Der Liebste gehört zu den Männern, denen es leider nicht vergönnt ist, im Urlaub tatsächlich abschalten zu können. Außer an den Wochenenden rief jeden Tag jemand aus der Firma an, es mussten E-Mails beantwortet werden und sogar einige Kundengespräche wurden draußen auf der Veranda geführt, immer in der großen Angst, dass jemand verraten könnte, dass er eigentlich außer Landes ist.

Ich verstehe, dass dies nun mal zu seiner Arbeit gehört und das Geschäft nicht stillsteht, nur weil er gerade nicht im Büro ist. Aber Babykeks versteht das natürlich noch nicht.

 

Ihn zu beschäftigen, während Papa jetzt arbeitet, war gerade in diesem Jahr/in diesem Urlaub sehr schwierig, denn die Bedeutung von „Urlaub“ hat der kleine Kerl im Kern natürlich schon erfasst.

Da hieß es dann erfinderisch werden und seine gesamte Animateur-Ader zum Vorschein zu bringen.

Einige der Geschäfts-Kollegen kennt Babykeks bereits seit seiner Geburt und so geschah es, dass Keksilein beschloss, dem Papa mal ein wenig Arbeit abzunehmen.

 

Während der Liebste im Schatten auf der Wiese saß und brennende Geschäftsangelegenheit diskutierte, setzte sich Babykeks mit seinem Spiel-LKW bewaffnet daneben und hörte ruhig zu. Irgendwann beschloss er jedoch, dass es an der Zeit sei, seinen Papa wieder in unseren Familien-Urlaub zurückzuholen und so angelte er sich das Handy und begann zu erzählen.

 

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„Wir sitzen hier auf der Wiese!“ begann er laut und deutlich zu erklären. „In Spanien!“. Der Geschäftskollege durfte sich noch weitere Ausführungen anhören und riet Sohnemann sogar, einen Drachen steigen zu lassen bei dem Wind, bis Keksilein entschied, dass er seinen Standpunkt wohl klar genug gemacht hat und sagte: „Ich geb‘ dich jetzt wieder an Papa.“ Gesagt – getan.

Zufrieden mit sich setzte er sich wieder mit seinem LKW auf die Wiese und wartete (ausnahmsweise) geduldig auf das Ende des Telefonats.

Es ist wirklich schwierig, die Arbeit des Liebsten und alle unsere privaten Familien-Momente miteinander in Einklang zu bringen, und wir Großen sind uns darüber im Klaren, dass es für Babykeks viel schwerer ist als für uns, denn wir wissen, dass es nun mal eine Notwendigkeit ist. Keksilein zu erklären, dass wir wohl kaum im Urlaub sein könnten, wenn Papa nicht so viel arbeitet, hat bei einem dreieinhalb Jahre alten kleinen Menschlein wenig Sinn.

 

Doch trotz all der, scheinbar immer währenden, Arbeit des Liebsten schafft er es dennoch, eine ganz wunderbare und innige Beziehung zu Babykeks und auch zu mir zu führen. Und auch wenn Keksilein und ich hin und wieder zickig auf seine Arbeit reagieren, so lieben wir ihn doch sehr und sind ihm unglaublich dankbar, dass er all dies tun, um uns glücklich(er) zu machen.

 

 

               

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

6 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Ohje, das hört sich ja nach einem stressigen Job an. Ist bestimmt nicht schön, weder für den Arbeitenden, noch für die Familie. Ich glaube so könnte ich nie wirklich abschalten, habe im Urlaub und am WE jedoch auch zu 99% der Zeit meine Ruhe.

    • Hi lieber bullion,
      Abschalten ist meinem Liebsten auch leider nicht wirklich vergönnt. 🙁 Aber irgendwie arrangiert man sich mit der Zeit und wir verbringen fast jede freie Minute als Familie zusammen, dass wiegt vieles wieder auf…
      Ich kann mir vorstellen, dass deine Familie sehr froh darüber ist, dich am WE und im Urlaub ganz allein für sich zu haben. Pass gut auf, dass euch dieser Luxus niemals verloren geht!

      Liebe Grüße
      Sabrina

  • Hallo,

    auch wir können dies (leider) nachvollziehen, wir betreiben einen Online-Shop für Kidnermode und kennen solche Situation zur genüge. Den Tag über verbringt man dann am Strand und sobald man im Hotel ist, geht als erstes der Blick in die Mails. Kunden nehmen keine Rücksicht auf Urlaub, sollen sie auch nicht und wir lieben unsere Aufgaben. Wir machen das sehr gerne, auch wenn es einem ein wenig den Urlaub erschwert… man gewöhnt sich dran.
    Unser Sohn kennt das nicht anders, seit fast 7 Jahren seiner fast 9 Jahre haben wir diesen Onlineshop und er weiß mittlerweile auch worum es geht. Wir nehmen ihn oft mit zu Messen und lassen ihn auch an Einkaufsentscheidungen teilhaben.
    Ich denke, dass Kinder (wenn sie es denn begreifen können) auch Verständnis für solche „Auszeiten“ vom Urlaub aufbringen können, wenn es ihnen vernünftig erklärt wird und sie davor/danach wieder der Mittelpunkt sind.

    Gruß
    Björn

    • Hi Björn,
      es ist schön, dass ihr euer Kind so toll integrieren könnt. Ich kann mir vorstellen, dass dies diesen Umstand erleichtert 🙂
      Schade, dass dies bei uns nicht möglich ist.
      Vielen Dank für dein Kommentar und noch viel Erfolg…

      Lieben Gruß
      Sabrina

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