Heute habe ich für Euch Leser einen ganz besonderen Artikel, denn ich hatte die großartige Gelegenheit, mit Herrn Oliver Barthel, dem Mann hinter dem Online-Magazin CleanKids, ein Interview zu führen. Das werbefreie Online-Magazin informiert immer aktuell über Produktrückrufe, veröffentlicht hilfreiche Ratgeber-Artikel und ist, seit ich Babykeks geboren habe, eine meiner sehr häufig aufgerufenen Seiten im Internet geworden. Gerade Kinder bedürfen größten Schutz, und da das Magazin von Eltern für Eltern gemacht wird, findet man immer wieder hilfreiche Artikel und nützliche Links für Prävention oder auch für den Notfall. Das Informations-Spektrum ist wahrlich riesig. Von Schadstoffen in Kindersitzen, über belastete Kleidung, verdorbene Lebensmittel oder auch eine Liste über unauffällige Giftpflanzen im Schrebergarten. Im CleanKids-Magazin habe ich dies alles und noch viel mehr gefunden.

Wer steckt hinter all diesen Tipps, Ratschlägen und Informationen? Hier das Interview mit dem Gründer des CleanKids-Magazin: Oliver Barthel

 

1. Mittlerweile gibt es das CleanKids-Magazin seit ganzen vier Jahren. Woher kam die Idee für das Magazin?

CleanKids entstand mehr oder weniger im Vorfeld unserer ersten Schwangerschaft. Da ich selbst in recht belastetem Umfeld aufgewachsen bin, war es uns sehr wichtig, die heute verfügbaren Informationen zu nutzen, um möglichst „saubere“ Produkte für Babys Umfeld zu kaufen. Durch die Recherchen im Internet bin ich dann z.B. auf die leider noch immer kaum bekannte RAPEX-Warnliste der EU gestoßen und musste doch mit großem Schrecken feststellen, dass weitaus mehr Rückrufe stattfinden, als anhand der Medienberichte vermutet.

Da ich auch beruflich mit dem Internet verwachsen bin, war es keine Frage für mich – diese Informationen so zu verbreiten, dass sie dort ankommen, wo sie benötigt werden – bei den Eltern!

 

2. Wer ist die Person, die hinter dem CleanKids-Magazin steht? Beschreibe dich mit wenigen, aber aufschlussreichen Worten:

Nun, inzwischen bin ich 48, Papa von zwei wunderbaren Jungs (4 Jahre / 18 Monate), die beide schon heute Papas Sturkopf haben – sagt zumindest die Mama, die sehr, sehr geduldig mit uns ist – und es ist diese Geduld, die CleanKids wirklich möglich macht! An dieser Stelle Danke an meine Frau!

 

3. Ist das Magazin deine hauptberufliche Tätigkeit oder „opferst“ du dafür deine Freizeit?

Ich möchte es mal so ausdrücken: Ich sammle keine Briefmarken, schaue keinen Fussball, wasche das Auto nur, wenn es nicht mehr erkennbar ist. Die Hälfte der dadurch gewonnenen Zeit (ihr glaubt gar nicht, wie viel das ist) geht an die Familie, die andere in CleanKids 😉

Hauptberuflich bin ich selbstständig, was mir bei der Umsetzung durch die Möglichkeit einer flexibleren Zeiteinteilung sehr entgegen kommt.

 

4. Wie viel Zeit steckst du täglich in die Seite, um derart aktuell mit deinen Artikeln sein zu sein?

Im Ernst, es ist inzwischen schon sehr viel Zeit, die in das Projekt fließt. Fast täglich kommen Anfragen von Eltern. Auch stehe ich viel in Kontakt mit Behörden, aber auch – und das freut – mit Herstellern, die dann doch etwas offener kommunizieren.


5. Als Leser des Magazins und ganz besonders als Elternteil ist man immer wieder geschockt, welch minderwertige oder auch gefährliche Ware man zum Verkauf angeboten bekommt. Bist du bereits abgestumpft dieser Thematik gegenüber oder regt es dich nach wie vor auf, wie verantwortungslos manche Hersteller ihre Produkte an den Markt bringen wollen?

Nein, auf keinen Fall abgestumpft! Im Gegenteil. Das Aufregen habe ich zwar inzwischen abgelegt, es ist inzwischen eher eine Art Enttäuschung, dass anscheinend nur ganz ganz wenige Hersteller und Importeure wirkliches Interesse an sauberem und sicherem Spielzeug haben. Natürlich bezieht sich das auch auf Textilien, Schuhe und all die anderen Produkte des täglichen Lebens.


6. Mit Warnungen und Rückrufen ist das Magazin damals gestartet. Mittlerweile findet man immer mehr informative Rubriken wie z.B. „Aktuelles“, „Ratgeber“ oder auch „Lexikon“ auf der CleanKids-Seite. Woher beziehst du all deine Informationen?

