Ja, warum eigentlich nicht? Heute erzähle ich von „Druck von außen“, von Dingen, die als Mutter von dir schlichtweg erwartet werden und warum ich genau das nicht mehr mitmache und leichten Herzens ausgebrochen bin.
Du wirst nicht glauben wie oft ich das schon gefragt wurde. „Warum ist er denn nicht in einem Verein?“ Schließlich spielt Babykeks (7Jahre) doch offensichtlich gerne Fußball. Er geht auf den Bolzplatz er interessiert sich für die Spieler (der National 11) und kennt alle Regeln. Außerdem ist sein Lieblingshörspiel doch „Die Teufelskicker“.

 

Das Unverständnis der Anderen

Ob in der Mama-Runde oder im Familienkreis, ständig treffe ich auf Unverständnis, warum mein Großer nicht in einem Verein aktiv ist. Das beschränkt sich nicht ausschließlich auf den Fußballverein, denn die anderen Kindern gehen wöchentlich auch noch ins Turnen, Handball, Koordinationstraining, zur Ballschule, ins Kinder-Zumba und so könnte ich noch Unmengen anderer Aktivitäten aufzählen, die von den Klein- und Schulkindern meines Bekanntenkreises ausgeübt werden; Und sie alle möchten, dass mein Großer doch mal mitkommt und dann auch dabeibleibt.

 

Der Soziale Druck

Ja, ich habe es auch versucht. Ich bin mit Babykeks von Anfang an sozial sehr aktiv gewesen. Begonnen hatte es im PEKiP und de Babyschwimmen über die Krabbelgruppe etc. Doch als mein Sohn alt genug war, sich äußern zu können, sagte er NEIN!
Manchmal war es mir ein wenig zu viel, all die Kurse mitzumachen, aber ich dachte, dass dies doch jeder macht und es völlig normal war mit bereits Babys und kleinsten Kids drei Mal die Woche an Kursen teilzunehmen. Außerdem fühlte ich mich so isoliert und hatte wenigstens in den Kursen Kontakt zu anderen Menschen. Und natürlich waren die meisten Kursbesuche auch wirklich schön. Aber unsere Kids werden älter und entwickeln ihre eigenen Vorlieben.
Es gibt Mamis und Kinder, die das generell toll finden mehrmals wöchentlich Aktivitäten zu haben, und für die es keine „Belastung“ darstellt, aber genauso gibt es auch die andere Seite. Gestresste Mamis und brüllende Babys, weil die Reizüberflutung für die Kleinen überhandnimmt.
Hier möchte ich meinen Bogen schlagen, denn genau hier spalten sich die Meinungen und sorgen für Reibungspunkte. Ich persönlich finde es sehr heftig, wenn ich von Kindern höre, die mindestens 4 Tage die Woche am Nachmittag, nach Schule und Hausaufgaben, einer Vereins- (etc.) Aktivität nachgehen. Und noch heftiger finde ich die Tatsache, dass fast alle Kinder dort hingebracht oder sogar gefahren werden müssen. Oftmals muss auch noch ein kleines Geschwisterchen stundenlang in stickigen Turnhallen dabeibleiben und „ruhig“ sein.

 

Akzeptant und Respekt

Das ist absolut nicht meine Welt und ich möchte das nicht machen. Allerdings käme ich auch nie auf die Idee, deswegen jemanden zu kritisieren. Jeder soll es so machen, wie er möchte… Leider muss ich mir jedoch sehr häufig anhören, dass ich schuld sei, dass mein Kind / meine Kinder keine Lust hätten in einen Verein einzutreten. Ich müsste dafür sorgen, dass sie hingehen und dann hätten sie auch irgendwann schon Spaß.
Nun ja, ich habe Babykeks bereits in einen Fußballverein gebracht. Fast drei Monate zwei Mal die Woche. Er ging pflichtbewusst hin, weil nahezu alle Freunde auch dort waren, aber nach Spaß sah es für ich nicht aus und irgendwann nahm er sich ein Herz und erzählte mir, dass er lieber nicht mehr zum Fußball möchte.

 

Ausprobieren und die Stärken seines Kindes erkennen

 

Nachdem er vom Fußball befreit war, haben wir andere Dinge ausprobiert. Alles Sportarten, die er selbst vorgeschlagen hatte. Er blieb stets an die zwei Monate dabei, bevor er mir dann erzähle, das und warum er nicht mehr hinwollte.
Letztendlich haben wir beide eingesehen, dass er einfach kein Vereins-Mensch ist. Das Team-Player auf dem Bolzplatz etwas anders ist, als in einer Vereinsmannschaft und, dass ihm das schlichtweg nicht liegt. Ich gestehe, dass ich erleichtert war, denn mir lag das Herumgefahren und Warten absolut auch nicht und es schmerzte mich meine wertvolle Zeit derart verplempern zu müssen. Und dies meine ich ganz privat für mich – und möchte damit niemanden angreifen, dem das nichts ausmacht oder sich super zu beschäftigen weiß während des Wartens.

 

Zwinge dein Kind nicht

Natürlich hätte ich mich den Kritikern beugen können und meinen Sohn zwingen einer Aktivität nachzugehen. Aber weder ich noch er hätten sich dabei wohl gefühlt. Ich zwinge meine Söhne zu nichts (außer vielleicht zum Zähneputzen, wenn sie mal keine Lust haben), denn alles was unter Zwang geschieht ist etwas Schlechtes, führt zu schlechten Gefühlen und Handlungen und hinterlassen tiefe Spuren auf der jungen und schutzbedürftigen Seele.
In unserem Fall ist es eben nicht zum Besten meines Sohnes im Fußballverein zu sein und das ist völlig in Ordnung für mich. Was nicht in Ordnung für mich ist, sind die anmaßenden Worte, die ich mir anhören muss von Menschen, die denken besser als ich zu wissen, was für meinen Sohn gut ist.

Mein Appell an alle: Akzeptiert, dass unsre Kinder unterschiedlich sind, dass ihre Vorlieben voneinander abweichen, dass ihre Charaktere einzigartig sind und das auch völlig andere Alltags-Modele glücklich und zufrieden stellen können, auch wenn man seinen eigenen Alltag nie so gestalten würde. Denkt kurz nach, bevor ihr ein anderes Alltagsmodell kritisiert und damit höchstwahrscheinlich verletzt.

Schlendere über die Bühne und zähle ab in wie vielen Vereinen ich glücklich war und dass es dennoch absolut ok ist, dass mein Sohn kein Vereins-Mensch ist…

Knicks und ab
Sabrina

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Dem sozialen Druck standhalten: Ok. Sein Kind nicht zwingen: Ok.
    Wenn es um Umfeld des Kindes nichts gibt, was es in den Fußball lockt, dann eben nicht.

    Für mich als Mann und Vater steht aber definitiv fest, dass Fußball sehr gut für Jungs ist. Hier können sie sich auspowern und lernen sehr viel über das Leben und sich selbst.

    Aber auch das war schon immer so: Nicht jeder Junge hat Bock auf Fußi und das ist auch gut so.

    • Lieber Papalapapi,
      danke für Deine Sicht auf Fußball. Bin sicher, dass es von ganz vielen Papas wie auch Mamas genau so gesehen wird. Jedem das Seine ohne zu urteilen, finde ich super…
      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

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