Babykeks

Erwartungen und andere Enttäuschungen

Kennt ihr das auch?

 

hp_shareMan organisiert einen Junggesellenabschied, eine Babyparty, Hochzeitspiele plus Zeitung, das außergewöhnliche Gemeinschafts-Geschenk für die Einweihungsparty, packt sich einen Wolf an themenbezogenen Keksen, Torten, Kuchen etc. und recherchiert sich die Finger wund im Internet, um „der Person“ eine unvergessliche Erinnerung zu schenken. Vom Rezepteaussuchen und Durchprobieren und die ganze viele Freizeit, die man für all diese Dinge opfert, möchte ich erst gar nicht anfangen.

 

Und dann kommt der Tag deiner eigenen Feier und du wartest super gespannt darauf, dass endlich der große Boom startet und lächelst immer noch freundlich, während der letzte Gast nach Hause geht und die außergewöhnlichste Sache das Geldgeschenk im Origami-Look war.

 

Babykeks_Blog_Erwartungen_Enttäuschungen

 

Natürlich möchte man dann nicht undankbar erscheinen und schluckt seine Enttäuschung tapfer hinunter. Man sucht Ausreden für die Anderen, schließlich sind sie eben nicht so kreativ, internetaffin, haben weniger Zeit für Vorbereitungen, sind offensichtlich etwas weniger gut organisiert…

 

Das Ganze machst du in der Clique und im übrigen Freundeskreis so an die zehn Jahre mit, bis du es irgendwann einsiehst. Der Boom für dich selbst wird wohl eher nicht mehr kommen.

 

Auch wenn dir immer noch hunderte von tollen Ideen für das nächste Geburtstagsgeschenk im Kopf herumschwirren, gibst du das Organisieren – für alle Anderen völlig überraschend – an jemand ab. Du überweist den „Sammel-Geldbetrag“ für das Geschenk auf ein Konto und erscheinst das erste Mal ohne etwas in der Hand auf einer Party. Dein Gefühl in dieser Situation ist himmelschreiend schlecht, aber du rechtfertigst das mit: Die Anderen machten das über Jahre so und hatten nie ein schlechtes Gewissen.

 

Das Geburtstagskind schaut ein wenig betröppelt drein, als es das wenig aufwendige Geschenk auspackt und du bildest dir ein, einen kurzen verstört enttäuschten Blick zugeworfen bekommen zu haben.

 

Nach den nächsten paar Events scheint den Übrigen klar geworden zu sein, dass kein Verlass mehr auf dich ist und die ersten zaghaften Kreativitäts-Versuche schlagen hohe Wellen und stoßen auf große Begeisterung.

 

Plötzlich haben alle ihre Geschenk-Besorgungs-Lust entdeckt, wurden zu Hobby-Torten-Erfinder und du belauscht unverhofft ein Gespräch über die besten DIY-Seiten im Netz von Personen, die noch nicht mal ein Smartphone besitzen.

 

Dann endlich steht dein nächster großer Tag vor der Tür. Du bist furchtbar gespannt, ob du endlich auch einmal etwas ganz aufwendig Tolles gemacht bekommst. Natürlich versuchst du deine Hoffnung zu zügeln – mal will ja nicht unverschämt sein – aber die Erwartungen sind trotzdem hoch und die Vorfreude groß. Jetzt weißt du ja, was die Anderen doch so alles drauf haben.

 

Bildquellenangabe: Tim Reckmann  / pixelio.de

Bildquellenangabe: Tim Reckmann / pixelio.de

Und am Ende des Abends liegen viele weiße Umschläge auf deinem Geschenketisch und die Blicke mancher Gäste sprachen Bände.

>>Warum sollen wir uns für sie ins Zeug legen, schließlich gibt sie sich auch keine Mühe!<<

Aua! Da habe ich meine Quittung. Sollte ich jetzt wieder „in alte Form“ zurückfinden oder die Sache sein lassen?

 

Gut nur, dass es da die paar ganz wenigen, ganz besonderen Menschen in meinem Leben gibt, die sich wirklich immer Gedanken machen und deren Geschenke stets perfekt sind. Danke, ihr Lieben, ihr rettet mir einen kleinen Teil meiner Weltanschauung.

 

Kennt ihr das? Habt ihr ähnliche Erfahrungen machen müssen oder hattet ihr bislang Glück und erfinderische Freunde und Verwandte? Verratet es mir – ich bin gespannt…

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Ach herrje – ich kann Deine Enttäuschung gut verstehen. Aber es ist leider so, dass sich die Welt ganz offenbar in zwei Lager spaltet – die Kreativen und und die Unkreativen. Ich zähle mich definitiv zu letzteren und allein einen unkreativen Gutschein verpacken, das treibt mir schon Schweißperlen auf die Stirn!

    Das Problem ist einfach, dass Du es gerne tust und dem Beschenkten damit Wertschätzung entgegenbringen willst. Nur wenn jemand so völlig unkreativ ist, dann bedeutet das nicht, dass er Dich nicht wertschätzt – er ist einfach schlicht unfähig. Nimm das nicht persönlich und schenke kreativ, wenn es Dir Freude macht, aber etwas ebenso Kreatives solltest Du einfach nicht erwarten. Es ist nicht „nicht wollen“, sondern „nicht können“.

    Ganz liebe Grüße!
    Danielle

    • Hallo Danielle,
      danke für deinen Input. So habe ich das noch gar nicht gesehen… Ich werde es mir zu Herzen nehmen und zukünftig zweimal schauen, bevor ich „enttäuscht“ bin oder eben nicht 🙂

      Herlichst
      Sabrina

  • Hi,

    das ist wirklich schade. Ich kann es in Ansätzen nachvollziehen, wenn ich auch eher auf der anderen Seite stehe.
    Ich habe eine Freundin, die das Schenken total gut drauf hat, schön verpackt, sich Dinge überlegt etc.
    Natürlich denke ich auch nach und versuche, alles hübsch zu gestalten aber im Gegensatz zu ihren Geschenken kommen mir meine sehr lieblos vor. Und ich fange rechtzeitig vorher an!
    Um mal das Gute im Menschen zu sehen: vielleicht ist keine Absicht dahinter, sondern alles nur eine Verkettung von Zufällen?
    Wenn nicht: dann verzichte zukünftig auf deine Mehrarbeit, es sei denn, dir liegt viel an den Menschen. Denn liebe Menschen haben immer schöne Geschenke verdient, egal, ob und was sie zurückschenken. <3
    Liebe Grüße
    Sarah

    • Liebe Sarah,
      da hast Du absolut recht. Für die besonderen Menschen ist mir keine Mühe zu anstrengend… und vielleicht sollte ich nicht so hart urteilen – obwohl ich gesehen habe, das einige das Schenken definitiv „drauf haben“ wenn sie sich nur bemühen…
      Ganz liebe Grüße an die „andere Seite“ *hihi*

      Sabrina

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