Um mich herum hat die zweite Babywelle eingesetzt. Viele „Bereits-Eltern“ aus meinem Bekanntenkreis haben Zuwachs bekommen. Nun heißt es ja, dass Babys-haben-wollen „ansteckend“ wäre und ich muss zugeben, dass sehr schöne Erinnerungen in mir wach werden, an die Zeit, als Babykeks noch ein winzig kleines Wesen war. Doch noch haben meine Hormone mich nicht gänzlich im Griff und ich erinnere mich auch lebhaft an meine Müdigkeit, die Sorge, wenn er schrie und ich nicht wusste warum, und das alles macht mir bewusst, dass ich im Moment gerne ausschließlich für meinen Kleinen da sein möchte und wir wohl noch nicht bereit sind „zu teilen“.

 

Als ich kürzlich wieder eines der neuen Erdenbürger auf meinem Arm hielt, spürte, wie die Mini-Finger sich erstaunlich fest an mir hielten und ich daran dachte, wie es sich mit Babykeks damals angefühlt hatte, habe ich eine erstaunliche Entdeckung für mich gemacht.

 

Nur mein eigener Sohn fühlte sich „richtig“ in meinen Armen an. Es ist schwer in Worte zu packen, doch die Tatsache, dass er in mir herangewachsen ist, hat es mir leicht gemacht, ihn als Teil von mir zu sehen, und so schien es mir auch völlig selbstverständlich, ihn zu tragen, halten etc. Mit dem „fremden“ Baby auf den Armen hatte ich dieses Gefühl überhaupt nicht.

 

Obwohl ich eine erfahrene Mutter bin und sehr genau weiß, wie ein Säugling zu halten ist, habe ich mich nicht einhundertprozentig wohl gefühlt. Gedanken wie: „Halte ich es zu fest, fühlt es sich wohl, hoffentlich fällt es mir nicht aus den Armen“, schossen mir durch den Sinn. Natürlich ist das völliger Quatsch – wieso sollte ich bei diesem kleinen Wesen etwas falsch machen, schließlich achtet man doch sehr auf neue, süße Babys.

 

Aber die Tatsache, dass dieser neue Mensch nicht „meiner“ war, wurde mir sehr bewusst, und ich sehnte mich ein wenig danach, meinen „riesigen“ Babykeks mit seinen sechszehn Kilo auf meine Arme zu nehmen, um diese wundervolle unbeschreibliche Vertrautheit wieder zu spüren, die mir dieses Baby schlichtweg nicht gab.

 

Dieses Gefühl ist definitiv ein Teil meiner Mutterliebe zu Babykeks und nun bin ich noch überzeugter von der Tatsache, dass es nichts Vergleichbareres mehr auf Erden geben wird als dieses unumstößliche Band zwischen ihm und mir.

 

Wer also eine kleine Dosis Mutter- bzw. Vaterliebe spüren möchte, sollte doch einfach mal kurz das Kind eines anderen in Armen halten…

Bildquellenangabe für das Artikelbild: Simone Hainz  / pixelio.de
               

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

8 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • ooh hast du das schön geschrieben, liebe Sabrina! genau so ist es! das eigene Kind ist einfach vom 2.Strich auf dem Schwangerschaftstest an ein Teil von dir und wird es immer bleiben und das fühlt man natürlich auch. Ich hatte vor Fiona noch nie ein Baby auf dem Arm und hatte vorher große Angst, dass ich etwas falsch machen würde. und überhaupt – wie wickelt man denn ein Baby?! alle Sorgen waren weggeblasen, als ich sie zum ersten Mal im Arm hielt <3

    • Denkeschön Viv,
      ja da hast du recht. Egal ob man bereits Erfahrung hat oder nicht – mit dem eigenen Baby klappt einfach alles völlig intuitiv 🙂 Gott sei Dank ist das so 😉
      Lieben Gruß S.

  • Ich kann das leider gar nicht nachvollziehen. Ich liebe meine Tochter über alles, habe mich aber in meinem Leben schon mit Adoption befasst und ich finde es macht keinen Unterschied. Natürlich ist es das tollste und größte es im Bauch zu spüren, aber für ein Kind da zu sein und ihm ein gutes Leben zu bieten ist großartig.

    Ich hatte schon viele Babys auf dem Arm. Nur meine Prinzessin gehört zu mir, aber trotzdem bin ich noch immer offen für alles was kommen mag.

    • Huhu nervzwergin,
      ich glaube, wenn man ein Kind adoptiert ist es nach so kurzer Zeit auch so sehr „meins“, dass es da keinen Unterschied mehr geben wird. Und die anderen Kinder bleiben trotzdem immer „nur“ die anderen Kinder, denn diese trage ich nicht im Herzen und habe auch nicht dieselbe Verantwortung bzw. bringe ihnen nicht dieselben Gefühle entgegen.

      Ganz lieben Gruß
      Sabrina

  • Hallo, ich bin zum ersten Mal auf deiner Seite und finde deinen Blog ganz toll und sehr lesenswert. In diesem Fall muss ich dir jedoch wiedersprechen, bzw. sagen: Bei mir ist das nicht so.

    Wenn ich ein „frisches“ Baby im Arm halte (egal von wem), dann bin ich sofort verliebt. Berufsbedingt halte ich hin und wieder auch die Babys meiner Kunden, daher habe ich schon etliche Kinder gehalten, und kann sagen: Ich finde sie alle toll und wunderbar und es fühlt sich immer großartig an. Ja, sowiet ich mich erinnere ist da kein Unterschied, bzw. kein Unterschied mehr.

    Ich kann es auch nicht genau erklären, weiß aber noch, dass es früher auch anders war (es gab einen Unterschied), und denke, dass es möglicher Weise mit meinen Yoga-Erfahrungen zu tun hat (sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, und das Göttliche in jedem Lebewesen anzuerkennen) – oder es liegt schlicht und einfach nur daran, dass meine Kinder keine Babys mehr sind, und ich den Geruch und die Geräusche der Klitzekleinen so Liebe.

    Ich könnte mir übrigens auch vorstellen ein fremdes Kind aufzunehmen, und es ebenso zu lieben, wie meine eigenen.

    P.S. Es wäre tolle, wenn es die Yoga-Erfahrung wäre, oder?

    • Huhu Vio,
      schön das du dich bei mir fest gelesen hast 😉
      Du bist schon die Zweite, die da „anderer Meinung“ ist, aber irgendwie habe ich das wohl im Artikel nicht richtig rüber gebracht. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass man auch adoptierte Kinder pur lieben kann.
      Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass es wohl niemals ein „fremdes“ Kind schaffen würde, meine Liebe zu meinem Sohn zu toppen. Was aber nicht heißen soll, dass ich evtl. Geschwister bzw. selbst adoptierte Kinder weniger lieben würde.
      Jeder Artikel ist doch immer eine Moment-Aufnahme für sich.
      Vielen Dank für deinen Kommentar – ich freue mich auf viele weitere von dir!

      Lieben Gruß
      Sabrina

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