Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mich kurz nach Veröffentlichung meines Artikels „Böse Kraulquappen“ Herr Reiner Cherek (der Entwickler der „Kraulquappen®“ ) via Mail kontaktierte. Seine Mail machte sofort deutlich, wie erbost er über die Testergebnisse seines Produktes war, und er schickte im Anhang eine sechsseitige Erklärung mit, in der er gegen die Aussagen von „test“ vorgeht.

Da ich „test“ grundsätzlich mehr Vertrauen entgegenbringe als (ganz allgemein) den Produktherstellern, die durch diese Ergebnisse meist finanziellen Schaden nehmen, habe ich den Text zwar gänzlich gelesen und mir meine Gedanken gemacht, jedoch beschlossen, auf die erwähnte Gegendarstellung seitens Chereks zu warten, bis und ob ich die Sache nochmals in einem meiner Artikel aufgreife. Heute kam dann in gewohnt barscher Weise die Mail mit besagter Gegendarstellung: (die ausführliche Gegendarstellung findet man als Pdf Download unter www.cherek.de )

Hier ungekürzt aus der Mail an mich widergegeben:

Gegendarstellung zum Testbericht „Cherek´s Kraulquappen“

Die Stiftung Warentest hat zur Prüfung von Schwimmhilfen neben der dafür zuständigen Norm DIN EN 13138 Teile einer weiteren Norm DIN EN 71 hinzugezogen, obwohl dies in der DIN EN 13138 ausdrücklich nicht vorgesehen ist.

Die Ventilstöpsel von Cherek´s Kraulquappen sind mit großer Gewalt (mit 90 Newton) herausgerissen worden, das ist eine Kraft, um 9 kg mit einem Arm anzuheben. Welches Kind ist dazu in der Lage? Es besteht folglich keine Gefahr, dass sich Kinder an abgerissenen Kleinteilen (Stöpseln) verschlucken.

Auf Cherek´s Kraulquappen fehlt ein Aufdruck, wo sie beurteilt worden sind. Ein bürokratischer Akt.

Eine erneute Schadstoffuntersuchung hat ergeben, dass das schädliche DEHP nicht mit 0,2 %, sondern mit 0,02% nachgewiesen wurde, also in einer völlig unbedenklichen Menge. (Erlaubt sind 0,1%).

Die Stiftung Warentest versucht den Eindruck zu erwecken, dass Cherek´s Kraulquappen die Benutzer schädigen. Dabei ist in verschiedenen Berechnungen nachgewiesen worden, dass nicht die Höhe der Chemikalien für eine Schädigung verantwortlich sind, sondern wie viel der Haut des Kindes, bei welchem Druck und wie lange mit dem PVC in Berührung kommt. Bei den dünnen Ärmchen, dem geringen Gewicht im Wasser und einer Benutzungszeit von etwa 20 Minuten in der Woche ist die Benutzung völlig ungefährlich. (Diese Untersuchungen, u.a. von Prof. Dr. Bursch, sind auf der Seite www.cherek.de nachzulesen).

Die runde Form der Kraulquappen sind ja das Besondere dieser Oberarmauftriebshilfe. Dadurch verschlucken sich die Kinder kaum, können sich frei bewegen und fühlen sich sicher.

Mein Blog spiegelt einzig und alleine meine Meinung wieder. Ich freue mich, wenn ich mit meinen Artikeln Lesern helfen oder sie belustigen kann, aber ich möchte keinesfalls den Eindruck erwecken, in irgendeiner Weise jemanden meine Sicht der Dinge oder der Herangehensweise aufdrängen zu wollen.

Diese Gegendarstellung hat mich nachdenklich gemacht. Herr Reiner Cherek hat in seiner ersten Mail an mich den Testbericht von „test“ als „reißerisch“ bezeichnet. Ich glaube nicht, dass „test“ einzelnen Personen gezielt schaden möchte, aber was abgedruckt wurde, erscheint völlig anders als das, was in der Gegendarstellung genannt wurde. Wir Eltern haben kaum eine Möglichkeit unser wertvollstes Gut – unsere Kinder – anders zu schützen, als mit dem Wissen aus solchen Testinstituten, und doch scheinen sie sich auch hin und wieder zu irren oder missverständlich auszudrücken.

Cherek ist kein mega Konzern, der skrupellos profitorientiert erscheint. Ich habe mich durch die Internetseite geklickt und vor meinem inneren Auge erschien viel mehr eine Art Familienbetrieb-Bild. Herr Cherek hat einen vertrauenserweckenden Werdegang und erschien mir so, als wäre er sogar sehr interessiert am Wohl unserer Kinder.

Etwas Gutes hat diese Sache für uns Verbraucher auf jeden Fall, denn auch die Kraulquappen-Schwimmhilfen werden nun sicherlich noch mehr auf Herz und Nieren geprüft und somit verbessert werden. Das Konzept, das hinter dem Produkt Kraulquappe steckt, ist nach wie vor richtig Klasse. Wenn nun auch sämtliche Auflagen – ob nun rein bürokratischer Natur oder eben doch Schadstoffe betreffend – verbessert werden, kommt das unseren kleinen Schwimmern sehr zu Gute. Ich warte auf die verbesserten Kraulquappen, die sicherlich frei von schädlichen Stoffen sein werden (denn alles andere wäre beruflicher Selbstmord für Cherek).