Zum Großteil durch Recherche im Netz. Ich habe so meine Standardquellen, die ich Tag für Tag durchgehe. Allerdings gibt es – was Rückrufe anbelangt – inzwischen Unternehmen, die mich sofort Informieren. Die Meldungen über Rückrufe der RAPEX sind in Englisch öffentlich verfügbar, werden dann entsprechend übersetzt.


7. CleanKids ist eines der wenigen Online-Magazinen, dass von Eltern für Eltern gemacht wurde. Wie finanziert sich ein so großes Projekt, obgleich das Magazin völlig werbefrei ist?

Zu Beginn war es ja nur ein zeitlicher Mehraufwand, doch nach und nach kamen dann die Kosten. Zum Großteil Abmahnungen und daraus folgend Anwaltskosten, aber auch durch den zeitlichen Mehraufwand fehlen natürlich Selbstständigen die Arbeitszeit und damit ein Teil des Einkommens.

Seit Ende 2010 wird CleanKids von Prosite (www.prosite.de) hardwaretechnisch unterstützt. Hierfür möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei der Speedbone Internet & Connectivity GmbH aus Berlin bedanken.


8. Wie viel Resonanz erhältst du im Allgemeinen auf dein Magazin? Dank von Lesern oder eher Beschwerden von „Schurkenfirmen“, deren mangelhafte Produkte du öffentlich machst?

Das meiste Feedback kommt – Gott sei Dank – ganz klar von den Lesern. Anregungen, Fragen zu Rückrufen und vieles mehr scheint doch Einige zu interessieren.

Für mich ist jede einzelne Anfrage eine Bestätigung dafür, wie wichtig CleanKids doch ist.

Natürlich kommen auch einige Rückmeldungen von Unternehmen, die allerdings weniger als Beschwerde, sondern vielmehr oftmals schon in Richtung Drohung gehen. Oft werden nur die gesetzlich notwendigsten Informationen von Unternehmen publiziert – und diese dann auch noch irgendwo versteckt. Natürlich passt es vielen Unternehmen dann nicht, wenn diese Dinge öffentlich werden. Abmahnungen und Verfügungen erhalte ich einige. Dies ist eben auch eine gewaltige finanzielle Belastung, da ich auch diese Kosten privat übernehme.

Schon deshalb ist auch die Präsenz dieser Meldungen von CleanKids bei Google-News seit April 2011 ein weiterer positiver Aspekt.


9. Wie viele Besucher hat die CleanKids-Seite täglich und was dürfen diese in der Zukunft für das CleanKids-Magazin erwarten?

Derzeit sind es zwischen 1000 und 1500 tägliche Besucher mit etwa 7000 Seitenabrufen – und dies derzeit mit steigender Tendenz.

Die Zukunft wird noch einiges bringen, sofern die Visionen finanzierbar sind. Sehr am Herzen liegt mir z.B. eine monatliche Printausgabe. Lasst Euch aber einfach mal überraschen 🙂


10. Welchen Ratschlag möchtest du uns Eltern abschließend noch mit auf den Weg geben?

Bewusster und mit allen Sinnen kaufen! Nicht nur für die Kinder, sondern im Allgemeinen. Kinder werden nicht glücklich durch eine sinnlose Anhäufung von Spielzeugen – im Gegenteil, viele Kids sind durch die Menge sogar überfordert und ein sinnvolles Spielen findet gar nicht mehr statt.

Kinder sollten Kinder bleiben dürfen – in Allem, was das Kindsein ausmacht. Schenkt Euren Kindern Liebe, Zeit und Aufmerksamkeit und dafür etwas weniger von dem oft wertlosen Plunder.

 

Vielen Dank, Oliver, dass du dir die Zeit genommen hast und mir und meinen Lesern einen kleinen Einblick hinter die Kulissen von CleanKids gewährt hast.


Wer stetig informiert werden will, hat viel Auswahl. Die Artikel können per RSS Feed, aber auch per Newsletter abonniert werden. Außerdem findet ihr CleanKids auch bei Social-Networks wie facebook oder Twitter (cleankids09). All diejenigen unter Euch, die zum Erhalt des Magazins beitragen möchten, kann ich eine Patenschaft (Infos dazu auf www.cleankids.de) ans Herz legen und die einfache Möglichkeit, über PayPal einen Betrag zu spenden.

Außerdem findet Ihr seit einiger Zeit in der Toolbar des Babykeks-Blogs ein nützliches Widget des CleanKids-Magazins, das euch Leser über die aktuellsten Rückrufe und Themen informiert. Wie alles am CleanKids-Magazin ist auch dies kostenlos.

Zwar ist es traurig, dass es überhaupt ein Magazin zu diesem Thema geben muss, aber neben Verbraucherzentralen, TÜV etc. bin ich sehr froh, dass es dank CleanKids so einfach ist, sich zu informieren und gewarnt zu werden.

Ein Riesen-DANK an das CleanKids-Magazin, das es für Babykeks, mich und all die anderen Leser „aufpasst“.

                                    

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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