Fluchen! Eine Sache, die Eltern schlichtweg nicht (mehr) tun. Zumindest ist das bei meinem Liebsten und  mir so.  Wir vermeiden es tunlichst, in Babykeks‘ Anwesenheit „Kraftausdrücke“ zu verwenden, und halten auch eisern unsere Eltern und andere Verwandte und Freunde dazu an. „Ach, du dicke Backe!“ – „Holy moly!“ – „So was Doofes aber auch!“ Das sind die Sätze geworden, die unsere Entrüstung und unseren Unmut über mache Dinge zum Ausdruck bringen. Am Anfang war es tatsächlich sehr schwer, sich das Fluchen abzugewöhnen.

 

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Bildquellenangabe: peter909/pixelio.de

 

Ehrlich gesagt war mir auch gar nicht richtig bewusst, dass ich überhaupt so viel geflucht habe. Aber so richtig bewusst wurde mir die Tatsache erst in dieser Woche. Ich weiß nicht weshalb, aber in der vergangenen Woche schien jeder in unserem Bekanntenkreis lauthals und absolut nicht „kindertauglich“ zu fluchen.

 

Schei…e“ rangiert da natürlich ganz weit oben auf der Liste und ich war absolut erstaunt darüber, wie häufig und für welche Nichtigkeiten doch dieses unschöne Wörtchen in den Mund genommen wird. Gebildete, erwachsene Menschen fluchen in Gegenwart anderer fremder Menschen und schämen sich kein Stück weit dafür.  Wo man hinhört, wird geflucht: Auf der Arbeit, im Supermarkt, hinter geöffneten Autoscheiben, im Zug, am Mobiltelefon – einfach überall in der Öffentlichkeit und niemand scheint auch nur eine Sekunde, einen Gedanken daran zu verschwenden, was kleine Kinder in ihren Buggys da alles aufschnappen und wie sie dies alles wohl sehen…

 

Ganz im Gegenteil, ich habe mittlerweile wirklich den Eindruck, dass man eher schief angeguckt wird, wenn man in einer „kindgerechten Light-Version“ flucht.

 

Meinem Liebsten und mir ist völlig bewusst, dass wir Babykeks absolut nicht (auf Dauer) vor üblem Wortgebrauch werden schützen können. Schließlich ist er ja auch mittlerweile im Kindergarten und ihr wisst ja, dass neben all den tollen pädagogischen Lehrinhalten auch eine Menge Viren und üble Verhaltensmuster mit nach Hause gebracht werden.

 

Aber irgendwie hatte ich Hoffnung, dass mein drei Jahre alter Sohn mich nicht schon so früh mit seinen unschuldigen braunen Augen ansehen wir, um mich zu fragen, warum die Frau neben uns an der Ampel so laut „Fi…. dich!“ nach dem Mann gerufen hat, der über Rot gelaufen ist.

 

Tja, wie erkläre ich das meinem drei Jahre alten Sohn??? 

                        

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Fiona hat letztens zu mir gesagt: „Mama, warum guckst du so angepisst?“ Aus ihrem kleinen Mund Klang das einfach so deplatziert! Erst da ist mir bewusst geworden, dass ich besagtes Wort wohl relativ häufig benutze, natürlich nicht direkt zu ihr, aber zu anderen, während sie Gesprächsfetzen aufschnappt… Speziell als Eltern muss man irgendwann eben doch anfangen, aufzupassen was man sagt bzw wie man sich ausdrückt…

    • Hi Vivi,
      ja die kleinen sind nach wie vor „Schwämme“. Babykeks bringt einiges aus dem Kindergarten mit aber noch sind es kindliche Flüche, aber ich befürchte irgendwann wird auch das sich ändern. Na ja, so lange gehen wir eben mit gutem Beispiel voran 🙂

      Liebsten Gruß
      Sabrina

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