Babykeks

Warum ich für meine Kinder schön bin

Kennt ihr das Hashtag (#) ifeelbeautifulfor? Ich kannte es erst, nachdem ich einen wirklich tollen Artikel der sympathischen Bloggerin Berlinmittemom „i feel beautiful for my kids – selbstliebe-vorleben und weitergeben“ gelesen habe. Sie erzählt darin sehr offen, dass sie ihren Körper zwar nicht perfekt findet, aber sich dennoch schön fühlt, und dass sie inständig hofft, ihren Töchtern eine gesunde Einstellung zu deren Körper vorleben zu können. Am Ende ruft sie alle Frauen auf, es ihr gleichzutun und ein positives Vorbild zu sein.

 

Als Ballettlehrerin komme ich täglich (naja, außer jetzt in meiner Elternzeit) mit kleinen und großen Mädchen in Kontakt. Sie alle sehen „natürlich“ zu ihrer Ballettlehrerin auf. Mein schöner Dutt, die tolle Art, wie mein Körper beim Tanzen aussieht etc. pp. Ich bekomme sehr oft bewundernde Blicke von meinen Tanzmäuschen zugeworfen und nicht selten tragen sie ihre Gedanken auf den Lippen und sagen: „Du siehst so schön aus, wie eine Prinzessin“. Das tut natürlich unglaublich gut, denn ganz ehrlich, ich finde an meinem Körper auch Dinge, die ich gerne „optimiert“ hätte und das obwohl wahrscheinlich fast alle anderen Frauen darüber nur den Kopf schütteln würden… solche Gedanken scheinen wohl leider in unserer weiblichen Natur zu liegen.

 

Nach zwei Geburten gleich wieder in Kleidergröße 36 zu passen, hat aber auch viel mit Erbanlagen zu tun, und in Sachen Körper hatte ich einfach verdammt großes Glück…

 

Warum also schreibe ich einen Artikel zum Thema „ich fühle mich schön für…“, wenn ich so oft gesagt bekomme wie „hübsch“ ich bin?

Weil ich Mutter von zwei Söhnen bin und somit sehr große Verantwortung trage. Die Verantwortung, wie meine Jungs später Frauen sehen und wie realistisch ihre Ansprüche sein werden.

 

Meine Söhne sehen täglich, wie ich meinen Körper behandle, wie mein Mann meinen Körper wahrnimmt und werden dies als ihr „Normalbild“ mit ins Erwachsenenleben nehmen. Ich erlaube meinen Jungs, das Bad zu betreten, wenn ich unter der Dusche stehe, und ich renne auch hin und wieder im Evaskostüm durch die Wohnung, um mir ein bestimmtes Kleidungsstück etc. zu holen, dass ich mal wieder im Ankleidezimmer liegen ließ vorm Baden.

 

Auch der Liebste steht ohne Komplexe zu seinem Körper und lebt den Jungs vor, was zu Hause in Ordnung ist, und was in der „Öffentlichkeit“ nicht gezeigt werden darf.

Kürzlich bekam Babykeks mit, dass ich etwas unglücklich über die noch immer wabbelige Haut nach der Geburt von Babykrümel am Bauch bin. Durch Zufall sah ich seinen skeptischen und dennoch interessierten Blick, als der Liebste meine Haut berührte und mir versicherte, dass dies beim Großen auch so gewesen war und sicherlich wieder straff werden wird.

 

In diesem Moment wurde mir bewusst, dass meine Kinder mich ganz genau im Umgang mit meinem Körper beobachten, dass ich der erste Frauenkörper bin, den sie sehen und berühren durften, und dass sie diesen (wie auch ich damals bei meinen Eltern) als normal, schön und genau richtig mit in das Erwachsenenleben nehmen werden.

 

Da nicht jede Frau in der Genlotterie gewinnen kann oder Ballett-Lehrerin ist, muss ich ihnen ganz nebenbei verständlich machen, was wahre Schönheit bedeutet. Dass eine Frau nicht über ihren Körper zu definieren ist, sondern über ihren Charakter, ihre Herzlichkeit und die Art und Weise, wie sie andere Menschen behandelt.

 

Es wäre schön, wenn auch dies einfach nebenbei vermittelt werden könnte, denn Kinder lernen ja bekanntlich durch Imitation, doch wenn erstmal die Hormone mit im Spiel sein werden, wird es wohl ein ganzes Stück Arbeit für uns Eltern sein, den Jungs auch mit Worten und nicht nur durch das Vorleben verständlich zu machen, dass schöne Frauen nicht gleich herzliche Frauen sind und dass Frauen, die vielleicht ein wenig weicher oder nicht perfekt proportiert sind, die wunderschönsten Geschöpfe der Welt sein können.

 

Man muss nur verstanden haben und wissen, dass Schönheit nicht mit den Augen erfasst wird.

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tanzende Mama – Sabrina

Als Mutter von zwei Söhnen und großes Vorbild für viele kleine Tänzerinnen ist mir die Verantwortung, das richtige vorzuleben, sehr bewusst, und ich hoffe wirklich sehr, dass ich meinen Job gut machen werden…

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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