Jetzt ist es also doch passiert, obwohl ich wirklich aufgepasst habe, hat mein kleiner Babykeks sein erstes blaues Auge kassiert. Tragisches Moment im PEKiP-Kurs: Ich war ganz stolz, der Leiterin berichten zu können, dass sich Babykeks nun auch an Gegenständen hochzieht und mehr oder weniger sicher stehen bleiben kann. Also holte sie einen hübschen Holzhocker hervor, damit alle Babys sich freudig daran hochziehen können, um das Stehen unter Beweis zu stellen. Auch mein Kleiner beteiligte sich rege und es klappte auch eine ganze Weile ohne Zwischenfälle. Aber nach so vielen Babys mit so viel Speichelverlust wird jeder Hocker irgendwann an einigen Stellen etwas glitschig und leider traf es dann mein Söhnchen.

Während ich ihn ganz vorbildlich an den Hüften halte, damit er nicht umfallen kann und nebenbei mit einer anderen Mami rede, rutscht die Hand meines Süßen am Holz ab und sein Oberkörper knickt ein. Der arme Kleine knallt mit voller Wucht auf eine der Holztrittstufen und beginnt augenblicklich, auf beunruhigende Weise anzuschwellen und in einem hübschen Blau aufzuleuchten. Direkt unter seinem rechten Auge ist er aufgetroffen und brüllt natürlich aus voller Lunge, während er riesige Tränen vergießt.

Sofort bekam ich etwas zum Kühlen, aber trotz  meiner guten Absicht hat Babykeks es absolut nicht zugelassen, dass ich ihm etwas Kaltes an sein schmerzendes Gesicht halte. Nachdem er vom Weinen dann vollkommen ausgepowert war, bekam ich ein schlechtes Gefühl und entschied mich dazu, sicherheitshalber zum Arzt zu fahren. Im Auto ist er dann eingeschlafen und mir schossen nur noch Gedanken durch den Kopf, die besagten, dass man mit einer Gehirnerschütterung keinesfalls schlafen sollte. Je mehr Zeit verstrich, desto nervöser wurde ich, und dass obwohl ich während und kurz nach dem Unfall vollkommen ruhig war.

Beim Kinderarzt wurden wir augenblicklich in ein Behandlungszimmer gebracht und keine zwei Minuten später wurde Babykeks bereits untersucht. Zum Glück hatte er außer dem blauen Auge nichts abbekommen und ich konnte beruhigter nach Hause gehen, obgleich ich die Anweisung erhielt, ihn weiterhin zu beobachten. Am Abend war der Kleine wieder wie immer. Zwar zuckt er zusammen, wenn er beim Augenreiben die Stelle berührt, aber ich glaube, er hat die Sache schon längst vergessen.

Ich vergesse das jedenfalls nicht so schnell, denn obwohl ich ihn festgehalten habe, hat er sich an seinem kleinen Köpfchen verletzt. Er wird sich noch sehr viel öfter in seinem Leben verletzen und ich sollte mich wohl mit diesem Gedanken anfreunden, dass ich es auch dann nicht verhindern werden kann, auch wenn ich direkt bei ihm bin.

Ein wirklich übles Gefühl. Wie geht ihr, andere Eltern, mit so etwas um???

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Sabrina

… wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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