Nehmen wir Eltern unseren Söhnen die Möglichkeit, später selbst Vater zu werden, weil wir zu „faul“ sind, Gewohnheiten zu ändern? Oder ist die Warnung vor Weichmachern Panikmache? Immer öfter werden wir Eltern in den Medien vor der schädigenden Wirkung bestimmter Weichmacher auf unsere Kinder (und speziell auf Jungen) gewarnt.

 

Der besorgniserregende Nachweis wurde bereits erbracht und erste Verbote sind gerade für Säuglings- und Kinderprodukte in Kraft getreten. Was aber viele Eltern nicht wissen oder worüber sie sich schlichtweg noch keine Gedanken gemacht haben, ist die Tatsache, dass Weichmacher überall in unseren täglichen Abläufen „versteckt“ sind.

 

Bildquellenangabe:Peter von Bechen / pixelio.de

Bildquellenangabe: Peter von Bechen / pixelio.de

Völlig überspitzt könnte man nun behaupten, dass Plastik krank macht. Außerdem ist es eines der schlimmsten umweltbelastenden Produkte, die es gibt. Aber sind wir ehrlich: Könntet ihr auf Plastik im Alltag verzichten? Ich persönlich wüsste wirklich nicht wie?

 

Trotzdem versuchen wir, Babykeks Weichmachern (und anderen üblen Stoffen) gar nicht erst auszusetzen.  Das ist aber gar kein leichtes Unterfangen.  So Vieles erleichtert uns „gut verpackt“ den Alltag und spart kostbare Zeit.

 

 

Ein Beispiel: 

Babykeks liebt Apfelsaftschorle über alles. Wenn er dürfte, würde er ausschließlich das trinken.  Bevor es unser Söhnchen gab, kauften mein Liebster und ich stets Schorle in PET-Flaschen. Während der „ersten“ Aufklärungswelle beschlossen wir, auf Glasflaschen umzustellen. So kam es, dass Babykeks lange Zeit Bio-Apfelsaft mit Wasser gemischt trank. Da dies aber aufwändiger und leider auch kostenintensiver ist, beschlossen mein Liebster und ich, für UNS auch hin und wieder PET-Flaschen zu kaufen.

 

Es kam, wie es kommen musste: Babykeks wollte das trinken, was Mama und Papa trinken und schon war er wieder Weichmachern ausgesetzt, weil Mama die schwere Kiste nicht alleine hochtragen konnte, eigentlich keine Zeit für einen Trotzanfall hatte und Sohnemann so glücklich damit war.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass meine Bequemlichkeit dazu geführt hat, dass mein Sohn nun wieder mehr aus PET-Flaschen als aus Glasflaschen trinkt. Erschwerend kommt hinzu, dass er beispielsweise bei den Großeltern auch nur aus PET-Flaschen Getränke erhält und wir dies schlecht unterbinden können.

 

Mein Liebster und ich sind nun aber wieder bemühter, Babykeks nicht länger dazu zu verdammen, evtl. keine eigenen Kinder zeugen zu können.

Was kann man als Elternteil tun, um vorzubeugen?

So beginnen wir:

–          Wir achten sehr darauf, dass Spielzeug und tägliche Gebrauchsgegenstände geprüft und für schadstofffrei befunden wurden.

–          Wir kaufen so gut wie nie abgepackte Wurst oder Käse (auch wenn „frisch“ teurer bedeutet).

–          Wir versuchen wieder, dauerhaft auf Glasflaschen umzustellen.

–          Wir ertragen missbilligende Blicke und Kommentare, wenn „Andere“ uns für übertrieben ängstlich oder völlig bescheuert halten.

 

Es ist – traurig aber wahr –  sehr schwer von seinen zeitsparenden und oftmals auch lecker schmeckenden „verpackten Produkten“ wegzukommen und somit sein Leben erschreckenderweise stark umzustellen.

 

Dennoch sollten Eltern, meiner Meinung nach, zum Wohle ihrer Kinder kritisch mit der Umwelt umgehen und ggf. selbst in Aktion treten, wenn es darum geht, die Kleinen (und auch sich selbst) vor „krankmachenden“ Produkten zu schützen.

 

Denn auch Papa konsumiert Weichmacher, die evtl. ein Geschwisterchen auf lange Sicht unmöglich machen.  Nun lässt sich stets darüber streiten, ob früher alles anders und besser war in Sachen Schadstoffbelastung. Ich denke, jede Zeit hatte ihre „Krankmacher“.

