moves-Erklärer. Ich berichtete der Klasse selbstverständlich, dass ich besagten You-Tuber noch nie gesehen hatte und auch nichts von ihm abgeguckt hätte.

Engelszungen – sag ich dir! Mit Engelszungen habe ich gesprochen, aber meine Teenie-Klasse war pampig und ich suchte mein Heil darin, die Stunde ganz schnell umzustellen und mir etwas ganz anderes aus dem Ärmel zu schütteln.

 

Die Auflösung

Der Move, der mich in die Bredouille brachte, war übrigens eine Drehung auf einem Knie. Dafür muss man gute Körperspannung haben, wissen wie man unbeschadet auf das Knie kommt und wie man den Kopf dreht, um auch den richtigen Ausgangspunkt zu erreichen. Ohne Technik, wird die Drehung gefährlich und vor allem lächerlich anzuschauen.

Wie man letztendlich diesen Tanz-Move in seine Choreographie einbaut, ist natürlich künstlerisches Eigentum. Aber lernen müssen es alle auf die gleiche Weise. So ist das mit einer Ballett-Pirouette oder schlicht die Art und Weise, wie man ein Ei aufschlägt, um einen Kuchen zu backen.

Ich hatte großes Glück, denn meine Klasse erwähnte diesen Zwischenfall nie wieder. Es mag auch angemerkt sein, dass sie nie lernten eine Drehung auf einem Knie zu vollführen. Ich habe meine Choreographie einfach dementsprechend angepasst.

Außerdem habe ich zu dieser Zeit begonnen, You Tube Hip-Hop-Videos zu gucken. Ich kann dir sagen, ich hatte regelmäßig Schweißausbrüche, wenn ich neues mit der Klasse gemacht habe, denn ich konnte das Rad leider nicht neu erfinden.

 

Die Kids dieser Klasse haben mittlerweile wohl schon ihr Studium abgeschlossen und sollte eine diesen Text hier lesen, dann weißt du jetzt, was ich alles durch meine Liebe zum Tanz schon durchgemacht habe. Trotz allem vermisse ich Hip-Hop tatsächlich in meinem Unterrichts-Angebot. Aber irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich keine Zeit mehr hatte, um noch mehr Fortbildungen zu machen und ich auch älter und somit auch ein weniger „unseriöser“ in dieser Szene wurde. Ich denke gerne daran zurück und hin und wieder, mache ich mir für mein persönliches Warm-up Hip-Hop-Musik an und tanze ein paar meiner alten Choreos durch – und die habe ich mir alle selbst ausgedacht – ganz ohne You Tube!

 

Hip-Hop-Knie-Pirouette und sowas von cool ab in die Kulisse

Sabrina

 

Die Inspiration für dich meinen Artikel „vorzulesen“, habe ich von der wunderbaren Jessi von feiersun. Klick gerne bei ihr vorbei und lass auch dich inspirieren…

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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