Diese ganze Sache hat mich sehr nachdenklich gemacht, denn die Kraulquappen sind eben nur ein kleines Beispiel für das, was generell ein großes Problem der heutigen Gesellschaft ist. Ich persönlich hoffe sehr, dass dieser Testbericht der Firma Cherek und dem Produkt Kraulquappen nicht den Todesstoß versetzen wird. Dennoch ist es gut zu wissen, dass es noch Betriebe gibt, die derart von ihrem Produkt und ihren Zielen überzeugt sind, dass sie ihr gesamtes Herzblut und ihre Freizeit darauf verwenden, selbst einen kleinen privaten Blog wie der meine, von der Richtigkeit und den guten Absichten für ihre – in diesem Fall –„Kraulquappen“  zu überzeugen.

 

Über die Autorin alle Artikel der Autorin anschauen

Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

8 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Hallo

    Ich bin hier auf den Blog gestoßen weil ich die Kraulquappen grade suche um sie, man glaubt es kaum, zu kaufen!
    Meine Großen sind jetzt 9 und 10 Jahre alt… oh wei ich habe sie mit Biphenol A gefüttert! es war in ihren Fläschchen drin. Und auch hier, glaube ich es kaum was ich da sehe… sie spielen grade im Garten und sind sehr lebendig! Klar beim Kleinen schau ich drauf Biphenol A FREI muß es sein zumindest bei dingen die er in den Mund nimmt oder wo er mehrmal täglich drauf liegt, wie z.B. seine Wickelunterlage.

    Aber zurück zum Thema, den Kraulquappen, ich glaube auch das die Testbedingungen von Stiftung Warentest nicht immer die Besten sind und das zum Teil so reißerisch wie in der Bild Zeitung über die Tests berichtet wird.
    Ich finde aber das die Vorteile für mein Kind einfach überwiegen und er benutzt die Dinger ja nicht als Schnuller sondern immer mal wieder zum paddeln. Im Normalfall max 30 Min in der Woche im Sommer evtl öfter.
    Mal ehrlich hat sich mal einer Gedanken gemacht aus was die Planschbecken sind? Mal dran gerochen? Das Wasser steht da den ganzen Tag drin! Und die Stoffe gasen in der Sonne aus! Trotzdem setzt man sein Kind rein. Oder was schütten manche Familien in ihren Familienpool um ihn sauber zu halten? Ich find es wird so viel übertrieben.

    Vor Jahren war Spinat sooooo gesund, wegen einem Kommafehler. Jetzt sind Krauquappen so schädlich, —>Kommafehler?
    Man sollte doch auf dem Teppich bleiben.

    (Dieser Beitrag spiegelt meine ganz persönliche Meinung wieder und soll niemanden beeinflussen)

    LG wuselchen

    • Hallo wuselfritze,
      Danke für dein Kommentar und die Darstellung deiner persönlichen Meinung…

      Früher wusste man es nicht besser, aber jetzt, da es die Möglichkeit gibt, unsere Kinder vor Schadstoffen zu schützen, sollte man dies auch tun, denn alles andere ist meiner Meinung nach fahrlässig.
      Es gibt auch genügend Schwimmbassins, die getestet und nicht belastet sind (um dein Beispiel aufzugreifen), da muss man sich eben die Mühe machen und nachforschen/vergleichen etc. und darf sich dazu nicht zu bequem sein und muss ggf. auch mehr Geld ausgeben. Wer in seinem Haushalt „Chemie“ verwendet, muss sich auch über die möglichen Konsequenzen im Klaren sein und darf sich nicht über evtl. Spätfolgen wundern.
      Zu sagen, dass es „früher“ auch nicht geschadet hat, halte ich für sehr dürftig. Schließlich hat man „früher“ auch Schwangere einer umfassenden Röntgen-Untersuchung unterzogen, um „Schäden“ auszuschließen für Mutter und Kind! Jetzt weiß man es besser! Sicherlich gab es Babys, die Glück hatten und sicherlich trugen einige Schäden davon. Diese Argumentation ist mehr als überholt.

      LG
      Sabrina

  • Ich habe das leider erst heute gelesen…
    Die Ventilstöpsel von Cherek´s Kraulquappen sind mit großer Gewalt (mit 90 Newton) herausgerissen worden, das ist eine Kraft, um 9 kg mit einem Arm anzuheben. Welches Kind ist dazu in der Lage? Es besteht folglich keine Gefahr, dass sich Kinder an abgerissenen Kleinteilen (Stöpseln) verschlucken.

