Lest ihr auch ständig Sätze (sinngemäß) wie: „Das mache ich noch in der Elternzeit, denn da habe ich noch einen Kopf/Zeit/Energie dafür…“

 

Babykeks_Blog_Elternzeitbeschäftigung

 

Ich schlucke dann immer ein wenig Bitterkeit hinunter, denn ganz ehrlich: Ich finde in meiner Elternzeit nicht unbedingt mehr Zeit für Dinge, die ich nicht mehr tun könnte, wenn ich wieder arbeite.

 

Diese Sätze lassen in mir sofort ein schlechtes Gewissen aufkommen. Warum bin ich denn offensichtlich die Einzige, die auch in der Elternzeit gestresst ist? Warum habe ich nicht diese mega Energie, die andere Mütter haben?

 

Derzeit habe ich Elternzeit und ich kümmere mich um einen Säugling und ein Kindergartenkind. Ich habe meinen Haushalt – dazu zähle ich auch das Einkaufen, Kochen etc. – und nehme für meine Kinder an diversen wöchentlichen Aktivitäten teil (PEKiP, Fußball, Mama-Kind-Workout etc.).

 

Mein Tag beginnt früh (wie das mit Baby ebenso ist) und ich gestehe ganz ehrlich, dass ich häufig froh bin, wenn der Uhrzeiger sich der Zwanzig-Uhr-Marke nähert, damit ich durchatmen und ein wenig Zeit „ohne“ Kinder verbringen kann.

 

Aber lasst mich aufrichtig sein. Bettzeit heißt ja noch lange nicht, dass die Kids nun bis am nächsten Morgen verschwunden sind. Das Baby trinkt spätestens alle drei bis vier Stunden und bis mein Großer tatsächlich mal eingeschlafen ist, vergehen fast jeden Abend zwei bis vier Hörbücher, etliche Toilettengänge, diverse Unfälle mit dem Nachtwasser und furchtbar dringende Gedanken, die er noch loswerden muss, bevor er einschlafen wird.

 

Mein Liebster und ich haben kürzlich zum ersten Mal seit über sieben Monaten (SIEBEN!!!) einen kompletten Film an nur einem einzigen Abend geschaut. Dazwischen habe ich einige Male das Baby beruhigen bzw. stillen müssen und Babykeks war auch mehrmals im Wohnzimmer gestanden – ein Hoch auf die Pause-Funktion unseres Gerätes.

 

Aber ich schweife ab…. Was ich damit sagen möchte, ist Folgendes:

Woher (zum Teufel!) nehmen diese beneidenswerten Frauen die Energie, die Zeit und vor allem die geistige Präsenz her, um in der Elternzeit nebenher noch tausend Projekte anzugehen???

 

Ich freue mir ein Loch in den Bauch, wenn ich endlich einen Blogartikel zu meiner Zufriedenheit beenden konnte, oder mal zu Bett gehe, ohne die nagende Stimme in meinem Inneren, die mich daran erinnert, dass das Chaos in der Küche morgen wahrscheinlich kämmbar sein wird…

 

Ich möchte jetzt nicht auf die Tränendrüse drücken, ganz im Gegenteil, denn ich bin zufrieden. Ich liebe meine Familie, ich mag mein Leben, so wie es derzeit läuft. Klar würde ich mich über mehr Schlaf und Energie enorm freuen, aber ich halte mich für einen Realisten und weiß, dass sich dies auch wieder zum Positiven ändern wird…

 

… und dann lese ist diese Sätze und frage mich, ob ich mich nicht genug zusammenreiße, ob ich mich auf der faulen Haut ausruhe. Und wenn ich darüber lange genug gegrübelt habe, werde ich sauer, denn ich bin eben so und genau das ist nun mal mein Energielevel. Ich gebe mein Bestes und gestehe mir schweren Herzens ein, dass ich wohl nicht zur „Mama-Elite“ gehöre.

 

Dann mache ich mir klar, dass ich eigentlich nichts ändern kann und Vieles auch nicht ändern möchte, aber ich wäre dennoch happy, wenn ich hin und wieder auch mal lesen würde, dass die eine oder andere Mama in ihrer Elternzeit die Dinge auch einfach nur am reibungslosen Laufen hält…

 

Das wäre doch mal eine glücklich machende Zeile…

 

Wie ist das bei euch? Und bitte, nehmt Rücksicht auf meinen fragilen Hormonhaushalt 😉

                     

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Hi,
    ich nahm mir schon vor der Elternzeit vor, viel zu bloggen und auch weiterhin SEO zu machen, mich in diesem Bereich weiterzubilden.
    Das klappt so lala. Mit jedem weiteren Lebensmonat des Babys wurde es schwieriger. Jetzt springe ich nur noch hinter dem Baby und den herunterfallenden Sachen her. 😀
    Eigentlich wollte ich Programmieren lernen. Das hat gar nicht funktioniert, da meine Hormone mein Gehirn zermatschten.
    Also blieb ich bei meinem Hobby und Job, Und das ist schwer genug.
    Liebe Grüße
    Sarah

  • Same here!
    An manchen Tagen bleibt Wäsche Wäsche, das Kinderzimmer sieht auch am nächsten Morgen noch nach „sehr viel Spaß“ aus, weil ich weder die Energie hatte aufzuräumen, noch, das große Kind dazu anzuhalten. In meinem Kleiderschrank sind zwei Fächer ordentlich und sortiert, der Rest sieht aus wie Kraut und Rüben, weil das Baby mich nicht weiter sortieren lassen hat. Die Bügelwäsche stapelt sich im Wohnzimmer und der Altpapierhaufen vor der Tür muss aufpassen, dass er nicht als höchster Berg Berlins ins Guiness Buch kommt. Don’t worry!

  • Mach dir keine Gedanken darüber das du keine „Elite-Mama“ bist. Das sind die wenigsten ( ich zähle mich auch eher zum Kreis der nicht-elite-mamas). Dein Blog entspricht aber eher dem „normalen“ Alltag und du bist auch eine gute und tolle Mama.
    In diesem Sinne, einen schönen Abend.
    Lg dany

  • Das geht nicht – ist mein erster Gedanke… Ich habe einen 2,5 jährigen Sohn, bin im 8ten Monat schwanger und mein Mann arbeitet voll. Ich habe gefühlt Zeit für NIX. Und ganz ehrlich kenne ich keine einzige Mutter der es grossartig anders geht. Irgendwas bleibt immer liegen oder wird zurückgesteckt. Wenn man bedenkt was alles so in einen einzigen Tag passen muss damit man das Gefühl hat man hat ALLES erledigt, kann mir keiner erzählen das er das schafft Tag für Tag. Man kann das super für andere so aussehen lassen aber ob das dann wirklich auch so ist – ich denke nicht….
    Lg Tanja

  • Liebe Sarah, Vivi, Dany & Tanja,
    vielen Dank, dass ihr eure Gedanken mit mir/uns geteilt habt… Da geht es einem doch gleich besser wenn man weiß, das man nicht alleine ist 😉

    Herzlichen Dank und Grüße <3
    Sabrina

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