Man könnte meinen, dass seit es den Anspruch auf einen Betreuungsplatz in Deutschland gibt, es kein Problem darstellen sollte sein Kind mit drei Jahren in den Kindergarten zu geben. Leider ist dies absolut nicht der Fall.

 

Bildquellenangabe: Rainer Sturm  / pixelio.de

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Als ich damals, als Babykeks ein Jahr alt war damit begann für ihn einen Kindergarten zu suchen, blickte ich in viele überhebliche Gesichter, die mir sagten, dass ich viel zu spät dran sei. Die erste Panik erfasste mich und meinen Liebsten und wir suchten Hilfe über „Vitamin B“. Ob dies fair den anderen gegenüber ist sei dahin gestellt, denn ich bin überzeugt, dass schlichtweg alle Eltern für ihr Kind nur das allerbeste möchten und wenn es dafür notwendig ist eine Erzieherin (in Elternzeit) in der Familie um Hilfe zu bitten, dann halte ich das für „normal“.

 

Um die Sache abzukürzen: Ich war mit Babykeks in zwölf verschiedenen Einrichtungen in unserer Nähe und in welchen, die ich mit dem Auto „bequem“ würde erreichen können. Mal lag es an der Überbelegung, dann daran, dass wir nicht im Einzugsgebiet leben und mal fand ich den Kindergarten derart „schlecht“, dass ich meinen Sohn für kein Geld der Welt dort hineingegeben hätte.

 

Unser großer Favorit war ein Kindergarten 12 Minuten Fahrzeit von zu hause entfernt und leider nicht ganz in unserem Einzugsgebiet. Da wir aber sowieso auf lange Sicht aus der Gegend wegziehen möchten in der wir derzeit Leben, begannen wir nach der „Anmeldung“ im Wunschkindergarten nach einem Haus in dessen Einzugsgebiet zu suchen.

 

Es war grausam. Es schien, als hätte man sich gegen uns verschworen, denn wir fanden nach über eineinhalb Jahren Suche nichts.

 

Mein Liebster und ich beschlossen volles Risiko zu fahren und meldeten Babykeks ausschließlich im Favoriten-Kindergarten an. Ich hielt regelmäßigen Kontakt zur Leiterin und machte unaufdringlich deutlich, wie viel uns dran gelegen ist, das Babykeks diese Einrichtung besuchen darf. Es war die reinste Zitterpartie.

 

Kurz bevor die Briefe rausgehen sollten, die Zu- oder Absage bedeuteten erhielt ich die Information, dass wir Nummer zwei auf einer sehr sehr langen Warteliste waren. Als es dann darum ging sich beim Kindergarten zu melden, ob Babykeks den Platz bekommen würde, war ich derart nervös, dass ich meinen Liebsten bat den Anruf zu tätigen. Als dann die erlösende Nachricht kam, hätte ich vor Erleichterung beinahe in Tränen ausbrechen können.

 

Natürlich hätten wir Babykeks in „irgendeinen“ Kindergarten geben können. Doch sind wir ehrlich. Die Qualitätsunterschiede sind unfassbar gewaltig. Mein Kleiner ist ein aufgewecktes Kerlchen und ich wollte für ihn die Bestmöglichste Vorbereitung auf die Schule, die ich eben bekommen konnte. Und nach dem Besuch im Favoriten-Kindergarten sahen schlichtweg alle übrigen Einrichtungen einfach nur traurig und wenig engagiert aus.

 

Die Erleichterung ist sehr groß und ich nehme herzlich gerne die „kurze“ Anfahrt von kaum einer viertel Stunde in Kauf, um Babykeks einen guten Kindergarten ermöglichen zu können. Natürlich bringt dies auch negative Umstände mit sich, denn jedes einzelne Abholen muss organisiert werden und da die Oma kein Auto fährt, ergibt sich ein großes Problem. Allerdings bin ich sehr zuversichtlich, dass wir auch diese Hürde meistern werden.

 

Für die meisten berufstätigen Eltern stellt der Kindergarten eine „Erleichterung“ dar, doch leider ist das in meinem Fall umgekehrt.

 

Verständlicherweise möchte der Kindergarten, dass die Kleinen bis spätestes neun Uhr gebracht worden sind, da die meisten pädagogischen Angebote am Vormittag stattfinden.  Babykeks hat einen Ganz-Tagesplatz von 7 bis 17 Uhr. Der Traum für viele Eltern, doch für mich heißt das, dass ich meinen geliebten kleinen Sohn gegen neun Uhr abgeben muss und ihn an drei Tagen in der Woche, bedingt durch meine Arbeitszeiten, erst wieder gegen 20 Uhr oder später sehe. Von vielen Eltern hört man, dass der Kindergarten die Kinder so auspowert, dass die meisten um sieben Uhr abends zu Bett gehen.

 

Das bedeutet für mich, dass ich drei Tage die Woche mein Kind nur ca eine Stunde für mich habe und somit sozusagen gar nicht von meinem Babykeks habe. Diese Tatsache bedrückt mich am meisten und ich hoffe sehr, dass sich dafür eine Lösung finden lässt, die alle zufrieden stellt: Kindergarten, Babykeks und uns Eltern.

 

Die meisten Mütter kehren mit Beginn des Kindergartens in ihren Beruf zurück. Für mich fühlt es sich derzeit ein wenig so an, als dass ich meinem Beruf wegen des Kindergartens den Rücken kehren müsste…

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Sabrina

... wurde Anfang der 80iger Jahre in der schönen Pfalz geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Liebsten und ihren beiden Jungs (*2009 & *2014) wohnt.
Sie hat ihr Hobby Ballett zum Beruf gemacht und lebt als Tanzpädagogin ihre Leidenschaft.
Mit Leib und Seele ist Sabrina Bloggerin und nimmt ihre Leser gerne ein Stück mit auf ihrer Reise als Mutter, engagierte Freiberuflerin und ambitionierte Frau.

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