Andere Länder, andere Sitten

Von all unseren spanischen Bekannten (und das sind mittlerweile 5 Familien) haben wir nun doch schon so einiges gehört, über die „Abläufe“ im sommerlichen Spanien, gerade mit Kindern. Bilder fluteten meinen Kopf von braungebrannten kleinen Knutschkugeln, die begeistert Sandburgen am Strand mit der gesamten Sippschaft bauten, Unmengen von Paella mit Meeresfrüchten vertilgten, mittags ins dreistündige Siesta-Koma fielen und dann am Abend, ohne zu quengeln, locker bis elf Uhr durchhielten und dann glücklich und müde ohne Zicken einschliefen.

 

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Als ich mit Babykeks und dem Liebsten dann selbst im wunderbaren Andalusien ankam, wurde meine ach so schöne Illusion ein wenig angeknackst. Unsere Hotelanlage wurde vorwiegend von Spaniern besucht, die gerade ihre „großen Ferien“ dort verbrachten und irgendwie so gar nicht dem entsprachen, was wir so erwartet hatten.

 

Die Kids waren braungebrannt – das traf schon einmal zu, aber der Rest war Fehlanzeige. Zu den Mahlzeiten sah ich die spanischen Kinder genauso im Essen herumpicken wie Babykeks, einige benahmen sich sogar richtig daneben (wobei ich festhalten möchte, dass dies definitiv eine nicht nationgebundene Sache ist). Aber einen Unterschied erkannte ich doch.

 

Die Eltern der kleinen Im-Essen-Herumstocherer und Keine-Tischmanieren-Besitzer waren scheinbar völlig tiefenentspannt. Da flog hin und wieder Essen durch den Speisesaal, es wurde Fangen gespielt, handgreifliche Streitereien zwischen den Kids untereinander ausgetragen und die Großen „scherten“ sich nicht darum.

 

Ich war zugegebenermaßen schon überrascht von der Haltung der Spanier. Ich selbst wäre wohl längst einem Herzinfarkt erlegen, hätte Babykeks sich derart aufgeführt. Lustigerweise konnte man den übrigen „Ausländern“ ihr Erstaunen ebenso an der Nasenspitze ansehen wie mir.

 

Nach zwei Tagen hatten wir uns jedoch daran gewöhnt und nach einer Woche lachte ich nur, wenn Babykeks sein Gesicht mit Schokoladeneis eincremte oder eine Spaghetti vom Tisch bis zum Kinderstuhl eine Brücke baute.

 

Schließlich ist Urlaub, und da mag man entspannen und diese „Konvention“ ablegen, das Kind bei Tisch einigermaßen manierlich zu halten, war sehr befreiend. Alles ließ ich Babykeks natürlich nicht durchgehen und selbstverständlich waren auch nicht alle spanischen Kinder kleine Ferkel und Störenfriede zu Tisch.  Aber ganz anders als in deutschen Restaurants war es trotzdem und dies trug irgendwie zum Urlaubsfeeling in der Babykeks-Familie bei.

 

Wie war das bei euch? Ist euch vielleicht auch etwas Derartiges in eurem Urlaub geschehen? Ich würde mich freuen, wenn ihr uns davon erzählt… 

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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