 

Tatsächlich wurden beispielsweise schwangere Frauen in der Vergangenheit, nach Feststellung der Schwangerschaft, vorsorglich geröntgt, um evtl. Schäden für das Kind auszuschließen. Heute schütteln wir darüber nur verständnislos den Kopf, aber damals waren die Mediziner begeistert von der Tatsache, der Schwangeren bestätigen zu können, dass mit ihr alles in Ordnung ist und sie einer gesunden Schwangerschaft entgegen sehen darf.

 

Die Zeiten ändern sich eben und ich bin froh, dass mir heutzutage die Möglichkeit gegeben ist, mich zu informieren und mein Kind bestmöglichst vor Gefahren zu schützen. Selbst wenn die Gefahr aus einer Scheibe abgepacktem Käse besteht…

Das CleanKids-Magazin sammelt derzeit Unterschriften zur FORDERUNG NACH EINEM VERBOT VON WEICHMACHERN: Jede Unterschrift in ein Schritt in die Zukunft, zum Schutz unserer Kinder und uns selbst.

 

Für alle, die mehr zum Thema „schädliche Weichmacher“ erfahren möchten:

Der Artikel „NDR-Untersuchung: Viele Lebensmittel enthalten gefährliche Weichmacher“ des CleanKids-Magazins ist nur einer von vielen Artikeln, die diese Problematik anspricht und an erschreckenden Beispielen verdeutlicht. Im Artikel „Bisphenol A (BPA) – Viele Lebensmittelverpackungen mit bedenklicher Chemikalie belastet“ findet ihr weitere Informationen, die einen dazu veranlassen, diesem Thema mehr Beachtung zu schenken.

Im Artikel „Krank durch die Umwelt: Unfruchtbarkeit durch Weichmacher“ findet ihr zu den Informationen auch ein Youtube-Video einer Fernsehreportage mit alarmierenden Ergebnissen.

 

Weiterer Babykeks-Artikel zum Thema: Giftige Kassenbons

 

Artikelbild via bt_attention_ findicons.com

                                    

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Ich finde es gut, dass ihr euch Gedanken um das Thema macht! Wir sind seit Beginn der Schwangerschaft auf Glasflaschen umgestiegen – allerdings wohnen wir auch ebenerdig, was die Schwierigkeiten des Transportes in Grenzen hält.
    Wir trinken außerdem ziemlich oft Tee, vielleicht wollt ihr das auch mal probieren? Dann kann das Kind auch ohne Probleme mittrinken.
    Meines Wissens ist außerdem nicht in jeder Sorte Plastik Weichmacher. Polyethylen und Polypropylen z.B. enthält keine, ihr könnt also schauen, aus welchem Plastik die Verpackung ist. Das sieht man anhand dieses kleinen aufgedruckten Zeichens, in dem zwei bis drei Buchstaben stehen – PP und PE sind eher unbedenklich als der Rest.

    • Hallo Hannah,
      vielen Dank für deinen sachdienlichen Kommentar. Habe nochmal gezielt wegen PP und PE recherchiert und Folgendes gefunden:

      Der BUND empfiehlt, zur Lebensmittelaufbewahrung Behälter aus Glas, Edelstahl oder Keramik zu nutzen. Auch die Materialien Polyethylen (PE), PET und Polypropylen (PP) sind frei von BPA (Bisphenol A)
      PET enthält allerdings hormonähnlich wirkende Weichmacher. Leider sind nahezu alle Supermarkt-Getränke-Flaschen PET.

      Ein weiterer, richtig guter Artikel:
      http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=32235046

      Hoffen wir, dass sich viele Eltern dieser Gefahren bewusst sind und sich selbst und ihre Kinder zukünftig davor schützen.
      Euch alles Gute…

      Herzliche Grüße
      Sabrina

  • Es gibt noch viel zu tun!

    Es ist traurig aber wahr – die meisten alltäglichen Gegenstände sind für Babys und kleine Kinder auf Dauer schädlich. Ich bin kein Anhänger von Panikmache, aber was man in den Testberichten von Stiftung Öko- oder Warentest so einige Male liest, ist sehr beunruhigend. Und man weiss eingentlich schon überhaupt nicht mehr, was man kaufen soll, darf und kann. Kinderwagen oder Schnuller sind zwei Beispiele daraus – in beiden wurden Weichmacher gefunden, und das ist nur die Spitze des Eisberges. Es wird spannend wie in Zukunft mit diesem Thema umgegangen wird.

    Sehr schöner und informativer Blog im Übrigen.

    Viele Grüße
    Aline

    • Hallo Aline,
      danke für dein Lob 🙂
      Tja, leider ist nach wie vor noch viel zu viel Schädliches im Umlauf, aber zumindest wird mittlerweile etwas dagegen unternommen und informierte Eltern, wissen ihre Kinder heutzutage zu schützen…

      Herzlichst Sabrina

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