…, in denen die Tage nur so an einem vorbei rasen. Die Zeit scheint, dich wie ein reißender Fluss einfach so mit sich zu schwemmen, und irgendwann ist das Getöse vorbei und du wunderst dich, wo die letzten Wochen geblieben sind.

 

Babykeks & die tanzende Mama auf dem Wurstmarkt 2013

Babykeks & die tanzende Mama auf dem Wurstmarkt 2013

 

Genau so ging es mir. Unser Urlaub ist nun schon wieder eine ganze Weile her, der Herbst ist draußen vor der Tür und mir ist nicht ganz klar, was ich eigentlich in all der Zeit Produktives getan habe. Seltsamerweise fühle ich mich sehr gestresst und das, obwohl meine mentale „to-do-List“ nur wenige Häkchen bekam.

 

Während solcher Überlegungen stelle ich dann stets meine Prioritäten in Frage. Habe ich davon zu viel oder gar davon zu wenig erledigt? Dieses Phänomen ist selbstverständlich nicht nur uns Eltern bekannt, sondern trifft einfach jeden irgendwann einmal.

Nur mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass wenn ich als  Mama mir diese Frage stelle, ich auch immer gleichzeitig im Hinterkopf habe: „Hat mein Kind das auch so stressig erlebt?“ Denn genau das möchte natürlich kein Elternteil.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass man die eigenen Kinder nicht von allen, gerade auch negativen Dingen fern halten sollte, so bin ich doch der Ansicht, dass eine bestimmt Art des „Erwachsenen-Stresses“ definitiv nicht auf kleine Schultern gehören.

 

Aber manchmal ist es einfach nötig, sich selbst zu „entschleunigen“, um es dem Kind wieder normal und behütet zu machen. Dann lege ich die Füße zu Hause hoch und das obwohl ich eigentlich gerade mit meinem Kleinen spielen könnte/sollte oder der Haushalt auf dem Kopf steht und sammle Kraft.

Kraft, die ich dringend brauche, um meine Reserven aufzufüllen, um dann endlich wieder ganz ich selbst zu sein, und mit meinem Kind spielen kann und dabei Genuss und nicht Zeitdruck empfinde.

 

Das alles ist leichter geschrieben als getan, aber manchmal sollte man sich einfach vor Augen führen, dass es in Ordnung ist, hin und wieder eine kleine Auszeit zu nehmen. Dass das Kind dir leicht und gerne verzeiht, ein wenig Mamazeit für sich alleine gefordert zu haben, wenn man danach mit viel mehr Spaß zurück ins gemeinsame Kinderspiel gehen kann.

 

Manchmal erschreckt es mich ein wenig, wie viel mein kleiner, fast vier Jahre alter Junge schon begreift, wie intuitiv er Gefühle erahnen und interpretieren kann. Und wenn er dann mit seinen riesigen brauen Augen vor mir steht und mich ganz allein von sich aus fragt, wie ich mich fühle, dann pumpt er in diesem Moment so viel Liebe und Energie in mich hinein, wie kein Buch, kein ruhiges Teetrinken oder Stück Schokolade es jemals zu tun vermag.

 

Dieses Glück ist ganz und gar uns Eltern zu teil und manchmal, nur ganz selten, bedauere ich meine kinderlosen Bekannten ein wenig und wünsche mir für sie, dass sie diese pure Liebe irgendwann einmal selbst erfahren und spüren werden.

Aber alles zu seiner Zeit…

 

                     

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Sabrina

… wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Unsere Kinder bemerken schon ganz früh wie es uns geht und wie wir uns letzten Endes tatsächlich fühlen. Ich glaube, dass es diese Verbindung, ohne jemanden auf dem Schlips treten zu wollen, aber auch nur zwischen einer Mama und einem Kind gibt. Immerhin haben unsere Kinder 40 Wochen lang unter unserem Herzen gelegen und so all die schönen und schlechten Gefühle hautnah miterlebt. Auch ich ertappe mich immer wieder, wie ich jeden Tag gestresster werde. Doch meist fällt mir dann auch recht schnell auf, wie sich all das auf meinen Nachwuchs überträgt. Auch wenn wir alle wissen dass das nicht richtig ist, denke ich einfach, dass alle guten Vorsätze nicht ausreichen, um das zu vermeiden. So viel Zeit zum Verschnaufen hat man einfach nicht. Wie genießt Du denn Deine freien Minuten?

    • Hallo Dima,
      „freie Minuten“ ohne Babykeks sind schon etwas tolles. Ich verbringe sie natürlich häufig auf/für meinen Blog. Aber ich lese auch gerne oder nutze die Zeit und telefoniere mit Freunden, genieße ein langes Bad…all die Dinge, die man eben mit Kind nicht störungsfrei machen kann.
      Solche „Auszeiten“ sind mir sehr wichtig, denn da kann ich Kraft tanken, um wieder Energie für all die Dinge zu haben, die mit Kind bzw. für das Kind anstehen.

      Ich wünsche Dir eine stressfreie und schöne Woche.

      LG Sabrina

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