    Da kann ich nur sagen… meine Tochte war damals diese Teile mit 7 Monaten bekommen und hat die stöpsel damals in den Mund genommen als dieser plötzlich ab ware. ( da hatte sie noch nicht mal einen Zahn )
    Sie hat sie einglück nicht verschluckt.

    lg

    • Hallo Sylvia,
      tja, was kann man als Elternteil dazu schon groß sagen – es ist eine Schande, dass unsere Kinder nicht besser geschützt werden.
      Nur gut, dass deiner Kleinen nichts Schlimmeres passiert ist…
      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Herzliche Grüße
      Sabrina

  • Hallo!

    Habe heute den Hersteller angeschrieben da ich wissen wollte wie es sich nun verhält.

    Hier mein Anschreiben:

    Hallo Herr Cherek,

    Ich bin über den Stiftung Warentest Bericht gestolpert und auch über ihre Gegendarstellung. Mich würde interessieren ob sich bei Ihnen im letzten Jahr bzgl der Schadstoffe etwas geändert hat, denn eine Unbedenklichkeit bei einem Gebrauch von 1x Wöchentl von 20min ist für unsere Bedürfnisse unzureichend.
    Ich hoffe auf eine positive Antwort, den von Ihrem Produkt als solches bin ich wirklich überzeugt!

    MfG
    Marion K.

    Hier die Antwort kurz und knapp:

    Hallo,
    Wir haben das Material gewechselt.

    Von Samsung-Tablet gesendet

    Naja…ich hätte mir ja ein Guten Tag und auf Wiedersehen gewünscht – aber das ist dann wohl doch zuviel verlangt von dem netten Herrn 🙁
    Auf jedenfall hoffe ich mal das es der Wahrheit entspricht und hoffe auch, hier an dieser Stelle ein wenig für Neuigkeiten gesorgt zu haben

    Lieben Gruß
    Marion

    • Hallo Marion,
      das freut mich zu hören 🙂
      Schade, dass Herr Cherek nicht Wortgewandter war und noch bedauerlicher, dass er keine „Beweis“ in Form eines Links oder vielleicht einer Pdf-Datei mitgeschickt hat. Also müssen wir der Firma glauben und hoffen, dass der nächste Stiftung Warentest Bericht nicht wieder so ein „Schock“ für uns Eltern wird.

      Danke dass du uns darüber berichtet hast!

      Herzliche Grüße
      Sabrina

  • Liebe Sabrina, liebe Mamis!
    Ich bin Mutter einer dreijährigen Tochter, Physiotherapeutin und….jetzt kommt’s…..Trainerin für Baby-und Kleinkindschwimmen. Ich stehe vollends hinter den Kaulquappen, da sie von der Form und Funktionalität her die Besten sind. Ich denke bei Suche nach der richtigen Schwimmhilfe sollte der Fokus auf der Funktion und der Form liegen, nicht auf den Schadstoffen. Diesen Punkt hat Herr Cherek ja relativiert mit den neuen Testergebnissen.
    Schaut euch die Teile an und überlegt, was passiert, wenn sie kaputt gehen! Mit einem defekten Zweikammersystem kippt euer Kind im Wasser nach vorn oder nach hinten.
    Leider sind die meisten Schwimmhilfe kleine Todesfallen, am liebsten sind mir da diese Babyschwimmringe mit Beineinsatz in der Mitte…..schnell weg damit!
    Vertraut euren Babyschwimmtrainern, die haben schon mehr mit Schwimmhilfen erlebt und sprechen aus Erfahrung! Und um nochmal auf die Stöpsel zu kommen: legt die Ärmel immer so an, dass die Stöpsel hinten liegen und wenn sie ausgezogen sind, wird der Stöpsel versenkt. So kommt keine Babyschnute ran.
    PS: Silikonschnuller finde ich hinsichtlich der Schadstoffbelastung schwieriger!
    LG Katja

    • Hallo Katja,
      danke für die Tipps mit dem richtigen Anziehen der Schwimmhilfen.
      Dennoch bin ich der Meinung, dass es unverantwortlich ist Babys (und uns Eltern, die die Kraulquappen mit dem Mund aufblasen müssen) schädliche Stoffe zuzumuten. Das MUSS sich schlichtweg ändern. Die Form und Fuktionalität der Kraulquappen ist unbestreitbar klasse, aber die verwendeten Materialien, meiner Meinung nach, eine Schande sondergleichen. Da muss Herr Cherek sein Gewissen befragen…
      Schade dass nach wie vor krebserregende und erbgutverändernde Schadstoffe in Produkten enthalten sind und noch schlimmer „guten Gewissens“ von Profis empfohlen werden.
      Ich will für meine Kinder die Funktionalität der Kraulquappen aber definitiv OHNE Schadstoffe jeglicher Belastungsgrade. Als Mutter zweier Söhne, Pädagogin und Blogautorin, spreche ich da ganz sicher vielen Eltern aus der Seele.

      Lieben Gruß
      Sabrina

      P.S.: Wir Eltern dürfen uns in der heutigen zeit schlichtweg nicht blind auf Empfehlungen verlassen, sondern sollten zusätzlich zum Wohle unserer Kinder stets eigene Inforamtionen einholen und erst dann unser abschließendes Urteil fällen.

Verfasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Die erforderlichen Felder sind mit einem * markiert.