Ich bin absolut sicher, dass jede Mutter diese Situation kennt. Man ist gerade am Telefon oder unterhält sich mit jemand auf der Straße. Manchmal muss man sich einfach nur kurz auf etwas konzentrieren, aber das eigene Kind macht einem einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Für solche Situationen wende ich das an, was ich auch bei meinen Ballettschülern durchziehe. Ich ignoriere ihr drängendes Aufmerksamkeit-Defizit und verhalte mich, als würde ich das ständige Wiederholen meines Namens und das Ziehen an meiner Kleidung gar nicht wahrnehmen. Bei meinen Schülern klappt das nach dem zweiten Mal super, denn sobald mein Gespräch geendet hat, wende ich mich selbstverständlich dem ungeduldigen Kind zu, nur dass ich es gar nicht erst sprechen lasse, sondern absolut klar stelle, dass Kinder zu warten haben, bis die Erwachsenen fertig sind. Das hört sich vielleicht für manch einen hart an und selbstverständlich kann ich sehr gut heraushören, ob es sich um einen „Notfall“ handelt oder das Kind mir einfach etwas vom „wilden Pferd“ erzählen möchte, aber ohne diese Einstellung käme ich wohl nicht dazu, jemals tatsächlich Unterricht zu halten.

Sehr oft habe ich dieses Verhalten in letzter Zeit auch bei Babykeks bemerkt. Natürlich ist das Ignorieren seines Drängens gar nicht immer nötig, oft genügt es, ihm kurz etwas  zu reichen etc. Aber in den wenigen hartnäckigen Fällen, bei denen ich genau weiß, dass es ihm einfach nur nicht passt, dass Mama sich gerade nicht 100% mit ihm befasst, wende ich nun diese Strategie auch bei ihm an.

 

 

Aber Babykeks wäre nicht Babykeks, wenn er es nicht trotzdem schaffen würde, mich völlig aus dem Konzept zu bringen…

 

 

Da unterhalte ich mich gerade lebhaft und endlich mal wieder NICHT über Kinderkram, da beginnt mein Söhnchen, sich zu langweilen (trotz geschätzten Hunderten von Spielsachen um ihn herum), und fängt damit an, mich „zu rufen“. „Mama, Mama, Maaaaaama, Mama…“. Ihr kennt das ja sicherlich auch. Da ich weiß, dass ihm nichts fehlt, ignoriere ich ihn schlicht und gehe auch nicht darauf ein, dass er damit beginnt, seine kleinen Fingerchen fast schon schmerzhaft in mein Bein zu krallen. Und dann lässt er die Überraschungs-Bombe platzen.

Als ihm aufgeht, dass Mama scheinbar plant, sich auch weiterhin zu unterhalten, lässt er mich los,  tritt ein Schritt zurück und sagt ganz laut: „SABRINA!!!“

Natürlich bin ich völlig überrascht, dass mein Sohn mich bei meinem Vornamen anspricht und schaue ihn sprachlos an. Und somit hat er genau das erreicht, was er wollte und beginnt, munter darauf los zu plappern…

Ich muss gestehen, die „Sabrina-Taktik“ irritiert mich doch immer wieder aufs Neue. Dieser kleine Schlawiner weiß ganz genau, wie er seine Mama um den Finger wickeln kann. Unfassbar!!! 

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • haha, sehr cool! Fiona hat mal statt Mama zu mir „Mutter“ gesagt. da war ich auch baff! ansonsten schreit sie manchmal so laut wenn ich mich unterhalte, dass ignorieren unmöglich ist, weil sie es schafft, alles zu übertönen :/
    neuste Taktik ist, wenn Erwachsene sich unterhalten und es nicht um sie geht im Gespräch, dass sie „ruhig!“ als Aufforderung in den Raum wirft ^^ kann mir dann immer ein lachen nicht verkneifen, erinnert es mich doch sehr an Bülent Ceylans „Ruhiiiisch!!“

    • Hihi, hi Viv, wie immer ein schönes Kommentar – vielen Dank… unsere Kleinen haben es echt faustdick hinter den süßen Ohren 😉
      Ruhiiiisch!!! (ist übrigens der Dialekt den wir hier sprechen *hüstel* naja manche zumindest 😉 )
      LG Sabrina 🙂

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